Naturschutztagebuch - Teil 7

Begleiten Sie einen ehrenamtlichen Naturschützer.
Lernen Sie die Natur und den Naturschutz von einer anderen, persönlichen Seite kennen.
Impressum

Neu: Naturschutztagebuch - Forum
(sagen Sie uns Ihre Meinung)

Zur Anzeige der eingebundenen Videos
muss der Adobe Flash Player installiert sein

Die aktuelle Situation des Bibers im Landkreis Ansbach
29. November 2007



"Joas", so der Anrufer, der mich heute geweckt hat, "du bist doch für den Biber zuständig. An der Straße nach Weiltingen nagt der Biber an einem Baum, der auf die Straße zu fallen droht". Ein ernstes Problem, um das ich mich natürlich sofort gekümmert habe, auch wenn ich gar nicht mehr für den Biber zuständig bin.

Der Biber ist in Bayern wieder weit verbreitet

Es gibt kaum ein anderes Tier, das in seiner Abwesenheit solche Sympathie genießt, das jedoch in seiner Anwesenheit für so viel Aufregung sorgt, wie der Biber. Ein Tier, welches in so einzigartiger Weise seinen Lebensraum formt, ist uns in weiten Teilen Mitteleuropas völlig fremd geworden. Bei vielen Menschen stößt das Wirken des Bibers auf Unverständnis: "die zerstören ja alles".

In unserer völlig geordneten Kulturlandschaft ist fast jeder Quadratmeter vom Menschen verplant und genutzt. Ein Tier, das ganz unberechenbar seinen Lebensraum verändert, führt daher zwangsläufig zu Konflikten mit den Landnutzern.

Zumindest der zu Anfang geschilderte Fall ging gut aus. Ein Gemeindearbeiter hat sich sofort der angenagten Birke angekommen und diese gefällt. Anders wie bei diesem Bild ist dabei aber niemand zu Schaden gekommen.

Niemand kam beim Fällen der Birke zu Schaden

Wußten Sie eigentlich, dass aufgrund von Unfällen mit Rehen und Wildschweinen jeden Tag in Bayern Kaskoschäden in Höhe von 200.000 Euro entstehen. Alleine die Polizeiinspektion Rothenburg zählte innerhalb eines Jahres 142 Wildunfälle. Im Raum Ansbach waren es alleine fünf Unfälle an einem Abend.

Während sich davon einzelne CSU-Abgeordnete nicht bedroht fühlen, sehen sie im aktuellen Biberbestand und in den Aktivitäten des Bibers eine Gefahr für Leib und Leben. Die Abgeordneten aus meiner Region haben sich in eine regelrechte Kampagne verstiegen mit dem Schlachtruf Menschenleben müsse Vorrang vor Tierschutz haben.

Über den CSU-Landtagsabgeordneten und Milchpräsidenten des Bayerischen Bauernverbandes, Jürgen Ströbel, schreibt das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt in der aktuellen Ausgabe im Artikel Harsche Kritik am Umweltministerium: " ...Jürgen Ströbel sprach ebenfalls die starke Vermehrung der Biber an, die im Landkreis Ansbach auch zu einem Sicherheitsproblem würden...."

Das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt berichtet in der Ausgabe vom 5. Oktober 2007 aus dem Landtag: "Während Ruth Paulig von den Grünen sagte, nur weil der Biber aus der Bedrohung rausgekommen ist, muss er nicht vehement abgeschossen werden, berichtete der mittelfränkische Abgeordnete Günther Babel (CSU) dagegen von einem Unfall mit fast tödlichem Ausgang: Eine Bäuerin sei mit ihrem Traktor in ein Bibertunnelsystem eingebrochen und dabei schwer verletzt worden. Seine Schlußfolgerung: Der jetzige Biberbestand kann mit Sicherheit nicht bleiben"...
Menschenleben müsse Vorrang vor Tierschutz haben.

Ein Unfall mit fast tödlichem Ausgang? Sofort habe ich den Abgeordneten Babel angeschrieben und um weitere Informationen gebeten. Herr Babel hat mir leider darauf nicht gleich geantwortet und so fragte ich am 16. Oktober erneut nach. Dieses mal habe ich einen Anruf bekommen. Leider war er gerade auf dem Weg zu einer Sitzung und hatte nur ganz kurz für mich Zeit. Es wäre ein Journalistenfehler gewesen. Er habe lediglich gesagt, es wäre beinahe etwas passiert. Es hätte aber was passieren können.

Das Bayerische Landwirtschaftliche Wochenblatt wird von allen Bauern im Land gelesen. Dieses Naturschutztagebuch hier lesen ja nur einige wenige. Bis zum heutigen Tag ist keine Richtigstellung von diesem Missverständnis abgedruckt worden.

Das Protokoll des Landtages bestätigt die Aussage von MdL Babel. Allerdings bestätigt dieses Protokoll auch:
Die CSU lehnte einen Antrag der Grünen auf finanzielle Entschädigung für Betroffene von Biberschäden ab.

Biber werden nun verstärkt gefangen und danach getötet

Einen Erfolg konnten die Abgeordneten allerdings für sich verbuchen. Die Zuständigkeit für den Biber ging am 1. September 2006 von den Regierungen auf die unteren Naturschutzbehörden an den Landratsämtern über. Die Konsequenz: was früher Frau Dr. Gabriele Kluxen und Herbert Nagel von der Regierung von Mittelfranken alleine bewältigt haben, beschäftigt nun eine Vielzahl von Beamten an den Landratsämtern. Im letzten Winter hatten diese dann auch richtig viel zu tun. Alle haben sich mit ihren Problemen an die Landratsämter oder gleich persönlich an den Landrat, der bei uns auch Vorsitzender der Teichgenossenschaft ist, gewandt. Die ganzen Fälle, die schon von der Regierung von Mittelfranken bearbeitet wurden, sind von den Betroffenen neu aufgerollt worden. Die Ernüchterung folgte schnell. Es hatte sich zwar die Zuständigkeit aber nicht die Rechtslage geändert. Momentan ist es wieder ruhig. Die Abgeordneten basteln derweil an Gesetzen und Verordnungen.

Ein Biber in der Falle

Die aktuelle Situation des Bibers im Landkreis Ansbach war auch Thema in der letzten Sitzung des Naturschutzbeirates vom 10. Oktober 2007. Mit freundlicher Erlaubnis der unteren Naturschutzbehörde darf ich davon berichten:

Laut den Angaben der unteren Naturschutzbehörde ist der Biber im Landkreis Ansbach mit Ausnahme des nordöstlichen Landkreisgebietes (Wasserscheide) fast flächendeckend  vertreten. Im Landkreis Ansbach leben derzeit ca. 600 Biber in 153 Revieren. Probleme gäbe es vorallem im südlichen und westlichen Landkreis.

Seit der Zuständigkeitsverlagerung von der Regierung auf die Kreisverwaltungsbehörden wurden zahlreiche - größtenteils unbefristete - Genehmigungen zur Dammbeseitigung erteilt. Diese werden in Abstimmung mit den Biberberatern unbürokratisch erteilt, etwa im Bereich von Kläranlagen.

In der Fangsaison 2006/2007 wurden in 17 Fällen Fangenehmigungen ausgesprochen. Insgesamt konnten 20 Tiere gefangen werden. Daneben wurden 5 Genehmigungen zum Abschuss erteilt, aufgrund deren 2 Tiere getötet wurden. In der aktuellen Fansaison wurden bisher 7 Fanggenehmigungen ausgesprochen, 4 Tiere wurden daraufhin gefangen.

Seit 26.01.2007 stehen dem LRA Ansbach 10 Fallen zum Lebendfang von Bibern zur Verfügung, so dass nunmehr die Fangaktivitäten verstärkt werden können. Vom LRA NEA, das keine Fanggenehmigungen erteilt hat, wurden 2 zusätzliche Fallen entliehen. Da im Bereich von Regenrückhaltebecken entlang der Autobahn A7 vermehrt Probleme aufgetreten sind, denen nur mit dem Abfang der Biber beizukommen ist, hat die Autobahnmeisterei Neusitz eigene Fallen hergestellt und diese nach entsprechender Genehmigung aufgestellt.

Ende Oktober 2007 ist vorgesehen, 8 bis 10 Biberfamilien aus Bayern im Rahmen eines Ansiedlungsprojektes nach Ungarn zu exportieren. Der Landkreis Ansbach wird sich zusammen mit der Autobahnmeisterei Neusitz, die entsprechende Aufenthaltsmöglichkeiten schaffen wird, daran beteiligen, vorausgesetzt, dass eine ganze Familie gefangen werden kann.

süße kleine Babybiber


Über den Biber kann man soviel noch schreiben. Für diesen Beitrag soll es aber von meiner Seite genug sein.

Haben Sie eigentlich schon mal einen Biber oder gar ein Biberbaby gesehen? Ich schon und ich möchte es immer wieder sehen können. Deshalb setze ich mich für den Biber in unseren Auen ein. Werbe für die Akzeptanz des Bibers in unserer Kulturlandschaft. Die Probleme, die es zweifellos gibt, sind lösbar. Allerdings dürfen wir die Betroffenen mit diesen Problemen nicht alleine lassen. Für unsere Auen ist der Biber eine Chance. Zeit und Raum, mehr braucht die Natur nicht. Die Nutzung der Auen durch Biber bedeuten nicht deren Zerstörung. Sie schaffen vielmehr neue Strukturen, die ehemals für unsere Auen charakteristisch waren und heute in Vergessenheit geraten sind.

Kurzfassung einer Monitoring-Studie
von ausgewählten Biberrevieren in Westmittelfranken



Bündnis für einen gentechnikfreien Landkreis Ansbach gegründet
26. November 2007


Unser Ziel ist ein gentechnikfreier Landkreis Ansbach

Heute war die Bündnisgründung.
Unser Ziel ist ein gentechnikfreier Landkreis Ansbach!

Wir haben ganz bewußt keine Sprecher gewählt, sondern Ansprechpartner benannt.
Die anfallende Arbeit wollen wir auf möglichst viele Schultern verteilen.

Sie sehen von links: Rüdiger Christ (Bund Naturschutz), Lilly Engelhard (Imkerin), Dr. Marcus Döbert (Kirche im ländlichen Raum der evangelischen Kirche) und Andreas Fischer (Biolandwirt).


Die Ansprechpartner unseres Bündnisses für einen gentechnikfreien Landkreis Ansbach
 
Das nächste Treffen ist am 17. Dezember um 19 Uhr im Diakoniehaus in Ehingen.

Percy Schmeiser hat sich mit mächtigen Konzernen angelegt und dafür den alternativen Nobelpreis bekommen

Die 1. Veranstaltung unseres Bündnisses
Percy Schmeiser kommt!
Samstag, den 5. Januar um 19.30 Uhr
Gasthof Bergwirt in Herrieden-Schernberg

Das Ehepaar Percy und Louise Schmeiser aus Kanada erhält am 8. Dezember 2007 den alternativen Nobelpreis in Stockholm für ihre juristische Auseinandersetzung mit dem Gensaatgutkonzern Monsanto: „für ihren Mut bei der Verteidigung der Artenvielfalt und der Rechte der Bauern, und dafür, dass sie die derzeitige ökologisch und moralisch perverse Auslegung des Patentrechts in Frage stellen”.

Machen Sie ruhig schon einmal Werbung für unsere Veranstaltung bei Ihren Freunden und Bekannten!



Sparkassen-Stiftung hilft dem BN-Projekt "Klassenzimmer Natur"
23. November 2007


Sabine Flierl mit Kindern im "Klassenzimmer Natur"

Mit 7500 Euro unterstützt die Stiftung der Vereinigten Sparkassen Stadt und Landkreis Ansbach in diesem Schuljahr unser BN-Projekt "Klassenzimmer Natur".

Für die Natur und unsere Kinder muss man sich einfach Zeit nehmen

Die Kreisgruppe des Bundes Naturschutz möchte mit diesem Angebot die Umwelterziehung an den Schulen unterstützen und einen Beitrag dazu leisten, Freude an der Natur und Verständnis für ökologische Zusammenhänge zu wecken sowie Wissen zu vermitteln. Im Mittelpunkt der Veranstaltungen stehen handelndes, spielerisches Lernen und Naturerfahrung. Dank der Sparkassen-Stiftung können wir nun das Projekt weiterführen und intensivieren. Die Umweltpädagogin Sabine Flierl zeigt jedes Jahr mehr als 1000 Jungen und Mädchen durch Anschauen und Ausprobieren ein wenig vom Leben im Wald, auf der Wiese, im Bach oder in der Hecke. Weil sich das Land und der Bezirk aus der Förderung zurückgezogen haben, war die Zukunft unseres wichtigen Projektes zuletzt ungewiss. 

Landrat Schwemmbauer, Umweltpädagogin Sabine Flierl, Sparkassen-Vorstand Werner Schmiedeler und BN-Kreisvorsitzender Bernd Horbaschek

KinderZeit - ein kleiner Einblick in unsere Aktivitäten für Kinder


Jahrestagung der nordbayerischen Fledermausschützer in Erlangen
17. November 2007


Als Prof. Dr. Otto von Helversen ein junger Mann war, die Haare waren noch schwarz, und er voller Elan an den Haustüren klingelte, mit der Frage: "Darf ich mal auf ihren Dachboden, um nach Fledermäusen zu sehen?". Da gab es in ganz Deutschland gerade mal eine handvoll Menschen, die sich ernsthaft mit Fledermäusen beschäftigt haben. Damals haben ihn die Leute mit einem unverständigen Kopfschütteln weg geschickt. Die Fledermäuse hatten damals, in den 60er-80er Jahren ihr Bestandsminimum erreicht. "Wir wissen eigentlich nicht genau warum, vermutlich war es das DDT".

Prof. Dr. Otto von Helversen

Heute geht es mit den Fledermäusen wieder aufwärts. Fledermäuse sind "in" und immer mehr Menschen haben eine positive Einstellung zu diesen faszinierenden Geschöpfen. Wenn man heute an den Haustüren klingelt, stößt man meistens auf freundliche Aufnahme und die Tiere werden stolz einem gezeigt. Der Fledermausschutz ist eine Erfolgsstory des Naturschutzes geworden und Fledemäuse haben sich zu richtigen Sympathieträgern entwickelt.

Es ist heuer die letzte Jahrestagung der nordbayerischen Fledermausschützer in Erlangen gewesen, an der Prof. Dr. Otto von Helversen "offiziell" dabei war. Doch heute ist er wirklich nicht mehr alleine: rund 160 Fledermausschützer sind zusammengekommen. Die Stimmung war super, die Veranstaltung informativ und unterhaltsam zugleich.

Hier sind die Aktiven im Landkreis Ansbach mal im Bild. Sonst - ich übertreibe jetzt mal ein bisschen - sieht man sie ja nur in Höhlen rumkrabbeln oder in verstaubten Dachböden, immer auf der Suche nach Fledermäusen. Auf dem linken Foto ist Markus Bachmann mit seiner Frau Petra zu sehen, rechts sehen Sie Heidi Billmann.
 
Markus Bachmann mit seiner Frau Petra Heidi Billmann

Bei der Tagung hat sich alles um Fledermäuse gedreht. Sogar beim Mittagessen gab es "Fledermaus", allerdings nur zum angucken. Ich selber hatte Rollbraten.

Zum Mittagessen gab es "Fledermaus"... ...selbstverständlich nur zum angucken

Hier können Sie sich ausführlich über das Artenhilfsprogramm Fledermäuse in Bayern (PDF) informieren.

In Bayern sind besonders die Hufeisennasen bedroht. Von der kleinen Hufeisennase gibt es nur drei bekannte Wochenstuben. Die große Hufeisennase lebt dagegen in einem Haus! Wahnsinn, oder? Das Haus wird jetzt gekauft.

Die kleine Hufeisennase in Bayern Bestandsentwicklung bei der großen Hufeisennase

Was weiß man heute schon über Fledermäuse? Sie wären erstaunt, wie wenig wir über unsere Altbekannten Unbekannten wirklich wissen.

Karl Kugelschafter hat uns einen weiteren kleinen Einblick in die faszinierende Welt der Fledermäuse gegeben. Er hielt einen Vortrag über 15 Jahre Fledermausforschung an der Kalkberghöhle in Bad Segeberg.

Vielleicht kennen Sie den Kalkberg als Kulisse der berühmten Karl-May-Spiele in Bad Segeberg. Im Winter dient die Höhle den Fledermäusen als Winterquartier.

Die "scheinbare" Katastrophe von Bad Segeberg

Im Jahr 1989 kam es dort zu einem "Supergau". Katzen erbeuteten mindestens 353 Fledermäuse. Bei einem gezählten Überwinterungsbestand von 370 Fledermäusen kam das einem Totalverlust gleich.

Von da an wurden die Fledermausbestände wissenschaftlich mit moderner Lichtschrankentechnik untersucht. Auf dem Foto können Sie deutlich sehen, wie Fledermäuse mit ihren Händen fliegen. Sehen Sie die langen Finger? Die kleine Kralle am Flügel ist der Daumen.

Mit einer Lichtschranke werden die ein- und ausfliegenden Fledermäuse erfasst

Mit den Videoaufzeichnungen ist sogar eine Artbestimmung möglich. Links sehen Sie eine Bechsteinfledermaus, unten eine Franzenfledermaus und rechts eine Wasserfledermaus.

Die Artbestimmtung ist anhand dieser Fotoaufnahmen möglich

Was zuerst wie ein Messfehler der Lichtschranke aussah, stellte sich dann als eine Sensation heraus. In den Kalkberghöhlen von Bad Segeberg überwintern etwa 20.000 Fledermäuse! Wenn Sie dort in der Nähe sind, besuchen Sie doch einfach mal das neue Informationszentrum für Fledermäuse Noctalis.

Fledermäuse vor dem Höhleneingang von Bad Segeberg


Doch sehen Sie selbst, was vor dem Höhleneingang von Bad Segeberg so los ist. Im Hintergrund hören Sie Karl Kugelschafter das Geschehen erklären.



Hier sehen Sie die Kameraeinstellung auch einmal von unten. Das ist noch eindrucksvoller. Eindeutig kann man am Anflugverhalten die unerfahrenen Jungtiere erkennen.



Karl Kugelschafter erklärt hier in der anschließenden Diskussion, warum sich Fledermäuse in bestimmten Höhlen wie in Bad Segeberg treffen.



Junge Fledermäuse sind sehr neugierig. Durch das Vagabundieren bekommen sie die notwendige Gebietskenntnis und die älteren Männchen spielen dabei "Reiseleiter".



Kompetente Ansprechpartner in Sachen Fledermausschutz in Bayern:

Koordinationsstelle für Fledermausschutz Nordbayern
Matthias Hammer
Institut für Zoologie II, Staudtstr. 5, 91058 Erlangen,
Tel. 0 91 31 / 8 52 87 88, Fax: 8 52 80 60
E-Mail: flederby@biologie.uni-erlangen.de

Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Südbayern
Dr. Andreas Zahn
Herrmann-Löns-Straße 4, 84478 Waldkraiburg,
Tel. 0 86 38 / 8 61 17
E-Mail: Andreas.Zahn@iiv.de



Archäologische Grabung im Hof des Alten Rathauses
15. November 2007


Archäologische Grabung im Hof des Alten Rathauses von Dinkelsbühl

Es wird wohl noch etwas dauern, bis wir zu unserer Storchenkamera  mit der Feuerwehrdrehleiter hochfahren können. Der Hof des alten Rathauses von Dinkelbühl wird gerade archäologisch untersucht. Gleich unter dem Pflaster finden sich Schichten aus dem Hochmittelalter. Jetzt darf man allerdings nicht hoffen, dort Schwerter oder andere tolle Sachen zu finden, es sind vielmehr Verfärbungen des Bodens, etwa von einem Pfostenloch, zu erwarten. Aber auch das ist eine spannende Sache.

Spanned wird es leider auch mit unserem Zeitplan in Sachen Storchenkamera-Reparatur. Langsam wird die Zeit für uns knapp.

Gleich unter dem Pflaster kommt eine Schicht aus dem Hochmittelalter zum Vorschein Verfärbungen im Boden sind der "Schatz" des Archäologen


PASSIVHAUS-TAGE 2007 in Herrieden
09.-11. November 2007


Plakat zu den Passivhaus-Tagen 2007 in Herrieden

PASSIVHAUS-TAGE 2007 in Herrieden
Fachvorträge und Gewerbeschau für energieeffizientes Bauen und Sanieren
9. - 11.11.2007
Flyer mit dem umfangreichen Vortragsprogramm (PDF)

Die vom Agenda21-Arbeitskreis "Energie und Umwelt" des Landkreises in Herrieden organisierten Passivhaustage 2007 waren ein voller Erfolg. Das umfangreiche Vortragsprogramm war sehr gut besucht.

Das Foto zeigt einen Teil der Aktiven

Das Foto zeigt einen Teil der Aktiven

Hier bin ich gerade im Gespräch mit Ruth Paulig, der Fraktionsvorsitzenden der Grünen im Bayerischen Landtag. Sie meinte, während es in den Kommunen voran ginge, geht auf Landesebene fast gar nichts mehr in Sachen Umweltschutz. Alles wird von der Mehrheitsfraktion im Landtag abgelehnt.

Thomas Joas im Gespräch mit Ruth Paulig

Pia Regner ist der fachliche Motor des Arbeitskreises

Pia Regner ist der fachliche Motor des Arbeitskreises


Passivhäuser benötigen jährlich nur noch 1,5 l Öl bwz. 1, 5 m Gas (15 kWh) pro Quadratmeter Wohnfläche. Das ist eine Einsparung von mehr als 90 % gegenüber dem durchschnittlichen Verbrauch bestehender Gebäude. Die wärmebrückenfreie gute Dämmung der Gebäudehülle bewirkt angenehme Raum- und Oberflächentemperaturen. Alle Wohnräume erhalten kontinuierlich frische Luft durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Über 80 % der Wärme aus der Abluft können so wieder für die Erwärmung der Zuluft genutzt werden. Mit ca. 8% Mehrinvestitionskosten ist das Passivhaus bei gleichzeitiger Heizenergieeinsparung schon heute wirtschaftllich.

"Die Energiepreise steigen wie nie zuvor!
Heizöl kostet jetzt schon 31% mehr als im Vorjahr, Strom bis zu 8,7 % - und bei Gas drohen Preiserhöhungen von bis zu 20 %!" (Quelle: Bild)

Kommt nun eine Phase des Umbruchs bei Bauvorhaben, egal ob öffentlich oder privat, wenn bei weiter steigenden Energiepreisen der Passivhausstandart immer stärker ins Blickfeld rückt? (Zitat Landrat Rudolf Schwemmbauer bei den Passivhaustagen)

Informieren Sie sich bitte ausführlicher zum Thema Passivhaus:
Pressetext für die Passivhaus-Tage 2007 in Herrieden (Beitrag vom 31.10.07)
Passivhaus Institut
Informations-Gemeinschaft Passivhaus Deutschland
Homepage von Pia Regner


Ein Blick über den Tellerrand zum Thema "Biosprit" nach Paraguay
08. November 2007


Wir mit unserem Lebensstil exportieren die Umweltprobleme in andere Länder. Oftmals sind wir uns gar nicht über die Folgen unserer Entscheidungen anderswo bewusst. Diese E-Mail, die ich von Rettet den Regenwald e.V bekomme habe, zeigt ein solches Beispiel:

Proteste in Paraguay

Stoppen Sie Cargill und retten Sie den Wald
> Liebe Regenwald-Freundinnen und -Freunde,
>
> in Paraguay wachsen mittlerweile auf 2,6 Millionen Hektar
> Soja-Monokulturen – das meiste davon bepflanzt mit gentechnisch
> modifizierter Soja. Angebaut wird es vornehmlich für den Export als
> Tierfutter oder Biokraftstoffe. Die Nachfrage nach Biokraftstoffen treibt
> die Preise für Soja nach oben, und Soja-Unternehmen wandeln deshalb gerade
> weitere 400.000 Hektar Land in Plantagen um. Die Folge sind eine massive
> Entwaldung, die dieses Jahr in den schlimmsten Waldbränden seit Beginn der
> Aufzeichnungen gipfelten und die Erderwärmung antreiben. Zudem werden
> deshalb zehntausende Menschen von ihrem Land vertrieben: 90.000 Familien
> allein während des letzten Jahrzehnts. Pestizid-Einsätze lösen Krankheiten
> und sogar Todesfälle in der Landbevölkerung aus, Auslaugung des Bodens und
> Wasserverschmutzung bedroht die Zukunft der Menschen.
>
> Paraguayanische Sozial-Verbände bitten daher dringend um rasche
> internationale Unterstützung für zwei wichtige Briefkampagnen.
> Sie finden die Infos und Musterbriefe unter
>
> http://www.regenwald.org
>
> Bitte informieren Sie auch Freunde und Bekannte.
>
> Vielen Dank und beste Grüßen
>
> Reinhard Behrend
> Rettet den Regenwald e. V.
> 22337 Hamburg

Zwei weitere Beiträge von der selben Organisation zum Thema:
Die "Biosprit-Lüge": Nachwachsender Wahnsinn
Weitere Informationen zum Thema Agrarenergie



Diskussionsbeitrag zum Thema Besteuerung von "Biosprit" 
07. November 2007


"Biosprit" - das klingt doch eigentlich ganz gut, oder? Die Umweltverbände möchten das aber etwas differenzierter und ganzheitlicher betrachtet sehen.

Ich bin selber gespannt auf den weiteren Verlauf der Diskussion. Dabei meine ich nicht die aufgeregte Polemik des Augenblicks. Der Bauernverband hat nämlich schon von einer unheiligen Allianz aus Mineralölindustrie und Umweltverbänden gesprochen. Das klingt fast wie die Achse des Bösen. Nein, ich meine natürlich die Fachdiskussion. Das abwägen der unterschiedlichen Argumente. Ich verfolge das als interessierter Laie.

Hier können Sie den Diskussionsbeitrag der BN-Gruppe Ansbach ausführlich nachlesen. Die Fränkische Landeszeitung hat diese Presseerklärung leider nur sehr stark gekürzt abgedruckt, was verständlicherweise den Leser mehr verwirrt als es ihn umfassend informiert
.

Wie steht es um die Umweltbilanz von "Agrosprit"?

Presseerklärung
vom 7. November:

Ansbach. Die Kreisgruppe Ansbach des Bund Naturschutz hat sich in die aktuelle Diskussion um die Besteuerung von „Biosprit“ eingeschaltet. Nach Aussage von BN-Kreisgeschäftsführer Helmut Altreuther und Rainer Keilwerth vom BN-Arbeitskreis „Energie“ werden die ökologischen Vorteile von Treibstoff aus Raps meistens überschätzt und die gravierenden Nachteile kleingeredet. Den Vorteilen einer gewissen regionalen  Wertschöpfung, besserer Umweltverträglichkeit im Vergleich zu Mais, der Verwendung des Rapskuchens in der Schweinemast als teilweisen Sojaersatz, der Nutzung als Bienennahrung etc. stehen gravierende ökologische Nachteile gegenüber. Unzutreffend, so Keilwerth, sei schon der Begriff „Biosprit“, der ein Produkt aus ökologischem Anbau oder zumindest Umweltverträglichkeit suggeriere. Richtig sei die Bezeichnung „Agrosprit“.

Altreuther und Keilwerth zählen eine ganze Reihe ökologischer Nachteile auf: Sie beginnen mit dem großflächigen, teils industriellen Anbau mit bodenverdichtenden Großmaschinen, die infolge der damit bedingten Ausräumung der Landschaft deren Biotopwert und damit die Artenvielfalt stark mindern. Großflächige Rapsmonokulturen bedingen einen hohen Düngemittel- und Pestizideinsatz (z. B. gegen den Rapsglanzkäfer), der nicht nur eine Boden- und Grundwasserbelastung darstellt, sondern sehr energieaufwendig sei. Bei der meist üblichen Veresterung des Öls zur Verwendung in normalen Dieselmotoren sowie den oft weiten Transportwegen sei die Energiebilanz verheerend. Dennoch könne Agrosprit in Dieselfahrzeugen mit Rußfilter wegen technischer Nachteile nicht verwendet werden, was der weiteren Verbreitung von Rußfiltern in Dieselmotoren abträglich sei. Auch die Beimischung des Agrodiesels in Mineralöldiesel sei kontraproduktiv, weil damit zum einen dem Markt der begrenzte Rohstoff für kaltgepresstes Pflanzenöl entzogen wird, zum anderen neue Abhängigkeiten für die Landwirtschaft von der Mineralölwirtschaft entstehen. Vollends, so Altreuther, als Irrweg stellt sich die subventionierte Agrosprit-Produktion dar, wenn man die neuesten Erkenntnisse über krebserregende Stoffe im Agrosprit und den verheerenden Treibhauseffekt berücksichtigt. Nach neuesten Untersuchungen, so der BN, könne Agrodiesel bis zu 1,7 mal klimaschädlicher als herkömmliches Benzin sein. Dies liege in der starken Düngung mit Stickstoff, bei der Lachgas in die Atmosphäre gelangt. Dieses sei ein 300-fach stärkeres Treibhausgas als Kohlendioxid und damit ein echter Klimakiller. 

Für den BN kommt die Verwendung von Pflanzenöl für energetische Zwecke nur in kaltgepresstem Zustand und bei kurzen Transportwegen, mit deutlich besserer Energiebilanz, in Frage. Der Einsatz dieses kaltgepressten Öls sollte vorrangig im Schmiermittelbereich (mit entsprechender Grundwasserschonung) und in Pflanzenöl-Blockheizkraftwerken erfolgen. Daß durch die vorgesehene stärkere Besteuerung und damit faktisch einem Subventionsabbau für Agrosprit der bisherige agrar- und energiepolitische Irrweg verlassen wird, ist für Altreuther und Keilwerth richtig, auch wenn dahinter weniger umwelt- als steuerpolitische Motivation der Bundesregierung stecke. Das ganze hätte auch volkswirtschaftlich keinen Sinn gemacht, weil selbst bei maximalem Ausnutzen der rapsanbaufähigen Flächen von etwa 15 % mit Agrodiesel nur etwa 5 % des Spritbedarfes in Deutschland zu decken wären. Am Energiesparen und anderen Antriebskonzepten für Kraftfahrzeuge führe kein Weg vorbei, betont der BN.

Nach Auffasung des Bund Naturschutz kann der wahre Klimaschutzbeitrag der Landwirtschaft nur durch vermehrte Umstellung auf ökologischen Landbau mit Schwerpunkt Nahrungsmittelproduktion und reduzierter Tierhaltung, auch wegen der Methangasproblematik, erfolgen. Dieser Schritt werde aber gerade durch die immense Nachfrage nach landwirtschaftlichen Flächen für Treibstoff und Biogas-Pflanzen, v. a. Mais, zunehmend verschlechtert, weil damit die Pachtpreise deutlich gestiegen sind.


Teichwirt Gunter Gabriel züchtet den Europäischen Edelkrebs 
06. November 2007


Die Weiher von Teichwirt Gunter Gabriel kenne ich noch von meiner Zeit als ehrenamtlicher Biberberater bei der Regierung von Mittelfranken. Dort habe ich ihm einmal eine kleine Biberfamilie abgefangen, die danach in Rumänien ausgewildert wurde. Doch heute soll nicht von "Problembibern" die Rede sein, sondern von dem, was noch in seinen Weihern lebt. Gunter Gabriel züchtet den selten gewordenen Europäischen Edelkrebs.

Bei uns in Mittelfranken kommen zwei einheimische Krebsarten vor, nämlich der Edelkrebs und der Steinkrebs sowie eine durch Besatzmaßnahmen eingebürgerte Art, der Kamberkrebs.

Der Europäische Edelkrebs Dieser freche Steinkrebs zwickte Dr. Thomas Vordermeier an der Schandtauber während der Artenschutzwoche

Mit der Einführung fremder Krebsarten wie dem Kamberkrebs aus Amerika im 19. Jahrhundert wurde eine hochinfektiöse Krankheit eingeschleppt:
die Krebspest (Erreger: Schlauchpilz)
Sie ist verantwortlich dafür, dass die Bestände der einheimischen Flusskrebse innerhalb kürzester Zeit nahezu vollständig bis auf wenige Restpopulationen ausgelöscht wurden.

Die verheerende Wirkung lässt sich an verschiedenen Berichten aus jener Zeit nachvollziehen:

Bayerische Fischereizeitung, Jahrgang 1880, S. 67: "Eine in neuester Zeit in verschiedenen Gewässern in- und außerhalb Bayerns beobachtete Erscheinung konnte in den letzten Tagen auch in der Altmühl wahrgenommen werden, und zwar die sogenannte Krebspest. Stadtfischer Schneider dahier machte am 10. des Monats die Mittheilung, daß in dem von ihm gepachteten Altmühlfischwasser auch nicht ein einziger lebender Krebs mehr anzutreffen sei, während er vor vier Tagen noch ungefähr einen Viertel-Centner von denselben gefangen habe, ohne an ihnen nur im geringsten eine Spur von Krankheit zu bemerken. Auf dieses hin wurde am 17. mittels Kahn das genannte Fischwasser befahren und die Angaben des genannten Herrn, welche anfangs stark angezweifelt wurden, in vollem Umfang bestätigt gefunden. Mit einem großen Leichenfeld kann das Bett des Altmühlgrundes verglichen werden; denn zu Haufen von 4, 6, selbst bis zu 10 Stück liegen die abgestorbenen Thiere zusammen, und zwar alle auf dem Rücken. Dann findet man wieder einzelne Theile derselben, wie Scheeren und auch Fußglieder, zerstreut umherliegen;..."

Für den Europäischen Edelkrebs gibt es in Mittelfranken mittlerweile ein Artenschutzprogramm. Ich werde es Ihnen bei Gelegenheit ausführlich vorstellen. Doch lassen wir Gunter Gabriel, der daran mitarbeitet, selber zu Wort kommen. Er hat extra für Sie einen Edelkrebs aus dem Wasser geholt.




Die ersten Vorbereitungen für die 4. Ansbacher Artenschutzwoche im Rahmen von BayernTour 2008 haben begonnen 
05. November 2007


Ich möchte Sie einladen, einen ehrenamtlichen Naturschützer bei seiner Arbeit zu begleiten und dabei die Natur und den Naturschutz von einer anderen, persönlichen Seite kennenzulernen. Das ist zumindest der Anspruch dieser Internetseite.

Seit nunmehr schon drei Jahren organisiere ich ehrenamtlich die Ansbacher Artenschutzwoche und möchte nun gerne damit beginnen, die 4. Ansbacher Artenschutzwoche im Rahmen von BayernTour Natur 2008 vorzubereiten. Begleiten Sie mich doch einfach ein Stück dabei.

Die Organisation ist eigentlich ganz einfach. Als erster Schritt werden alle mir bekannten Personen angeschrieben, die sich beruflich oder ehrenamtlich für den Naturschutz interessieren und einsetzen. Nun muss man nur noch geduldig abwarten, ob und welche Antworten dann bei mir eintrudeln werden. Das Schreiben geht natürlich als E-Mail raus, da ich über keinerlei finanzielle Mittel verfüge.

Am Hesselberg kann man die Natur und den Naturschutz besonders schön zeigen Schöne Momente in der Natur gemeinsam erleben

Hier ist mein heutiges Schreiben an die Behörden, Verbände und einzelne Personen in Stadt und Landkreis Ansbach:

Sehr geehrte Damen und Herren,

wir möchten Sie bitten, falls Sie sich an der 4. Ansbacher Artenschutzwoche im Rahmen von BayernTour Natur 2008 beteiligen möchten, uns Ihre Vorschläge und Anregungen bis zum Montag, 19. November, mitzuteilen. Sie können dabei gerne das Formular im Anhang verwenden.

Diese Vorschläge können am Dienstag, den 20. November, bei einem gemeinsamen Treffen besprochen werden. Hier ist jeder herzlich eingeladen, der sich an diesem Projekt beteiligen möchte. Um die berufstätigen Ehrenamtlichen mit einbinden zu können, findet das Treffen um 19 Uhr beim Bund Naturschutz in der Ansbacher Pfarrstr. 33 im Rahmen eines „AK Biotopschutz“ statt. Es gibt Kaffee, Tee und Kuchen.

Wir möchten ein attraktives Programm erarbeiten und hoffen dabei auf Ihre Unterstützung. Gemeinsam möchten wir mit Ihnen die einzelnen Veranstaltungen so koordinieren, dass sie räumlich, thematisch und zeitlich optimal verteilt sind und dass möglichst alle Aktiven im Naturschutz, die dieses wünschen, eingebunden werden können.

Berichte und Bilder von der 3. Ansbacher Artenschutzwoche (12.-20. Mai 2007) finden Sie im www.naturschutztagebuch.de.

Für Rückfragen oder ein persönliches Gespräch stehe ich Ihnen gerne unter der Telefonnummer 0171 958 42 08 zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Thomas Joas
2. Vorsitzender
Bund Naturschutz
Kreisgruppe Ansbach


Dinkelsbühler Fisch-Erntewoche 
04. November 2007


Der Dinkelsbühler Raum zählt zu den großen Teichgebieten in Bayern. Während der Fisch-Erntewoche werden zahlreiche Weiher abgefischt. Die Gastronomie lädt zum Fischschmaus ein.

Die wunderbaren Bilder, die Sie hier sehen, habe ich von Kurt Pachl bekommen. Er war beim Abfischen des Rappelachweihers durch den Teichwirt Karl Wiesinger und seinem Team mit dabei gewesen.

Impressionen

Zuschauer sind beim Abfischen im Rahmen der Fisch-Erntewoche immer willkommen Der Weiher wurde abgelassen. Karpfen ohne Ende.
Die Kescher sind da immer gut gefüllt Die "Umladestation"
Viele schwere Kübel werden diese Treppe heute noch hinaufgetragen Die Karpfen werden auf dem Lkw verladen 
Karl Wiesinger schiebt den Trog Hier kann man im aus dem Vollem Keschern
Voll zieht es sich schon nicht mehr so leicht Karl Wiesinger beim Karpfen keschern
Volle Ladung Karpfen Kleinvieh macht auch Mist
Abendstimmung am Rappelachweiher



Fichte und Klimawandel 
03. November 2007


Raoul Heinrich Francé

Mit der Verleihung der Francé-Verdienstmedaille, die alle zwei Jahre in Dinkelsbühl stattfindet, erinnern die Gesellschaft für Boden, Technik und Qualität (BTQ) und die Stadt an den Wissenschaftler und Naturschutzpionier Raoul Heinrich Francé. Dieser lebte ab 1919 zeitweise in Dinkelsbühl, "seinem Arbeitsnest", und verfasste dort einige seiner wichtigsten Werke. 


Wenn Sie sich für sein Leben und Denken interessieren, können Sie sich gerne ausführlich im Internet über diese interessante Persönlichkeit informieren:
http://pagesperso-orange.fr/france.pierre
http://www.soel.de/btq/BTQfranc.htm
http://www.thomas-caspari.com/bodenkunde/france/index.htm

Die Feierstunde stand unter dem Motto "Zukunftsfrage Wald". Als Ziel wurde eine "klimafeste" naturnahe Waldwirtschaft formuliert.

Klimawandel - der letzte Beweis

Aus diesem Anlass möchte ich Ihnen eine aktuelle Veröffentlichung vom Amt für Landwirtschaft und Forsten Ansbach vorstellen:

Fichte und Klimawandel

Der Klimawandel stellt eine der größten Herausforderungen für unsere Gesellschaft dar. Auf Wald und Forstwirtschaft wird sich der Klimawandel massiv auswirken. Besonders trifft es die flachwurzelnde Fichte. Auf über 1 Million Hektar, das sind rund 45% der Waldfläche Bayerns, ist sie der „Brotbaum“ der Waldbesitzer. Häufigere Stürme und großflächige Borkenkäferschäden führen zu Qualitätsminderung und Preisverfall. Die damit verbundenen Ertragseinbußen belaufen sich in Bayern auf rd. 250 Millionen Euro pro Jahr. Nach ersten Erhebungen müssen in ganz Bayern rd. 260.000 Hektar allein im Privat- und Körperschaftswald dringend in Mischbestände umgebaut werden.
Für ganz Bayern sieht der Aktionsplan „Waldumbau 2020“ vor, bis zum Jahre 2020 rd. 100.000 Hektar akut gefährdeter Fichtenwälder für den Klimawandel fit zu machen, sprich umzubauen.

Brennpunkt Westmittelfranken
Will man den Klimawandel im Wald beobachten, muss man an die Ränder der Verbreitung der Baumarten gehen. Einen Eindruck von den möglichen Auswirkungen des Klimawandels auf den Wald bekommt man schon heute im warm-trockenen Klima unserer Region. Die Vernichtung ganzer Fichtenbestände durch den Borkenkäfer bedeutet leider oft auch die Vernichtung des ganzen Holzvorrates vieler Waldbesitzer. Hinzu kommt, dass in den Kiefern-Fichten Mischbeständen der Borkenkäfer oft die wertvollere Fichte gezielt herausgefressen hat.

Fichte und Wein, das lass sein
Jede Baumart besitzt einen klimatischen Bereich, in dessen Zentrum sie optimal gedeiht. An den Rändern geht die Vitalität zurück, bis schließlich überhaupt kein Anbau mehr möglich ist. Für die Wissenschaft ist mittlerweile Westmittelfranken ein Paradebeispiel für das Anbaurisiko der Fichte am Rande ihres künstlichen Verbreitungsgebietes. Die Anbaumöglichkeit des Gebirgsbaumes Fichte endet bei uns im Flachland in etwa an der Grenze von Mittelfranken zu Unterfranken. Wo der Weinbau so richtig anfängt, hört der Fichtenanbau auf.

Viele Käfer sind der Fichte Tod
Auf den schwierigen Keuperböden der Frankenhöhe reichten die klimatischen Bedingungen, vor allem die Wasserversorgung, in der Vergangenheit gerade noch aus. In der Grenzsituation zur trockeneren Fränkischen Platte genügt ein extrem trockener und warmer Sommer wie 2003, um das Gleichgewicht zwischen dem stets vorhandenen Borkenkäfer und der Fichte zu Gunsten des Käfers zu verschieben. Es kommt zu einer Massenvermehrung des Borkenkäfers.
Der Fraßdruck der Käfer wird schließlich so stark, dass die Fichte auf allen Standorten gefährdet ist.

Risikominderung durch Waldumbau
Die Forstschutzsituation in Westmittelfranken ist immer noch kritisch und wird in Zukunft vermehrt kritische Phasen erreichen. Sie mahnt die Forstwirtschaft, rechtzeitig Anpassungsstrategien für den Waldumbau zu entwickeln.
Die beste Möglichkeit, sich gegen Unsicherheiten abzusichern ist, ähnlich wie bei einem Aktienpaket, die Risikostreuung. Wissenschaftliche Klimamodelle für die einzelnen Baumarten zeigen, dass viele natürlich bei uns vorkommenden Baumarten wie Eiche, Buche und Edellaubbäume mit einem Klimawandel gut zurechtkommen werden. Auch die Bedeutung der Tanne wird steigen, da sie unsere strengen Keupertone am besten von allen Nadelbaumarten durchwurzelt und von Buchdrucker und Co. nicht gefressen wird. Reine Fichtenbestände hatten und haben in Westmittelfranken keine Zukunft. Der Fichtenanteil wird deutlich sinken.

Naturnaher Waldbau – Modell für die Zukunft
Die Fichte braucht zum Überleben einen hohen Anteil an standortsgemäßen, stabilen Laubbäumen und Tannen, die den Boden intensiv und tief durchwurzeln, mit ihrer Laub- und Nadelstreu den Boden verbessern und deutlich widerstandsfähiger gegen Sturm und Insektenfraß sind. Neben der verstärkten Beteiligung von natürlich vorkommenden Baumarten sollte mehr als bisher auf langfristige, kleinräumige Verjüngungsverfahren gesetzt werden, um unsere Waldbestände möglichst ungleichaltrig und gestuft aufzubauen. Wegen der besseren Klimaanpassung sollte wo immer es geht bei allen Baumarten die Naturverjüngung bevorzugt werden.
Angesichts der großen Aufgaben und der hierzu nötigen hohen Investitionen, die der Waldumbau vom Waldbesitzer verlangt, ist die Umsetzung des Grundsatzes „Wald vor Wild“ wichtiger denn je.

Nachhaltig bewirtschaftete Wälder

Bis zu 14.000 Tier- und 6.000 Pflanzenarten – davon allein 70 Baumarten – bevölkern den heimischen Wald und bilden eine komplexe Lebensgemeinschaft. Dabei beherbergt schon ein Löffel Waldboden mehr Organismen als Menschen auf der Erde leben. Wissenswertes kann sich jeder Interessierte bei erholsamen Spaziergängen selbst aneignen und in Erfahrung bringen. Verkehrslärm stört Entdeckungstouren kaum, denn die Bäume mildern die Geräusche stark befahrener Straßen oder Bahnlinien. Selbst große Hitze ist unter dem Blätterdach gut zu ertragen, denn ein Hektar Buchenwald verdunstet an einem Sommertag zur Kühlung seiner Umgebung bis zu 50.000 Liter Wasser.

Die Klimafunktion des Waldes reicht aber noch weiter: Bäume nehmen beim Wachstum das klimaschädliche Kohlendioxid (CO2) auf und speichern den enthaltenen Kohlenstoff in ihrem Holz. Rund neun Milliarden Tonnen CO2 sind allein in den heimischen Wäldern gebunden – ein wichtiger Beitrag zum Klimaschutz.

Auch zur Wasserversorgung tragen die 11,1 Millionen Hektar Waldfläche in Deutschland bei. Ein Quadratmeter Waldboden speichert bis zu 200 Liter. Schmelz- und Regenwasser versickern langsam und werden durch die gute Filterleistung des Bodens zu sauberem Grundwasser, das zum Trinken meist nicht mehr aufbereitet werden muss. Das Wurzelgeflecht der Bäume hält den wertvollen Boden fest und leistet vor allem in Hanglagen einen wichtigen Beitrag zum Erosionsschutz.

Der Wald ist Klimaverbesserer, Wirtschaftsfaktor, Trinkwasserlieferant und Erholungsort in einem. Möglich wird dies nur durch eine nachhaltige Forstwirtschaft. Dabei beschränkt sich der Begriff der Nachhaltigkeit nicht allein darauf, nur so viel Holz zu ernten wie nachwächst, sondern dehnt sich auf die Schutz-, Nutz- und Erholungsfunktionen aus. Diese Leistungen des Waldes zu erhalten und den vielfältigen Anforderungen des Menschen an den Wald gerecht zu werden, ist die zentrale Aufgabe der Forstwirtschaft.


Über 60 Helfer am Tag für den Berg in Röckingen 
03. November 2007


Über 60 Helfer am Tag für den Berg in Röckingen

Heute war wieder eine Entbuschungsaktion am Hesselberg, diesmal auf der Röckinger Seite. Über 60 Helfer beteiligten sich am "Tag für den Berg". Unter ihnen waren nahezu 20 Helfer vom Modellfliegerclub Dinkelsbühl. Wie und warum Entbuschungsaktionen am Hesselberg stattfinden, können Sie ausführlich im Beitrag vom 27. Oktober 2007 über eine Entbuschungsaktion am Hesselberg auf der Gerolfinger Seite nachlesen.

Am frühen Morgen liegt der Hesselberg noch im Nebel

Am frühen Morgen verdeckt noch der Nebel die Wacholderheide

Die Modellflieger halten mit Motorsensen den Südhang offen. Im Hintergrund sehen Sie die Lindenallee, die von Röckingen auf den Hesselberg führt.

 Im Hintergrund sehen Sie die Lindenallee Mit der Motorsense werden aufkommende Gehölze entfernt

Der Schwerpunkt der Bürgeraktion war heuer die Pflege der Streuobstbestände. In der Hesselbergregion wurden in den letzten Jahren über 10.000 Obstbäume gepflanzt. Die Pflege der Altbaumbestände soll deswegen aber nicht vernachlässigt werden.

Gemeinsame Obstbaumpflege am Hesselberg Pflege der Altbaumbestände Norbert Metz vom Landschaftpflegeverband beim Erziehungsschnitt

An diesem Tag hat es am Hesselberg nur so gewuselt. Die Stimmung war prächtig. Zur Brotzeit brachte Bürgermeisterin Waltraud Hüttner selber gebrannten Schnaps mit. Nach insgesamt rund vier Stunden Arbeit gab es dann ein gemeinsames leckeres Lammessen. Ich selber war da leider schon wieder auf dem "nächsten Termin".

Hier noch schnell drei Gründe aus meinem Archiv, warum man alte Bäume mögen und pflegen sollte.

In alten Bäumen stehen ist schön... ... auch auf diese klettern...... auf den Bäumen gefällt es den Kindern


Symposium "Landwirtschaft 2020" - Regionalität als Chance? 
02. November 2007


Es gab einmal eine Zeit, da waren die Menschen den Maschinen noch "gewachsen"

Die jungen, gut ausgebildeten Bauern von heute haben es nicht leicht und sind nicht zu beneiden, wenn sie in eine Entscheidungsituation für ihren Betrieb kommen. Wie soll er sich entscheiden? Er könnte Energiewirt werden. Überall boomen bei uns die Biogasanlagen. Doch schon sind die ersten in ernste finanzielle Schwierigkeiten geraten. Innerhalb eines Jahres hat sich der Getreidepreis (ein mögliches Futter für den Reaktor) nahezu verdoppelt. Niemand hat diese Entwicklung vorhergesehen. Auf einmal wird für Milch und Getreide mehr bezahlt. Also wieder in die Milch- bzw. Lebensmittelproduktion investieren? Doch was wird mit der Milchquote? Was plant die unberechenbar gewordene Politik? Wie werden sich die Märkte von morgen entwickeln?

Eine Alternative wurde diesen Freitag am Hesselberg diskutiert: Könnte für einige Bauernhöfe eine Chance in der Regionalität, der Direktvermarktung oder gar in einer Umstellung auf eine ökologische Wirtschaftsweise liegen? Es gibt bei uns in der Region nur 1,96% ökologisch wirtschaftende Betriebe. Viel ist das nicht. Dabei boomt die Biobranche. Die Nachfrage bei guten Preisen kann nicht befriedigt werden. Eine Chance? Für manche gewiß. 

Die Beiträge bei dieser Veranstaltung waren allesamt auf hohem fachlichen Niveau und trotzdem engagiert, mitunter unterhaltsam vorgetragen. Am Beispiel der Röhn kann man sehen, wie  man die vermeintliche Schwäche einer Region in seine Stärke verwandelt. Es hat sich auch gezeigt, wie wichtig es ist, regionale Strukturen zu erhalten. Sind die erst einmal weg, sind sie meist für immer verloren. Molkereien und Schlachthöfe sind schon weitgehend verschwunden.

So vieles könnte man hier noch schreiben. Letztendlich haben auch wir Verbraucher noch ein entscheidendes Wort mitzureden, wenn nicht gar das entscheidende. Es ist wahrlich eine Schande, dass wir in unserem Land die teuersten und modernsten Küchen haben, um die billigsten Lebensmittel darin zu verarbeiten.

Ich habe mir von diesem Symposium als Zuhörer viele Anregungen und  Informationen mitnehmen können. Allerdings hätte ich mir mehr Landwirte als Zuhörer gewünscht, die eben in besagter Entscheidungssituation sind. Auch unsere Politiker hätte ich trotz der vielen Termine, die sie haben, dort gerne gesehen. Schließlich geht es hier nicht nur um unsere Bauernhöfe, sondern um das Gesicht unserer Heimat 2020.   

Von Frau Dr. Christine Marx vom Evangelischen Bildungszentrum Hesselberg habe ich den ausführlichen Pressetext freundlicherweise für die Veröffentlichung im Naturschutztagebuch bekommen. Von ihr sind auch die nachfolgenden Fotos. Damit ist Ihnen ein kleiner Einblick in diese interessante Veranstaltung möglich: 

Symposium „Landwirtschaft 2020“

Regionale Produkte sind gefragt – aber sie brauchen verlässliche Vertriebspartner und eine gute Vermittlung beim Konsumenten

Das Evang. Bildungszentrum Hesselberg lud gemeinsam mit der Entwicklungsgesellschaft der Region Hesselberg Interessierte zu einem Symposium mit dem Titel „Landwirtschaft 2020 - Regionalität als Chance?“ ein. Sieben Referenten gaben an dem Abend einen Einblick in unterschiedliche Produktions- und Vermarktungsmöglichkeiten der Landwirtschaft vor Ort. Dabei kamen Landwirte ebenso zu Wort, wie Vertreter von Regionalvermarktungsinitiativen und Entwicklungsgesellschaften. Festzuhalten ist, dass die Landwirtschaft in Zukunft die Kreativität der Einzelnen ebenso braucht wie intakte lokale Vermarktungsstrukturen in der Region. Eine Schlüsselrolle für den Erfolg spielt die Kommunikation zwischen Produzenten und Konsumenten. Der Kauf von regionalen oder biologischen landwirtschaftlichen Produkten ist immer eine bewusste Entscheidung, so die einhellige Meinung. Und diese wird nicht so stark vom Geldbeutel beeinflusst, wie man denkt. Doch auch in der regionalen Vermarktung ist Professionalität gefragt. Denn selbst bei regionalen Produkten ist es wichtig, dass diese in einheitlicher Qualität regelmäßig zu kaufen seien – und auch bei größeren Mengen keine Lieferengpässe auftreten. Wichtig für den Erfolg von Projekten sind darüber hinaus „Katalysatoren“, die Projekte und Initiativen aus unterschiedlichen Bereichen zusammenbringen, ohne selbst an der Wertschöpfung unmittelbar beteiligt zu sein. Als solche Katalysatoren wollen sich das Evang. Bildungszentrum Hesselberg, aber auch die Entwicklungsgesellschaft der Region verstanden wissen.

Pfarrer Dr. Marcus Döbert moderierte kompetent diesen Abend Alfons Brandl, Bürgermeister v. Herrieden und Geschäftsführer der Entwicklungsgesellschaft Hesselberg

Biologisch wirtschaftende Betriebe und regionale Vermarktung gehören zusammen, weil sie kurze Transportwege und Transparenz bei der Herstellung verbinden, so Pfarrer Dr. Marcus Döbert bei der Begrüßung der Gäste. Bürgermeister Alfons Brandl, der an diesem Abend als Geschäftsführer die Entwicklungsgesellschaft der Region vertrat, betonte den großen Erfolg der dort bisher geleisteten Arbeit. So konnten über 80 Projekte in den letzten Jahren durch die Geschäftsstelle angestoßen, begleitet oder umgesetzt werden. Als ein sehr erfolgreiches Projekt hob er die Moststraße hervor, bei der in Zukunft eine Ausweitung der Produktpalette geplant werde.

Biobauer Siegfried Meyer Biobauer Michael Engelhardt

In sehr persönlichen Berichten stellten Demeter-Landwirt Siegfried Meyer (Opfenried) und Bio-Landwirt Michael Engelhardt (Leutenbuch) ihre Betriebe und deren Vermarktungsstrategien vor. Beide sind mit dem wirtschaftlichen Ertrag zufrieden – und würden sich jederzeit wieder für eine Umstellung entscheiden. Meyer bedauerte das mangelnde Wissen vieler Landwirte sowie das schlechte Informationsangebot über den Ökolandbau in der landwirtschaftlichen Ausbildung. So gäbe es maximal eine Führung zu einem einzigen Betrieb. Wie die Fruchtfolge auf den Feldern jedoch praktisch aussehen müsse, werde nicht gezeigt. Dies trage sicher dazu bei, dass nicht einmal 2% der Betriebe in der Region auf Ökobetrieb umgestellt haben – deutschlandweit seien es mehr als doppelt so viele (5%). Dabei sei die Nachfrage nach ökologischen Produkten enorm – und die Absatzmöglichkeiten entsprechend gut. Derzeit wären laut Meyer jedoch deutsche Bauern nicht in der Lage, etwa den Demeter-Markt für Getreide und Milch ausreichend zu bedienen. Die Händler bezögen ihre Waren daher vom Ausland.

Engelhardt zeigte Verständnis für das Zögern von Landwirten, ihre Betriebe umzustellen. Er erläuterte in seinem Vortrag auch die dabei zu bewältigenden Schwierigkeiten. Die Zeit der Umstellung sei hart, so Engelhardt. Die Erträge halbieren sich – und da die Umstellung noch nicht abgeschlossen sei, könnten auch noch nicht die höheren Preise von ökologisch erzeugten Produkten verlangt werden. Diese Zeit gilt es daher erst zu überstehen. Dann jedoch gehe es aufwärts. So fände er seine Entscheidung nach wie vor richtig – und das obwohl er vor der Umstellung 20 Jahre lang konventionell Landwirtschaft betrieben habe. Die Vermarktung der Bioprodukte sei anfangs für ihn nicht einfach gewesen, gab Engelhardt zu. Denn den Boom gäbe es erst seit dem letzten Jahr. Doch nun verzeichne man zweistellige Zuwachsraten – und auch er sei zufrieden.

Hans Schwarzbeck ist Direktvermarkter und Vize beim Bauernverband im Landkreis Ansbach

Hans Schwarzbeck vom Bayerischen Bauernverband (kurz BBV), seines Zeichens zugleich Landwirt eines Vollerwerbsbetriebes, betonte, dass nur 2 % aller Mitglieder des BBV Biobetriebe sind. Er warb um Verständnis, dass der BBV sich demnach schwerpunktmäßig um den anderen Teil der Mitglieder kümmern müsse. Besonders wichtig sei Aufklärungsarbeit. So müsse den Verbrauchern nahe gebracht werden, dass Lebensmittel ihr Geld wert seien. Und sie daher auch bereit sein müssten, dafür angemessene Preise zu bezahlen. Bisher würden nur 11% des Einkommens für Lebensmittel ausgegeben – früher waren es einmal 40%, so Schwarzbeck.

Andrea Denzinger von der "Regionaltheke"

Nach den Landwirten kamen Vertreter zweier Regionalvermarktungsinitiativen zu Wort. Es begann Andrea Denzinger von der „Regionaltheke“, einem „fränkischen Netzwerk aus ideeller und wirtschaftlicher Zusammenarbeit“. Für die Aufnahme eines Produktes in die Regionaltheke sei die ökologische Herstellungsweise wichtig, aber nicht allein ausschlaggebend, stellte Denzinger klar. So sind etwa 10% der Lieferanten Biobetriebe, fuhr sie fort. Danach stellte sie das umfangreiche Produktsortiment vor, das in 130 Regionaltheken in Franken verkauft wird.

Wolfgang Heinzel vom "Regionalbuffet"

Wolfgang Heinzel vom Gasthof Linden in Windelsbach stellte der „Regionaltheke“ das „Regionalbuffet“ an die Seite, einer Initiative von Gastronomen und Direktvermarktern. Zur Gründung im Jahr 2003 bestand das Regionalbuffet aus 17 Betrieben – heute sind es 130. Eine Erfolgsgeschichte! Laut Heinzel müsse die Qualität der Produkte stimmen; sie allein reiche aber nicht aus, um Erfolg auf dem Markt zu haben. Eine erfolgreiche Vermarktung laufe über die Emotionalität. Das Regionalbuffet hätte es sich deshalb zur Aufgabe gesetzt, die Herkunft der Produkte anzugeben – und daher auch eine Geschichte zu erzählen. So gäbe es bei den beteiligten Gastronomiebetrieben das ganze Jahr über „gesiegelte“ Gerichte, bei denen 2/3 der Zutaten von Mitgliedsbetrieben – also den Direktvermarktern – und damit aus der Region stammen müssten. Daraus ergeben sich saisonal bedingte Speisekarten der beteiligten Gaststätten. Die Gäste würden das sehr schätzen, so Heinzel. Das Markenzeichen des Regionalbuffets kennzeichne die beteiligten Betriebe schon von außen, so dass diese leicht erkennbar wären. Das mache neugierig, auch die entsprechenden Direktvermarkter zu besuchen, ist Heinzel überzeugt. Er bezeichnete die Regionalität als Trend. Ziel des Regionalbuffets wäre es aus dem Trend eine Marke zu machen, die am Markt bestehen könne. Die Mitgliedsbetriebe böten daher ihren Gästen und Kunden ein individuelles kulinarisches Genusserlebnis, das alle Sinne anspräche. Frische und kurze Wege seien ihnen dabei ein besonderes Anliegen, so Heinzel.

Michael Geier vom Biosphärenreservat Rhön

Als letzter Referent sprach Michael Geier als Vertreter der ARGE Rhön. Er wollte durch einen Vergleich der hiesigen Region mit der Rhön Chancen und Gefahren aufzeigen helfen. Große Bedeutung für die Vermarktung regionaler Produkte käme laut Geier Schlüsselstrukturen wie regionalen Molkereien und Schlachthöfen zu. Wenn diese weg sind, können alle anderen rudern, wie sie wollen, sie gehen unter – oder sie müssen ganz weit fahren, um ihre Produkte zu vermarkten, ist er überzeugt. Wichtig sei auch, dass man leichter ins Geschäft komme „außerhalb der eigenen Haustür“. So gäbe es v.a. in ländlichen Gebieten gute Nachbarschafts- und Verwandtschaftsnetzwerke, die sich gegenseitig mit selbst angebauten Nahrungsmitteln versorgten. Die Nische für Direktvermarkter und Hofläden ist daher schmal. Aber die Zeit sei reif: Heute seien regionale Produkte bei den Gastronomen gefragt, so Geier. Doch alle Beteiligten müssten sich aufeinander verlassen können. Für die Region Hesselberg sei es daher nur natürlich, wenn größere Märkte wie die Region Nürnberg oder Stuttgart systematisch erschlossen würden.


Novembergedicht mit Widerruf
01. November 2007


Novemberaufnahme von gnc1/aboutpixel.de

November

November, schwarzer Monat Du
Kehrst stets wieder, gibst nicht Ruh'
Schickst uns neue dreissig Tage
Dunkelduestergraue Plage.

Bleichst fahle Blaesse in die Wangen
Machst Gesichter traurig hangen
Pflanzt unzaehlig Depressionen
Sorgst fuer unbespielbar Boden
Brichst das Licht mit klebrig Nebel
Hebst mit eklig Regen Pegel
Laesst die Winde grausig tosen
In unseren langen Unterhosen.

Schleichst Dich schleimig an uns ran
Doch wir wissen deutlich wann
Deine Marter uebel droht
Spaetestens wenn Hundekot
Waessrig sich mit Baumlaub quetscht
Unter unsere Gummisohlen.
November, kannst uns nicht verkohlen
Zu bestialisch fault Dein Odem
Auf unserem teuren Teppichbodem.

November, alter Leichenschaender
Los! Sag an! Schmeisst Du ne Lage
Schnaps auf Deine Totentage?
Hast so viele wie kein zweiter
Kadaverfuerst, vermaledeiter
Wirst hemmungslos uns wieder quaelen
Mit Buss- und Bettag, Allerseelen
Und heuer, ach, es ist gar greisslig
Mit Todestag des starken Schutzwalls
Der am Neunten Deiner dreissig
Vor acht langer Jahre Frist
Viel zu frueh verendet ist.

November, Sack, Du sollst verrecken!
Am besten mit dem Pack der Jecken
Die sich an Deinem Elften wecken
Mit Humba, Ententanz und Prost -
Vielleicht bringt ja Dezember Trost
Und richtet Euch mit starkem Frost.

Ich komm' zum Schluss mit dem Gedicht:
November, bist ein Arschgesicht!


November
Der Widerruf

November, Held der Monatsrecken
Schuetzend dick sind Deine Decken
Waermst mit dichten Baumlaubmatten
Sowohl den Wurm in Herbstrabatten
Als auch die kalten Gehwegplatten
Die unser Trottoir belegen
Fuer jeden froestelnd' Zeh ein Segen
Sofern die Nachbarn nicht gleich fegen

November, deckst uns zu mit Guessen
Legst die nassen Nebelkissen
Daempfend auf das Ach und Krach
Haelst Laut und Laerm gekonnt in Schach
Spitzer Ton wird maehlich flach
Ruhe senkt sich auf das Dach
Unter dem die klammen Socken
Dampfend ueberm Ofen trocknen.

Warme Stube macht uns Nicken
Da meldet sich Dein kleiner Schalk
Willst uns wohl ein Stuermchen schicken
November, grosser Blasebalg!
Nur zu! Tob' Dich nur tuechtig aus!
Wir gehen heute nicht mehr raus
Schliessen jede Fensterlade
Wickeln Plaid um Fuss und Wade
Und schluerfen heisse Schokolade.

Wir lieben Dich fuer Deine Launen
Fuer stilles Schweigen, lautes Raunen
November, bleib' so, wie Du bist
Und sei zum Dank dafuer gekuesst.


von Fritz Eckenga


erschienen in:
Fritz Eckenga, Kucken, ob's tropft. Trockene Geschichten und dichte Gedichte. Ein Lesebuch
Verlag Edition Tiamat, Berlin, ISBN 3-89320-003-7, 24,-


hart aber fair zum Thema Tempolimit
31. Oktober 2007


hart aber fair

hart aber fair, die politische Talkshow mit Frank Plasberg befasste sich diesen Mittwoch mit dem brisanten Thema Tempolimit. Da ging es natürlich neben der Sicherheit auch um den Klimawandel. So wurde zum Beispiel die Frage nach dem wahren Klimakiller gestellt, in Form eines etwas skurrilen Vergleichs zwischen einem BMW und einer Kuh. Wie immer gibt es einen Faktencheck. Im WebTV können Sie die Sendung noch einmal sehen und sich sogar bestimme Ausschnitte aussuchen.
  


PASSIVHAUS-TAGE 2007 in Herrieden - Pressetext
31. Oktober 2007


Plakat zu den Passivhaus-Tagen 2007 in Herrieden

Heute habe ich die Plakate für die Passivhaus-Tage verteilt und mit verschiedenen Zeitungen aus den angrenzenden Landkreisen telefoniert. Erfreulicherweise finden sie alle diese Veranstaltung äußerst interessiert und wollen darauf hinweisen.

PASSIVHAUS-TAGE 2007 in Herrieden
Fachvorträge und Gewerbeschau für energieeffizientes Bauen und Sanieren
9. - 11.11.2007
Flyer mit umfangreichem Vortragsprogramm (PDF)

Hier im Naturschutztagebuch können Sie schon einmal exklusiv den Pressetext lesen:

Anlässlich des Neubaus der Realschul-Dreifachsporthalle finden in Herrieden die „Passivhaustage 2007“ statt. Die Gewerbeschau mit umfangreichem Vortragsprogramm begleitet von der  Ausstellung „Passivhaus – energiesparend bauen“  bietet zahlreiche Informationen zum Thema Energieeffizienz und Passivhausbau. Themenschwerpunkte sind  der private, gewerbliche und öffentliche Bau. Zu Sanierung und Neubau werden innovative Architekten und Ingenieure von Freitag bis Sonntag interessante Vorträge halten.

Passivhaus-Dreifachsporthalle
 
Ein wegweisendes Beispiel für zukunftsorientiertes, energieeffizientes und damit sehr wirtschaftliches Bauen ist die neue Dreifachsporthalle der Realschule Herrieden. Sie ist eine der ersten Sporthallen Deutschlands, die in Passivhausstandard errichtet wurde. Die Halle hat einen jährlichen Heizenergieverbrauch von 15 kWh/m² und verbraucht damit ein Zehntel dessen, was bestehende Altbauten benötigen. Im Vergleich zum gesetzlich vorgeschriebenen Neubaustandard benötigt die Halle nur noch ein Fünftel der Heizenergie. Durch diese Einsparungen sowie die großflächige Photovoltaikanlage auf dem Dach erzeugt die Halle deutlich mehr Energie als sie benötigt. Dahinter steckt ein schlüssiges und wirtschaftliches Konzept, das bereits in der Planungsphase der Halle durch interdisziplinäre Zusammenarbeit der Planer und Fachingenieure erstellt wurde. Auch deshalb spielt die Dreifachsporthalle Herrieden eine Vorreiterrolle im Bereich öffentliches Bauen. Sie gilt als Vorzeigeobjekt in Mittelfranken und darüber hinaus und ist daher der passende Rahmen für die „Passivhaustage 2007“. 

Passivhaus – was ist das 

Passivhäuser benötigen jährlich z. B. nur noch 1,5 l Öl bzw. 15 kWh pro Quadratmeter Wohnfläche. Das ist eine Einsparung von mehr als 90% gegenüber dem durchschnittlichen Verbrauch bestehender Gebäude. Die wärmebrückenfreie gute Dämmung der Gebäudehülle bewirkt angenehme Raum- und Oberflächentemperaturen. Alle Wohnräume erhalten kontinuierlich frische Luft durch eine Lüftungsanlage mit Wärmerückgewinnung. Über 80 % der Wärme aus der Abluft können so wieder für die Erwärmung der Zuluft genutzt werden.  4 – 10 %  Mehrinvestitionskosten für das Gebäude amortisieren  sich in relativ kurzen Zeiträumen aufgrund der enormen Heizenergieeinsparung.

Vorträge und Gewerbeschau

Über neueste Entwicklungen und Tendenzen zum Thema Energieeffizienz/Passivhausbau können sich Fachleute sowie Bauinteressenten umfassend auf der Gewerbeschau informieren. Zahlreiche Aussteller aus den Fachgebieten Holzrahmenbau, Dämmung, Fenster, regenerative Energien, Lüftungsanlagen, Bauunternehmen u. a. stellen spezielle Komponenten und Dienstleistungen des energieeffizienten Bauens vor.

Parallel zu der Gewerbeschau werden Architekten, Ingenieure und Fachfirmen zu unterschiedlichen Schwerpunkten im Bereich Passivhaus und energieeffizientes Bauen referieren. Für Gewerbetreibende und Handwerksbetriebe ist z.B. der Vortrag „Einsparpotentiale im Gewerbe“ (Jutta Maria Betz) interessant. Der private Hausbauer bekommt umfassende Informationen zum Thema „Passivhausstandard bei Neubau und Sanierung“ (Mario Bodem). Für Bauverwaltungen werden Referate angeboten wie z.B. „Öffentliche Bauten energieeffizient gestalten am Beispiel Passivhaus - Montessorischule Erding-Aufkirchen“ (Gernot Vallentin), „Passivhaus- u. Wirtschaftlichkeitskonzepte für öffentliche Gebäude am Beispiel Dreifachsporthalle Herrieden“ (Pia Regner) oder auch „.Passivhausstandard im Wohn-, Industrie- und Verwaltungsbau“ (Hariolf Brenner). Die „Passivhaustage 2007“ richten sich also nicht nur an den Endkunden, denjenigen der baut oder saniert, sondern auch an das Fachpublikum wie Gewerbetreibende, Architekten und Ingenieure.

„Passivhaustage 2007“

Dies ist eine europaweite Veranstaltungsreihe. In Herrieden werden die „Passivhaustage 2007“ von der Agenda 21 Arbeitskreis „ Umwelt Energie und Klima“ des Landkreises Ansbach organisiert und finden vom 9. bis 11. November in der Realschule Herrieden, Steinweg 6, statt. Das Vortragsprogramm beginnt am Freitag um 15.00 Uhr. Die Gewerbeschau findet jeweils Samstag und Sonntag von 9.00 Uhr bis 17.00 Uhr statt. Der Eintritt ist frei.

„Eröffnungsveranstaltung“

Am Freitagabend um 19°° beginnt die große Eröffnungsveranstaltung mit Beiträgen von Landrat Rudolf Schwemmbauer, BGM. Brandl, Kreisbaumeister Bernd Strobel.

Aus politischer Sicht berichten Josef Göppel (CSU) und Ruth Paulig (Bündnis90/Die Grünen) über Bundespolitische Förderprogramme, Notwendigkeiten und Handlungsspielräume.

Die Gruppe El-häuser wird mit Rockballaden die Veranstaltung begleiten.

Ausklang der Eröffnungsveranstaltung mit Gesprächen bei  kaltem Büfett mit Getränken.

Die Veranstaltung ist kostenlos.

Die erste Dreifachturnhalle im Passivhausstandart steht in Herrieden, Landkreis Ansbach


Entbuschung des Hesselberges auf der Gerolfinger Seite
27. Oktober 2007


Der Hesselberg ist ein Kleinod fränkischer Kulturlandschaft. 
 
Luftbild des Hesselberges von www.hesselberg.de

Ohne Pflegemaßnahmen würde sich auf den Trockenhängen bald wieder Gebüsch und Wald entwickeln und der wertvolle Magerrasen verschwinden. Lebensraum für zahlreiche seltene und bedrohte Tier- und Pflanzenarten ginge damit verloren.

Küchenschellen fotografiert von Georg Hornberger

Einmal im Jahr treffen sich daher die Bürgerinnen und Bürger der Gemeinden Ehingen, Gerolfingen und Röckingen um durch Entbuschungsaktionen etwas für "ihren" Berg zu tun. Heute war die Entbuschungsaktion auf der Gerolfinger Seite.


Hier erzählt Ihnen Norbert Metz vom Landschaftspflegeverband in einem kurzen Video den Hintergrund der Entbuschungsaktionen am Hesselberg. Wegen der lauten Motorsägen müssen Sie ihm ganz genau zuhören. Aber das sollte man Naturschützern eigentlich immer.



Impressionen

"Das Stück wollen wir heute gemeinsam schaffen" - Los geht`s!

Bis zur Bank im Hintergrund wollen wir es heute schaffen Los geht`s
Das mit der Motorsäge geschnittene Holz wird abtransportiert Die Gehölze werden abtransportiert
Die jungen Schlehenschösslinge werden mit dem Freischneider entfernt Das Holz wird anschließend verbrannt

Hier sehen Sie Norbert Metz vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken, der die Entbuschungsmaßnahmen in und mit den Hesselberggemeinden koordiniert. Die beiden anderen Bilder zeigen Mitarbeiter des Landschaftspflegeverbandes. Die Arbeit an der frischen Luft macht echt Spaß, ist aber auch anstrengend.

Norbert Metz vom Landschaftspflegeverband Mittelfranken Die Arbeit macht echt Spaß... ...ist aber auch anstrengend

Die Hesselberggemeinden freuen sich dabei jedesmal über helfende Hände. In Gerolfingen sind z. B. die Flieger mit dabei. Natürlich sind immer auch Gäste willkommen, denen der Hesselberg ebenso am Herzen liegt.

Die Flieger am Hesselberg helfen mit

Alle Arbeitskräfte arbeiten ehrenamtlich als Bürgerinnen und Bürger ihrer Ortschaft. Lediglich die Kosten für die benötigten Geräte wie Motorsäge und Schlepper werden vom Landschaftspflegeverband aus Zuschüssen des Bezirks und der Regierung von Mittelfranken übernommen. Die Lämmer für das abschließende gemeinsame Essen spendet der Hüteschäfer, dessen Weideflächen durch die Bürgeraktion verbessert werden. Gemeinsam arbeiten, gemeinsam essen und Zeit haben, um über die erlebte Arbeit zu reden, das ist ein wichtiger Aspekt der Aktion.

Gruppenfoto

Die nächste Entbuschungsaktion ist am Samstag, den 3. November um 9 Uhr in Röckingen.

Doch überall im Land finden ähnliche Aktionen statt. Gerne sind Sie, als an der Natur und am Naturschutz interessierte Bürgerinnen und Bürger, dazu eingeladen mitzuhelfen.


Wegen Umbauarbeiten kein Kamerabetrieb
24. Oktober 2007


Wegen Umbauarbeiten muss der Kamerabetrieb eingestellt werden

Zusammen mit Xaver Lingel hatte ich heute ein Gespräch mit Stadtbaumeister Holger Göttler und dem Planer Jörg Doberstein im Alten Rathaus.

Die gute Nachricht ist, wir werden eine verbesserte technische Infrastruktur für den zukünftigen Kamerabetrieb bekommen.

Die schlechte Nachricht: wegen der laufenden Umbauarbeiten musste der Kamerabetrieb leider eingestellt werden. Vor unserer Ersatzkamera wurde mittlerweise ein Gerüst montiert und die Stromversorgung ist baustellenbedingt immer wieder unterbrochen.

Sobald der Innenhof wieder befahren werden kann, möchten wir mit der Feuerwehrdrehleiter zu unserer defekten Storchenkamera hochfahren, um nach dem Rechten  zu sehen.


Junge Wissenschaftler "wühlen" am Hesselberg in altem Meeresboden
17-22. Oktober 2007


Kaum vorstellbar: vor 180 Millionen Jahren war hier bei uns ein subtropisches, flaches Meer. Doch überall am Hesselberg finden sich fossile Meeresbewohner, die von einem Meer vor unserer Zeit erzählen, dem Jurameer.

Ammoniten sind ausgestorbene Tintenfische, also keine Schnecken "Ammo-Brut", 180 Millionen Jahre alte Ammonitennester

Wer durch rund 40 Millionen Jahre faszinierende Erdgeschichte wandern möchte, dem ist der Geologische Lehrpfad am  Hesselberg als Einstieg in das Thema sehr zu empfehlen. Er beginnt in Wittelshofen an einem sehr interessanten Aufschluss, der in seiner Art bei uns ziemlich einmalig sein dürfte. Dieser wurde in diesen Tagen von einer Forschergruppe der Ludwig-Maximilians-Universität aus München wissenschaftlich untersucht. Die jungen Wissenschaftler gingen dem alten Meeresboden am Hesselberg sozusagen auf den Grund. Auf einer breite von einem Meter wurde eine umfangreiche Profilaufnahme durchgeführt und Zentimeter für Zentimeter von Hand abgegraben, wobei sämtliche Fossilfunde dokumentiert worden sind.

Doch lassen wir die jungen Wissenschaftler selber einmal in kurzen Videos zu Wort kommen. Ich durfte Sie einige Tage lang bei Ihrer Arbeit begleiten und bin schon sehr gespannt auf die Ergebnisse der wissenschaftlichen Auswertung.

Hier sehen Sie Philipe Havlik bei der Fossiliensuche in der Posidonienschieferformation.
 


Was findet man in der Posidonienschieferformation? Manuela Aiglstorfer erklärt die Funde und die Vorgehensweise.



Was ist das besondere am Posidonienschiefer in Wittelshofen am Hesselberg, Manuela?



Stephan Lautenschlager zeigt die verschiedenen geologischen Schichten im Aufschluss Wittelshofen (wie z.B. Opalinuston, Jurensismergel, Wittelshofner Bank, Seegrasschiefer und Posidonienschiefer).


Stephan Lautenschlager macht hier in Wittelshofen am Hesselberg seine Diplomkartierung und erklärt das Ziel der Untersuchung.


 
Impressionen

Zentimeter für Zentimeter wird von Hand abgegraben. Hier sind Philipe, Alexander Heyng und Stephan gerade im Opalinuston, der zum mittleren Jura gehört.

Zentimeter für Zentimeter arbeiten sich die jungen Wissenschaftler durch den Opalinuston

Stephan Lautenschlager, der hier seine Diplomkartierung macht, zeigt einen Ammoniten. Ammoniten sind ausgestorbene Tintenfische, also keinen Schnecken, und als Leitfossilien wichtige Zeitmarken. Der hier sieht allerdings aus wie ein Matschfladen.

Stephan Lautenschlager hat einen Ammoniten gefunden Die Wissenschaft gibt sich auch mit einem Matschfladen zufrieden

Das Grabungsprofil wird in einzelne Schichten eingeteilt und Proben genommen - bei jedem Wetter...

 Grabungsprofil in Schichten eingeteilt Arbeit bei schönem Wetter... ...und bei Sauwetter

...es war nicht immer Sonnenschein. Schnee im Oktober.
Eine Hornisse, noch halb verschlafen.

Der 1. Schnee Eine Hornisse wollte zwischen den Steinplatten ihren Winterschlaf halten

Die "Wittelshofener Bank", eine Steinschicht, die Ostwürttemberg und den Westen Bayerns durchquert, ist ein wichtiger Leithorizont. Der Kalkstein hat eine grüne Farbe.

Die sogenannte Wittelshofener Bank

Darunter kommt sogenannter Seegrasschiefer. Die Schicht ist nur fünf Zentimeter stark und eigentlich sieht man kein Seegras sondern fossile Wurmgänge. Zeugnis eines reichen Bodenlebens.

"Seegrasschiefer" - eigentlich sind es fossile Wurmgänge

Im Posidonienschiefer wird es dann richtig toll für Fossilienfreunde. Ein Ammonit ist neben dem anderen.
 
Posidionienschieferplatte mit Ammoniten Posidonienschieferplatte mit Ammoniten
 
Hier wird gerade besprochen, wie man den Studenten helfen kann.

Hier wird gerade die Grabung vorbereitet und besprochen

Ihr braucht nen Bagger? Kein Problem.

Philipe Havlik und der Sandunternehmer Josef Haas Unternehmer Josef Haas im Gespräch mit Bürgermeister Hermann Reichert

Am nächsten Morgen um 10 Uhr war der Bagger da.

Der Bagger im Einsatz Baggereinsatz im Posidonienschiefer

Philipe Havlik kann nun die Posidonienschieferformation untersuchen.

Philipe Havlik in der Grube im Posidonienschiefer

Die Idee zu einem Geologischen Lehrpfad am Hesselberg hatte vor einigen Jahrzehnten Waldemar Kohlmeyer. Hier im Gespräch mit Stephan Lautenschlager.

Waldemar Kohlmeyer und Stephan Lautenschlager

An fast jedem Stein kannst du hier eine Versteinerung finden. In diesen Momenten werden angehende Geologen und Paläontologen "geboren". Allerdings möchte Martin doch lieber Bauer werden, hat er gesagt.

In jedem Stein eine Versteinerung - kindliche Begeisterung als Samenkorn für angehende Paläontologen

Die Freiwillige Feuerwehr von Wittelshofen schaute auch einmal vorbei und fragte, ob sie helfen kann. 
 
Die freiwillige Feuerwehr Wittelshofen - dein Freund und Helfer

Ein Kolkrabe flog über den Hesselberg. Die Vertriebenen kehren heim.

Der Kolkrabe hat auch einmal vorbeigeschaut.

Die wissenschaftliche "Baustelle"

Die "Baustelle"

Einträge zum Thema ins Naturschutztagebuch:
9. März 2007
16. September 2007


Zugriffe auf das Naturschutztagebuch bis September
18. Oktober 2007


Zugriffe auf das Naturschutztagbuch bis September

Hier sehen Sie die Zugriffe auf mein Naturschutztagebuch. Ich habe die Zahlen selber erst heute gesehen. Im September wurde mit 738 Zugriffen der bisherige Höchststand für einen Monat erreicht. Ich bin gespannt, wie dieses "Experiment" weitergehen wird und bedanke mich an der Stelle bei Ihnen für Ihr Interesse an der Natur, dem Naturschutz und am Naturschutztagebuch. 
 
Vielen Dank für Ihr Interesse an der Natur, dem Naturschutz und dem Naturschutztagebuch

 

< zurück                                                               vor >

 


Impressum        Kontakt         BN-Ansbach        storch24.de        Forum