Naturschutztagebuch - Teil 4

Begleiten Sie einen ehrenamtlichen Naturschützer.
Lernen Sie die Natur und den Naturschutz von einer anderen, persönlichen Seite kennen.
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Fledermausführung in Greiselbach - Ferienprogramm
16. August 2007

Heute waren es mal keine Massen von Kindern, die meine Fledermausführung besucht haben. Nur 13 Kinder, eigentlich optimale Bedingungen um das Thema Fledermäuse an das Kind zu bringen. Wider Erwarten kam aber alles ganz anders. Es gibt tatsächlich Kinder, die mir "alten Hasen" noch eine Führung kaputt machen können. Ich hab schlichtweg die Aufmerksamkeit der Kinder verloren. Kurzum es war heute echt nicht mein Tag gewesen.

Die Fledermäuse waren pünktlich zum Sonnenuntergang um 20.43 Uhr zahlreich und lebhaft wie immer auf der Bildfläche erschienen. Davor waren wir noch in einem alten Bierkeller, in dem die Fledermäuse in der kalten Jahreszeit ihren Winterschlaf halten.

Die Tage werden jetzt merklich kürzer. Ging die Sonne am 1. August noch um 21.10 Uhr unter, so ist es am 31. August schon um 20.13 Uhr soweit. In einem Monat ein Unterschied von einer Stunde.


Probleme mit der Storchenkamera www.storch24.de
15. August 2007

Sicher kennen Sie schon unsere Storchenseite www.storch24.de. Leider haben wir jetzt Probleme mit der Bildübertragung bekommen.

Dinkelsbühl hat eine wunderbare Altstadt, in die nicht wenige Menschen sich regelrecht verliebt haben. Im Hintergrund - ganz winzig - können Sie das Storchennest sehen.

Eine wunderschöne Altstadt - im Hintergrund die Störche im Nest

Das Storchennest befindet sich auf dem Altrathausdach. An den Kamin schmiegt sich unsere Kamera fast unsichtbar an - ohne die Störche und das historische Ambiente dabei zu stören. Das alte Rathaus wird gerade zu einem Museum umgebaut. Eine großartige Sache, doch hängt mit den damit verbundenen Umbauarbeiten vielleicht die Störung der Bildübertragung zusammen? Um das zu klären war ich heute zusammen mit Xaver Lingel oben bei unserer Technik im Alten Rathaus.

Das alte Rathaus beherbergt unser Storchenpaar und die Kamera Der Storch im Auge der Kamera

Fakt ist, wir bekommen von der Kamera kein Videosignal mehr. Auf dem Foto sehen Sie unseren ehrenamtlichen Technik-Spezialisten Xaver Lingel aus Fremdingen. Rechts daneben steht Helmut Wilfling, der ebenfalls technikbegeistert ist und uns auch immer im Rahmen seiner Möglichkeiten hilft.

Xaver Lingel im Gespräch mit Helmut Wilfling (von links)

Um der Sache auf dem Grund zu gehen, hat sich Xaver Lingel bereit erklärt, mit der Feuerwehrdrehleiter zur Kamera hochzufahren. Wegen der laufenden Umbauarbeiten am Museum und um die Störche nicht im Nest zu stören - wollen wir mit der Aktion bis nach den Sommerferien warten. Das bedeutet für die nächste Zeit leider keine Live-Bilder aus dem Dinkelsbühler Storchennest.

Bis dahin machen wir uns alle unsere Gedanken wie wir das Angebot noch etwas attraktiver für Sie machen können. Auch über eine neue Technik muss jetzt nachgedacht werden.

Ich habe heute von Oberbürgermeister Hammer die Erlaubnis bekommen, dass wir in der Übergangszeit ein anderes Kamerabild vom Alten Rathaus übertragen. Damit Ihnen das schwarze Bild mit dem no video nicht langweilig wird.

Wir bitten um Ihr Verständnis und freuen uns schon auf eine neue Storchensaison im nächsten Jahr - vielleicht mit einer dann erfolgreichen Brut, einer neuen attraktiven Technik und hoffentlich auch wieder mit Ihnen.



Abschied von der Fichte, vom "Brotbaum" der Waldbauern
15. August 2007

Die Fichte, der Brotbaum der Waldbauern, hat mit den Folgen des Klimawandels zu kämpfen und fällt dabei als Flachwurzler den warmen Temperaturen, den geringen Niederschlagsmengen, häufiger werdenden Stürmen sowie dem stark ausbreitenden Borkenkäfer zum Opfer.

Aus dem Brotbaum wird ein Brutbaum. Für die Waldbauern bedeutet das viel Arbeit zur Unzeit und finanzieller Verlust.

Hier sehen Sie eines von den ungezählten Bohrlöchern des Borkenkäfers an einer Fichte. Die Aufnahmen stammen aus dem Wald meiner Familie.

Hier sehen sie ein Bohrloch eines Borkenkäfers an einer Fichte - eines von Tausenden

Entfernt man die Rinde, kann man gut die typischen Frassgänge der Larven erkennen. Kranke Bäume können dem Heer der Borkenkäfer nicht auf Dauer standhalten. In jedem dieser Fraßgänge entwickelte sich eine Larve zu einem Borkenkäfer.

Hier sehen Sie die typischen Fressgänge der Borkenkäferlarve unter der Rinde Die fleißigen Borkenkäferlarven bei der Arbeit


Nachdem allein im Bereich des Ansbacher Landwirtschafts- und Forstamts 1.700 Hektar Waldfläche im Jahr 2006 dem Borkenkäfer zum Opfer gefallen sind, bekam der kranke Wald im Landkreis Ansbach hohen Besuch.

Für den bayerischen Landwirtschaftsminister Josef Miller hat die rasche Wiederaufforstung oberste Priorität. Bayern stellt im Doppelhaushalt 2007/2008 dafür Mittel in Höhe von 23 Millionen Euro zur Verfügung. Neben Buche, Eiche, Esche, Ahorn dürften nach Josef Miller leider auch "bewährte Gastbaumarten" wie Douglasie, Roteiche und Schwarzkiefer eine noch stärkere Rolle spielen.

Der Landesvorsitzende Hubert Weiger vom Bund Naturschutz in Bayern war ebenfalls im Landkreis. Er setzt bei der Aufforstung auf klimaresistente heimische Baumarten. Die Fichte müsse in den nächsten Jahren und Jahrzehnten durch Arten wie Tanne, Esche, Eiche oder Buche ersetzt und die Wälder in Mischwälder umgewandelt werden. Dazu werde aber mehr finanzielle Unterstützung benötigt. Die dazu notwendige Naturverjüngung erfordere eine Intensivierung der Jagd, nur dann habe der noch junge Wald ein Chance.

Der Bund Naturschutz hat überall im Landkeis Ansbach sogenannte Weiserzäune aufgestellt. Während innerhalb der Umzäunung durch die Naturverjüngung ein junger artenreicher Mischwald kostenlos heranwachsen kann, sieht man außerhalb der Umzäunung, durch einen hohen Rehwildbestand bedingt, keine jungen wohlschmeckenden Bäume. Dieser Zaun zeigt, dass die Jagd hier nicht stimmt!

Jeder Zaun zeigt es - außerhalb kommt nichts von selber hoch


Das Thema sorgt immer für hitzige Debatten. Hier ist stellvertretend ein Leserbrief von Heinz Bußler, der heut im Westmittelfranken-Teil der Fränkischen Landeszeitung erschienen ist. Heinz Bußler haben Sie ja bereits in meinem Tagebuchbeitrag vom 20. Mai kennengelernt.

Heimische Baumarten
 
Wetter ist nicht gleich Klima, und
die augenblicklichen "Wetterkaprio-
len" widersprechen nicht den Progno-
sen zum Klimaverlauf. Wald ist ein
vielschichtiges Ökosystem und viel
mehr als eine "produktionsorientier-
te" Holzplantage. Ökosystemare For-
schung über Interaktionen zwischen
Temperatur, Organismen und Bäumen
ist deshalb keine "Spielerei". Das
müssten eigentlich inzwischen alle
verstanden haben. Der in Westmittel-
franken nicht heimische "Brotbaum
Fichte" wird nicht zum ersten Mal
durch winzige Käfer in Verbindung
mit Stürmen und Erwärmung zum  
höchst problematischen "Brutbaum"
der Forstwirtschaft. Wer im Zeichen
des Klimawandels nicht auf das reich-
lich vorhandene heimische Baumar-
tenspektrum setzen will, sondern stän-
dig auf der Suche nach der neuen,
hochproduktiven und gleichzeitig un-
verwundbaren Nadelbaumart ist, wird
böse Überraschungen erleben. Die Ge-
schichte der Fichte in Westmittelfran-
ken nach dem Zweiten Weltkrieg ist
bestes Beispiel für nicht nachhaltiges
Wirtschaften. An der Reparatur der
Schäden dürfen wir uns wieder einmal
mit unseren Steuergeldern beteiligen.

Heinz Bußler, Feuchtwangen



Fledermausführung in Wittelshofen - Ferienprogramm
13. August 2007

Der Obst- und Gartenbauverein Wittelshofen hatte mich gebeten, im Rahmen des Ferienprogrammes mit den Kindern doch mal eine Fledermausführung zu machen. Das Wetter hat gepasst, die Fledermäuse sind nur so rumgeflitzt und es kamen - ich habe es in Wittelshofen zum ersten Mal angeboten - zwischen 44 bis 49 Teilnehmer.

Dieses mal habe ich keine eigenen Fotos gemacht, sondern zeige hier drei Filme zum Thema, gefunden bei YouTube. Viel Spaß!


Ferienprogramm im Arche Noah Garten der Sinne in Dinkelsbühl
03. August 2007

Heute war ich mit Karin Weidringer im Arche Noah Garten der Sinne in Dinkelsbühl. Natürlich nicht allein. 38 Kinder haben sich im Ferienprogramm angemeldet und uns begleitet.
 
Impressionen

Das Insektenhotel steht schon im Rohbau.

Das Insektenhotel steht schon im Rohbau

Blind über den Baumstamm zu balancieren ist gar nicht so leicht.

Blind über den Baumstamm zu balancieren ist gar nicht so leicht

Mutig sein und Spaß dabei haben.

Mutig sein und Spaß dabei haben

In manchen Rohren brummt es, in manchen Rohren summt es. Warum nur?

In manchen Rohren brummt es, in manchen Rohren summt es. Warum nur?

In der Pirouette dreht man - pardon Frau - sich mal schneller und mal langsamer. Warum nur?

In der Pirouette dreht man - pardon Frau - sich mal schneller und mal langsamer


Zeitreise zu den Kelten - ein Keltenfest
28. Juli 2007

Die Keltengruppe Epona Die Kelten blasen das Horn und laden zum Fest

Zeitreise zu den Kelten

Samstag, 28. Juli bis Sonntag, 29. Juli

Vor mehr als 2000 Jahren, also noch vor den Römern und Germanen, lebten hier bei uns die Kelten. Auf der alten Keltenschanze in Weiltingen habt ihr die einmalige Gelegenheit die Keltengruppe Epona und andere „echte“ Kelten zu erleben – Asterix und Obelix werden Wirklichkeit. Mit ihren Pferden, Waffen und dem Alltagsleben nehmen sie uns mit auf eine spannende Zeitreise. Wir laden euch ein, selber mal ein Feuer zu machen, sich an Metallverarbeitung zu versuchen, Münzgeld zu prägen, Schmuck herzustellen und vieles mehr. Details über die einzelnen Veranstaltungen erfahrt ihr bei der Anmeldung.

Wer kein Kind ist kann natürlich auch kommen. Details haben wir noch gar nicht ausgearbeitet, doch soviel sei schon einmal verraten. Es kommen einige historische Gruppen um die alte Keltenschanze in Weiltingen zu beleben.

Begleiten Sie uns doch einfach bei unserer spannenden Zeitreise von den Kelten bis zu den Alemannen und Franken - etwas für die ganze Familie.

Ausführlicher Bericht mit ganz vielen Bildern folgt!


Wachsmotten - eine ständige Gefahr für den Hummelstaat
21. Juli 2007

Der Hummelstaat hat sich prächtig entwickelt. Die ersten Geschlechtstiere sind schon geschlüpft. Nun wollte ich mit einer befreundeten Imkerin mal ins Nest schauen, ob auch alles in Ordnung ist. Die Wachsmotte soll besonders gerne Hummelnester in Nistkästen befallen. Also haben wir mal einen Blick riskiert.

Es ist gar nicht so einfach ins Hummelnest zu schauen. Bei den Feldwespen ist es da schon wesentlich leichter. Sie haben nur eine Wabe. Wunderschön. Ich beobachte Sie gerne.

Das Nest der Feldwespe ist gut einsehbar

Bei den Hummel müssen wir uns erst vorsichtig durch die Polsterwolle arbeiten.

Hier schaut Alexandra gerade vorsichtig ins Hummelnest ob alles in Ordnung ist
Diese Hummel traut uns nicht über den Weg und geht in Abwehrhaltung. Sie ist nicht allein. Doch bellende Hunde beißen nicht. Wir werden nicht angegriffen.

Diese Hummel traut uns nicht über den Weg und geht in Abwehrhaltung

Vor uns liegt ein prächtiges Hummelnest. Auf dem Bild sind die noch verschlossenen Brutkammern zu sehen. Dort wo die Brut schon geschlüpft ist, findet das offene Wachsgefäß als Honigtöpfchen Verwendung. Zwischen den Arbeiterinnen sind frisch geschlüpfte Geschlechtstiere zu erkennen: Zukünftige Königinen!

Ein prachtvolles Nest

Und deswegen machen wir das: Wachsmotten - eine ständige Gefahr für die Brut und damit für das gesamte Volk der Hummeln. Das Gespinst wurde entfernt. Das Hummelvolk kann sich weiter entwickeln, d.h. Geschlechtstiere produzieren.

Höchste Alarmstufe im Hummelstaat: Wachsmotten



Die BN-Kindergruppe "Waldgeister" aus Ansbach im ANGdS
21. Juli 2007

Heute hat mich Anita Lange mit den "Waldgeistern", der Kindergruppe vom Bund Naturschutz in Ansbach, im Arche Noah Garten der Sinne in Dinkelsbühl besucht. Es war eine kleine gemütliche Führung mit 16 Teilnehmern.


Kinder bekommen beim Bund Naturschutz voll den Durchblick - wobei, hier sollte man eigentlich hören, nicht durchgucken

Leider haben wir in Dinkelsbühl keine eigene Kindergruppe mehr.

Mehr Infos und Bilder von der Aktion finden Sie auf der Homepage der Waldgeister.


Fledermausführung mit der Maximilian Kolbe Schule in Dinkelsbühl
09. Juli 2007

Eine Klasse der Maximilian Kolbe Schule begibt sich auf die Spuren der Fledermäuse

Eine Klasse der Maximilian Kolbe Schule begibt sich mit mir auf die Spuren der Fledermäuse. In Dinkelsbühl kann man besonders gut diese lautlosen Jäger der Nacht beobachten. Sie wohnen dort in den alten Häusern und jagen im einmalig schönen Grüngürtel, der die gesamte Altstadt umgibt.

So feudal wohnen in Dinkelsbühl die Fledermäuse. Hier sehen Sie das Deutschordensschloss. Heute ist dort das Finanzamt untergebracht. Nein, die dort lebenden Fledermäuse gehören nicht zu den Vampirfledermäusen und sind keine Blutsauger sondern ausschließlich Insektenfresser. Die Fledermäuse von Dinkelsbühl distanzieren sich auch an dieser Stelle von den Aktivitäten der unter diesem Dach arbeitenden Menschen ;-)

Deutschordensschloss - heute Finanzamt

Die Jugendherberge: bei den Führungen beobachten wir immer den Ausflug der dort lebenden Breitflügelfledermäuse.

In der Jugendherberge leben Breitflügelfledermäuse




Mauersegler - ein Leben in den Lüften
08. Juli 2007

Walter Naser hat viele Nistkästen für Mauersegler an seinem Haus

Wir haben Mauersegler beobachtet. Walter Naser zeigte uns die lebhafte Brutkolonie an seinem Haus in der Altstadt von Feuchtwangen. Alle seine Nistkästen sind belegt. 12 Teilnehmer lauschten seinen unterhaltsamen Geschichten über diese interessanten Vögel. Bereits im August werden sie uns wieder verlassen haben. Mauersegler verbringen fast ihr ganzes Leben in der Luft und schlafen sogar dort oben. Nur zur Brutzeit kommen sie "zu uns" herunter.

Dem Naser Walter hört man gerne zu

Wenn die Mauersegler kommen ist ganz schön was los in der City

Wenn die Mauersegler kommen ist ganz schön was los in der City
 
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