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Naturschutztagebuch - Teil 16 |
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Naturschützer.
Lernen Sie die Natur
und den Naturschutz von einer anderen, persönlichen Seite kennen.

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Naturschutztagebuch - Forum
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Ein
kleiner Waldkauz kommt in die Vogelpflegestation
14. März 2009 ![]() Es
ist noch sehr früh im Jahr. Viele Zugvögel sind noch nicht im
Brutgebiet angekommen. Doch dem Waldkauz seine Jungen haben bereits das
Nest verlassen. Noch können sie nicht fliegen, als sogenannte
"Ästlinge" werden sie auf Ästen sitzend von den Altvögel
weiterversorgt. Selbst mitten in Ansbach, im Hofgarten, kann dieses
beobachtet werden. Ab und zu fällt halt einer der Jungvögel mal auf den
Boden. Von einem Menschen entdeckt - manchmal wäre es für die Jungen
besser, unentdeckt zu bleiben - landen diese dann in
menschlicher "Obhut". Der kleine Waldkauz heute hatte aber Glück. Denn
er landete im Ansbacher Tierheim. Nach einem Anruf von Günter Pfisterer
holte ich den kleinen Kerl dort ab und brachte ihn in die Pflegestation
von meinem Freund Reinhold Schuster nach Ellwangen. Reinhold bot dem
ausgehungerten Kerlchen erst mal eine Maus an. Er hat gute Chancen auf
eine Wiederauswilderung, sobald er fliegen kann. Ich war in diesen
Wochen
schon einmal in Ellwangen und zwar mit einem verletzten Turmfalken, der
inmitten der Dinkelsbühler Altstadt von Jens Bergler, dem Glockenwirt,
eingefangen worden ist. Auch dieser Patient ist auf dem Weg der
Besserung.
![]() Die Jahreshauptversammlung der BN-Ortsgruppe Dinkelsbühl 12. März 2009 Im Naturschutztagebuch konnten Sie bereits die Berichte über die letzte und vorletzte Jahreshauptversammlung lesen. Heuer zeigte Klaus Eberhardt Dias von 30 Jahren Biotoppflege durch den BN in unserem Raum. ![]() Helmut Altreuther, unser Kreisgeschäftsführer, nahm ausführlich Stellung zum geplanten Center Parcs in der Heide. Wir sind nicht gegen Center Parcs - wir sind gegen die Zerstörung des Heidewaldes! Zusammen mit dem Förderverein Naherholungsgebiet Mutschach Dinkelsbühl e.V. informierten wir über die aktuellen Entwicklungen zur geplanten Ost-Umgehung von Dinkelsbühl. Nach den beiden Kirchen lehnt nun auch die Stadt Wassertrüdingen den zuvor herbei gesehnten Raketen-Jesus ab 9. März 2009 ![]() Nur der Vollständigkeit halber: Nachdem die beiden Landeskirchen sich gegen den Riesen-Christus ausgesprochen haben, lehnte natürlich auch die Stadt Wassertrüdingen den zuvor herbei gesehnten Raketen-Jesus ab. Das Ergebnis war absehbar. Dass die hiesigen Entscheidungsträger dieses nicht erkannt haben, stimmt mich nachdenklich. Ich wiederhole mich mit der Frage, ob der Politik im Hesselbergraum nicht ein vernünftiges Maß und Ziel fehlt. Deutlich wird, wie die Verantwortlichen eine Region im Niedergang sehen und alles tun wollen, um dem entgegenzutreten. Deshalb wird alles begrüßt, was einer vermeintlichen wirtschaftlichen Entwicklung dient: Center Parcs, B131neu und nun das abgelehnte Disney-Pilger-Paradies mit Gewinnabsicht. Gen-Mais: Jetzt die Aussaat verhindern! 6. März 2009 ![]() Am letzten Montag hat die Bundesregierung im EU-Ministerrat überraschend für eine wegweisende Entscheidung gesorgt: Die EU-Kommission kann Österreich und Ungarn nicht dazu zwingen, ihre Gen-Mais-Verbote aufzuheben. Ein großer Erfolg, zu dem auch unsere Aktionen beigetragen haben! Nun hat Landwirtschaftsministerin Ilse Aigner in Deutschland keine Ausrede mehr: Sie muss den Gen-Mais MON810 auch bei uns verbieten! Die Zeit drängt: Im April soll die Aussaat von Gen-Mais beginnen. Landwirtschaftsministerin Aigner kann dies mit einem Verbot noch stoppen. Nun muss sie sofort handeln! Fordern Sie von Ilse Aigner, die Aussaat von Gen-Mais zu verhindern! Happy Birthday: 2 Jahre Naturschutztagebuch 5. März 2009 Beinahe wäre es mir schon wieder entgangen: vor zwei Jahren ist hier der erste Beitrag veröffentlicht worden. In unregelmäßigen Abständen erscheinen hier seitdem Artikel zum Natur- und Umweltschutz. In diesem Sinne: Happy Birthday Naturschutztagebuch! ![]() Im Naturschutztagebuch können Sie einen ehrenamtlichen Naturschützer begleiten und dabei die Natur und den Naturschutz kennenlernen. Ich gebe es unumwunden zu, dass ich die Absicht hege, Sie von der Natur zu begeistern und für den Naturschutz gewinnen zu wollen. Der Natur- und Umweltschutz ist ein wichtiges gesellschaftliches Anliegen geworden. So vielfältig wie die Natur sind auch die Betätigungsmöglichkeiten für jeden Einzelnen in diesem Bereich. Ich kann nur dafür werben, selber aktiv zu werden. Ich selbst engagiere mich ehrenamtlich beim Bund Naturschutz und bin Vorsitzender der Ortsgruppe Dinkelsbühl und stellv. Vorsitzender der Kreisgruppe Ansbach. Das Naturschutztagebuch ist (m)eine Meinungsseite und wird von mir ehrenamtlich geführt, d.h. ohne jede finanzielle Unterstützung oder gar Ausstattung. Deswegen bedanke ich mich an dieser Stelle bei allen, die mich still im Hintergrund unterstützen. Namentlich möchte ich mich bei Wolfgang Horlacher bedanken, der diese Seite - und nicht nur diese - als Webmaster betreut. Bei Ihnen, meine Damen Herren, möchte ich mich bedanken für Ihr Interesse an der Natur, dem Naturschutz und dem Naturschutztagebuch. Ich hoffe, Sie haben die eine oder andere Anregung mitnehmen können, um Ihre Spaziergänge in der Natur noch mehr genießen und Ihr Leben ein klein wenig umweltbewußter gestalten zu können. Flyer der 5. Ansbacher Artenschutzwoche ist online 4. März 2009 ![]() 20. bis 28. Juni 2009
5.
Ansbacher Artenschutzwoche (Flyer PDF) im Rahmen
von BayernTour
Natur
Der Flyer wurde freundlicherweise wieder von Reinhard Reck gestaltet. Bei ihm und bei Harro Werner, der sich auf Fehlersuche bei der Rechtschreibung begab, möchte ich mich besonders bedanken. Einen Blick hinter die Kulissen der Ansbacher Artenschutzwoche werfen können Sie in meinen alten Beiträgen vom 12. März 2008 und 17. März 2008. Das Magazin des Bundes Naturschutz in Bayern ist online 28. Februar 2009 ![]() querVideo: Riesen-Heiland: Kolossale Jesusstatue für Franken? 27. Februar 2009 Eigentlich sollte die 55 m hohe Christusstatue auf dem 1614 m hohen Predigtstuhl bei Bad Reichenhall stehen - aber die Oberbayern entschieden sich gegen das monumentale Projekt. Jetzt soll der Christus-Koloss in Franken errichtet werden, auf dem Eisler Hügel bei Wassertrüdingen. Der Stadtrat des 6000-Einwohner-Städtchens hat sich um das 20-Millionen Projekt beworben, und erhofft sich eine kräftige Belebung des Fremdenverkehrs durch die zahlreichen Pilger, die einen Gottesdienst in der Kapelle im Inneren des Jesus-Riesen miterleben wollen. Die Euphorie wird nur gebremst durch einige Skeptiker, die finden, dass der Koloss auch für die mittelfränkische Landschaft eine Nummer zu groß ist. Mit diesem Text kündigt die Fernsehsendung Quer im Bayerischen Rundfunk einen Beitrag an, der nun auch online zu sehen ist: www.storch24.de: Der erste Storch ist im Nest gelandet! 26. Februar 2009 Die diesjährige Storchensaison hat begonnen: Der erste Storch ist auf dem Alten Rathaus in Dinkelsbühl gelandet. Storchenexperte Thomas Ziegler wird ab heute wieder "aus dem Nest" und dem Leben der Störche in seinem Tagebuch berichten. Ein weiteres Video von der Demo widerlegt die Hammer-Vorwürfe 25. Februar 2009 Ein weiteres Video von der Demo widerlegt die Hammer-Vorwürfe. Es zeigt sehr deutlich die Bemühungen der Bürgerinitiative keinen Druck auf die Stadträte auszuüben. Man möchte mit Argumenten überzeugen. Standortregister: Gentechnik ohne Geheimnisse 23. Februar 2009 Die Bürger der EU haben ein Recht darauf zu erfahren, wo gentechnisch veränderte Pflanzen angebaut werden. Das entschied der Europäische Gerichtshof in Luxemburg. In Deutschland wird zurzeit außer einem Freisetzungsversuch mit einer genetisch veränderten Kartoffel in der Gemeinde Sanitz in Mecklenburg-Vorpommern noch genveränderter Mais der Firma Monsanto angebaut. Ein Standortregister steht auf der Internetseite des Bundesamtes für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (Quelle SZ v. 20.02.09). Mehr Informationen zum Thema Agro-Gentechnik: http://www.keine-gentechnik.de Schluss mit den Büttenreden! Die Naturschutzverbände ziehen in Bayern Bilanz. 22. Februar 2009 ![]() Enttäuschende 100-Tages-Umweltbilanz Die Bilanz der neuen bayerischen Regierung fällt bei der Umweltpolitik aus Sicht des Bundes Naturschutz enttäuschend aus. Ministerpräsident Horst Seehofer und Umweltminister Markus Söder haben bislang keine neuen Akzente für ein zukunftsfähiges Bayern gesetzt. (mehr) 100 Tage Bundeslandwirtschaftsministerin Aigner: Stillstand im Amt Die Zukunft von Kleinbauern ist in Deutschland ernsthaft gefährdet. EuroNatur-Präsident Vogtmann zieht ernüchternde Bilanz. (mehr) Schluss mit den Büttenreden! Parlamentarier müssen beim Wasser- und Naturschutzgesetz endlich Verantwortung zeigen. Anlässlich der anhaltenden Blockadepolitik der CSU hat der NABU an die Parlamentarier der großen Koalition appelliert, entschieden für ein bundeseinheitliches Naturschutzrecht einzutreten. „Gesetzgebungsverfahren sind keine Spielwiesen für profilierungssüchtige Minister oder Wahlkämpfer. Mit den parteipolitischen Büttenreden muss jetzt Schluss sein. Wir brauchen ein solides Wasser- und Naturschutzrecht noch in dieser Legislaturperiode und zwar mit verlässlichen, einheitlichen Standards“, sagte NABU-Präsident Olaf Tschimpke. (mehr) Weltweit größte Jesus-Statue soll in Wassertrüdingen mit Pilgerhotel gebaut werden 21. Februar 2009 ![]() Es vor wenigen Tagen habe ich wieder das Buch gelesen "Ich bin dann mal weg – Meine Reise auf dem Jakobsweg". Hier beschreibt Hape Kerkeling die Erlebnisse auf seiner Pilgerreise nach Santiago de Compostela, einem uralten Pilgerweg der Christenheit. Dabei spielte ich mit dem Gedanken einmal selbst zu diesem "Sternenfeld" und ans "Ende der Welt" mit dem Rad zu fahren. Meine nächste "Pilgerreise" wird mich aber eher ins 20 Kilometer entfernte Städtchen Wassertrüdingen führen. Denn dort las ich auf deren Homepage unglaubliches. Mit 55 Metern Höhe soll dort auf einer Anhöhe die weltweit größte Jesus-Statue mit einem Pilgerhotel gebaut werden. 20 Millionen Euro sollen hier investiert werden. Damit würde sogar die Jesus-Statue auf dem Zuckerhut in Rio de Janeiro in den Schatten gestellt. Nachdem dieses Projekt in Bad Reichenhall - nicht zuletzt am Widerstand der Kirchen - gescheitert war, hatte sich Wassertrüdingen aktiv um dieses Projekt bemüht. Bürgermeister Babel hat in einer nichtöffentlichen Stadtratssitzung darüber abstimmen lassen und will nur positive Ressonanzen bisher vernommen haben. Dieses kann ich persönlich nicht bestätigen. Es überwiegt meiner Meinung nach sogar die Ablehnung und ich frage mich ernsthaft, ob der Politik im Hesselbergraum nicht ein vernünftiges Maß und Ziel fehlt. Deutlich wird, wie die Verantwortlichen ihre Stadt im Niedergang sehen und alles tun wollen, um dem entgegenzutreten. Deshalb wird alles begrüßt, was einer vermeintlichen wirtschaftlichen Entwicklung dient: Center Parcs, B131neu und nun ein neues Disney-Pilger-Paradies mit Gewinnabsicht. Lesen Sie hier eine Stellungsnahme der Bezirksheimatpflegerin Dr. Andrea Kluxen zu diesem Thema: Stellungsnahme
zur geplanten Aufstellung
einer monumentalen Christusstatue bei Wassertrüdingen Die Berichte über die geplante Errichtung einer
monumentalen Christusstatue
bei Wassertrüdingen habe ich mit großem Befremden zur Kenntnis
genommen. Als Bezirksheimatpflegerin protestiere ich gegen die
Errichtung dieser
Monumentalstatue bei Wassertrüdingen aus mehreren Gründen: 1. Zerstörung von Kulturlandschaft Die beabsichtigte Statue würde die gewachsene
Kulturlandschaft zerstören.
Die westmittelfränkische Region um den Hesselberg ist nachhaltig
geprägt von
ganz unterschiedlichen, sehr differenzierten Charakteristika und
Ortsbildern.
Sie liegt mitten im Bereich der Romantischen Straße und dem Fränkischen
Seenland, wird beherrscht von dem höchsten Berg Mittelfrankens – dem
Hesselberg
-, hier verläuft das UNESCO-Welterbe Limes. Die Geschichte vom
Frühmittelalter
bis heute ist an dieser Kulturlandschaft ablesbar. Die Integrität der
gewachsenen Kulturlandschaft würde mit dem Bau dieser Statue stark
beeinträchtigt.
Sichtbezüge, Blickachsen, charakteristische Merkmale sowie Ablesbarkeit
der
historischen Landschaft werden durch die landschaftsprägende Position
der
Monumentalstatue auf einer Anhöhe zerstört. Dadurch, dass die Statue
höher als
der Wassertrüdinger Kirchturm sein wird, ist auch mit einer erheblichen
Beeinträchtigung der Einbettung des Stadtbilds in die umgebende
Landschaft zu
rechnen. Das Bayerische Verfassungsgericht hat mit Urteil vom 31.
Mai 2006
(Az.Vf.1–VII-05) darauf hingewiesen, dass es eine Pflicht zur Schonung
und
Erhaltung kennzeichnender Landschaftsbilder nach Art. 141, Abs. 1, Satz
4,
Bayerische Verfassung gebe. 2. Fränkische Frömmigkeitsgeschichte Die bayrischen Bezirke fördern Bräuche und
Regionalverbundenheit und setzen
sich für den Erhalt gewachsener Strukturen der populären Frömmigkeit
ein. In
die fränkische Region gehören Kapellen und Flurdenkmale, aber nicht
Figuren
monströsen Ausmaßes. Die Gigantomanie der geplanten Statue widerspricht
der
traditionellen fränkischen Volksfrömmigkeit. Im katholischen Lateinamerika, wo das Vorbild der Statue
angesiedelt ist,
gibt es deutlich unterschiedliche Kulturtechniken zu den in Franken
beheimateten Bräuchen; es herrscht ein unmittelbarerer Umgang mit
Kultbildern,
der keinesfalls übertragbar ist. Als Einwanderungsländer haben alle
amerikanischen Staaten darüber hinaus ganz andere Traditionen. Aber
selbst dort
erreicht die Christusstatue in Rio nicht annähernd die in
Wassertrüdingen
geplante Höhe. Auch das Argument, einen Wallfahrtsort zu "gründen"
greift hier in
Franken nicht; denn Pilgerstätten kann man nicht aus wirtschaftlichen
Interessen „gründen", sie haben historisch gewachsene Strukturen, sind
zumeist im Mittelalter aus der Bevölkerung heraus entstanden, nicht
selten
verbunden mit Heiligen, Gründungslegenden und Berichten von
Wunderheilungen.
All das liegt hier nicht vor. 3. Tourismus Die Errichtung einer Monumentalplastik, die angeblich
Touristen in die
Region ziehen soll, widerspricht zudem den Bemühungen um einen „sanften
Tourismus" in unserer Region, die mit den charakteristischen
Ausprägungen
unserer Kulturlandschaft, unserer Geschichte, unseren Traditionen und
Bräuchen
sowie unserer Kulinarik wirbt. Eine gigantische Statue konterkariert
diese
Bemühungen. Historisches Bewusstsein für Tradition und Heimat auf
der einen Seite sowie
wirtschaftliche Interessen und Innovation auf der anderen Seite müssen
in einem
ausgewogenen Verhältnis stehen, denn Vergangenheit und Zukunft sind
meiner
Ansicht nach die Grundlagen unseres Selbstverständnisses, unseres
kollektiven
Gedächtnisses und unserer Identität sowie unserer fränkischen
Kulturlandschaft.
Die geplante Monumentalstatue passt nicht dazu. Nicht ohne Grund hat man in Bad Reichenhall dieses
gigantomanische Vorhaben
abgelehnt. Die Stadt Wassertrüdingen sollte ihre Einstellung
dringend noch einmal
überdenken und sich gegen das Projekt entscheiden. Dr. Andrea
M. Kluxen Kulturreferentin
und Bezirksheimatpflegerin Bezirk Mittelfranken Ostumfahrung Dinkelsbühl: Demo und denkwürdige Stadtratssitzung 19. Februar 2009 ![]() Der blogfrog hat recht: Besser geht's wirklich nicht. Berichte und Fotos zur Demo und über die anschließende Sitzung des Stadtrates sowie zur kläglichen Flucht OB Hammers finden Sie hier. Sie können sich zurzeit nirgends aktueller und umfassender informieren. Ich habe sowohl die Demo als auch die anschließende Sitzung des Stadtrates besucht. Diese Sitzung ist von mehreren Stadträten im Vorfeld als "unnötig" bezeichnet worden und in der Tat habe ich dort keine neuen Informationen gehört. Die eine odere andere Frage von den Stadträten wurde, wenn überhaupt, dann nur unzureichend beantwortet. Oberbürgermeister Hammer und Bauamtsleiter Arndt haben halt wieder einmal für eine Umgehungsstraße geworben - mit den gleichen Argumenten wie immer. Wie immer sind sie dabei nicht auf die Argumente der anderen Seite eingegangen. Dass Oberbürgermeister Dr. Hammer nun ein Ratsbegehren möchte, welches er zuvor immer abgelehnt hatte, ist nichts weiter als ein Versuch, nun seinen Kopf aus der Schlinge zu ziehen, den er dort selbst hineingesteckt hatte. Keine Mehrheit mehr im Stadtrat für seine Position sehend, möchte er nun die Bürger entscheiden lassen. Der angebliche Druck, der auf den Stadträten laste, wäre zu groß geworden. Mir persönlich ist kein Stadtrat namentlich bekannt, der dies bestätigen wollte. Wie aus der FLZ zu entnehmen ist, wollte dies auch kein Fraktionsvorsitzender tun. Hingegen waren alle wieder einmal von der Hammer-Politik überrascht worden. Ich. Ich. Ich. Er will diese Umgehungsstraße durchsetzen. Um nichts weiter geht es ihm. Der Stadtrat von Dinkelsbühl sowie alle Anwesenden waren dabei die unfreiwillige Bühne seiner Inszenierung. Mit diesem Schritt zu diesem Zeitpunkt dürfte er nicht wenige seiner einstigen politischen Weggefährten und auch persönlichen Freunde verloren haben. Er hat zum Ende der Stadtratssitzung tief in sein Innerstes blicken lassen. Ein kurzes Video von der Demo
querVideo: Kleiner Grenzstreit über Lkw auf Abwegen 13. Februar 2009 Während die Bürger im bayerischen Dinkelsbühl jubeln, weil ihre Durchgangsstraße für den LKW-Verkehr gesperrt wurde, sind die Menschen ein paar Kilometer weiter in Baden-Württemberg frustriert! Denn dorthin hat sich der Laster-Transit verlagert. Doch jetzt holen die dortigen Anwohner zum Gegenschlag aus. Mit diesem Text kündigt die Fernsehsendung Quer im Bayerischen Rundfunk einen Beitrag an, der nun auch online zu sehen ist: Mit Fahrrad, Kind und Kegel - Klaus Eberhardt zeigt Dias 12. Februar 2009 Mit Fahrrad, Kind und Kegel Klaus Eberhardt zeigte bei unserem BN-Monatstreffen Dias von einer 10tägigen Radtour entlang der oberbayrischen Seen. Tochter Helene (14 Monate) war stets im Anhänger mit dabei. Es kamen rund 18 Interessierte in die Goldene Gans. Ein unbequemer Frosch im Internet 7. Februar 2009 ![]() Wer weiß schon, wann das Richtige aufhört und das Falsche beginnt? Deshalb empfinde ich eine gewisse Sympathie für die Unbequemen; sie sind das Salz in unserer Gesellschaft. Sollten Sie ihn noch nicht kennen, dann möchte ich Ihnen heute einen Frosch vorstellen. Einen ganz besonderen Frosch. Ich habe schon gedacht, sein Quaken ist nicht mehr zu vernehmen. Sein Teich ist das Internet, wo dieser Frosch ein bissiges, böses, aber durchaus unterhaltsames politisches Online-Tagebuch führt. Ich bin durch Zufall letzte Woche wieder darauf gestoßen, als ich eine IHK Info-oder-was-auch-immer-Veranstaltung in Sachen Dinkelsbühler Ost-Umgehung besuchte. Vielleicht waren Sie persönlich auf dieser Veranstaltung oder haben darüber in unserer Heimatzeitung gelesen. Eine gewohnt andere Sicht der Dinge hat hier wieder einmal unser Frosch. Gucken Sie einfach mal rein. Informationen zur geplanten Ortsumgehung von Dinkelsbühl 5. Februar 2009 Der Mautausweichverkehr an der B25 ist mittlerweile auf die Autobahn zurückgekehrt oder quält sich und die Anwohner auf neuen Ausweichrouten im Schwäbischen. Zumindest an der B25 hat man nun den Eindruck, es fahren zur Zeit weniger Lkw (siehe Presseartikel). Das Thema Verkehr wird uns aber weiterhin beschäftigen. Es geht aktuell um die B131neu, den Ausbau der B25 zur "getarnten Riesautobahn" und die umstrittene Ortsumgehung von Dinkelsbühl. Bitte lesen Sie hier das Positionspapier des Bund Naturschutz, Kreisgruppe Ansbach, zu Mautausweichverkehr und Ortsumfahrungen im westlichen Landkreis Ansbach. Es ist noch vom Sommer und war eine der ersten Wortmeldungen. Die BN-Ortsgruppe wird sich demnächst zur geplanten Ortsumgehung von Dinkelsbühl zu Wort melden. Die Entscheidung des Dinkelsbühler Stadtrates fällt voraussichtlich im März. Auch unsere Freunde vom Bund Naturschutz, Kreisgruppe Donau-Ries, haben sich aktuell mit der B25 beschäftigt. Ganz besonders möchte ich Ihnen die Internetseite www.rettet-die-mutschach.de empfehlen. Aktueller und umfassender können Sie sich nicht über die geplante Ortsumgehung von Dinkelsbühl informieren. WWF Deutschland hat keine Kooperation mit Center Parcs 4. Februar 2009 Um die Position der Naturschutzverbände zu schwächen, bringen die Befürworter eines geplanten Center Parcs in Dennenlohe immer wieder den Hinweis auf eine Kooperation von Center Parcs mit dem WWF. Dieses ist in der Form allerdings nicht richtig. Auf entsprechende Nachfrage schreibt der WWF Deutschland an einen Bürger des Landkreises: "...Der WWF Deutschland hat keine Kooperation mit Center Parcs. Es gibt allerdings eine Kooperation zwischen WWF Niederlande und Center Parcs. Diese Kooperation ist aber nur auf die Niederlande beschränkt und in Deutschland darf auf diese Kooperation nicht in Zusammenhang mit einem Center Parc in Deutschland hingewiesen werden, da hier ein entsprechend falscher Eindruck entsteht. Wir haben dies bereits unseren Kollegen vom WWF Niederlande mitgeteilt und werden auch Center Parcs darauf hinweisen." Bilder von einer Center-Parcs-Baustelle in Lothringen 3. Februar 2009 Wie Sie wissen, wenden sich Bund Naturschutz, Landesbund für Vogelschutz, die Initiative "Rettet die Heide" und viele Bürgerinnen und Bürger vehement gegen die Ansiedlung eines Center Parcs in der Heide, dem größten geschlosssenen Waldgebiet des Landkreises. Die wesentlichen Argumente der beiden Naturschutzverbände sind in einem Positionspapier von Anfang August zusammengefaßt. Diametral zu unseren vielen, sachlich begründeten Argumenten hat sich die Politik zu einem hohen Anteil für das Projekt ausgesprochen. Es ist zwar immer oberflächlich von einer "Rücksichtnahme auf ökologische Belange ..." die Rede. Eine solche erfolgt tatsächlich aber nur dann, wenn die Planungen für das raumunverträgliche Projekt sowie der Verkauf von mindestens 150 Hektar Bürgerwald sofort gestoppt werden. Der Eingriff ist nicht ausgleichbar. Von Befürworterseite wird immer eine besondere Umweltfreundlichkeit der Center Parcs suggeriert: 90 % des (ohnehin schon sturmgefährdeten) Waldes sollen unberührt bleiben, es könne sogar eine ökologische Aufwertung erfolgen. Wie die Realität aussieht, geht aus der beiliegenden Diaserie hervor. Diese zeigt den im Bau befindlichen Center Parcs in Lothringen. So soll also die Erhaltung von 90 % des Baumbestandes aussehen. Vor allem die Luftbilder zeigen den brutalen Eingriff in das offenbar bislang ebenfalls zusammenhängende Waldgebiet dort, welch hoher Rodungsanteil in der Praxis wirklich Sache ist, die Erdbewegungen dürften erst am Anfang stehen. Dabei betonen wir, dass - unabhängig vom schon optisch brutalen Eingriff in den Naturhaushalt - die tiefergehenden ökologischen Auswirkungen wie negative Veränderung des Wasserhaushaltes, Auswirkung auf störungsempfindliche Tierarten usw. gar nicht Gegenstand der Diaserie sind. Die Fakten bestätigen leider überdeutlich, dass Center Parcs eine intakte Natur weitgehend als Kulisse für ihr Geschäftsfeld betrachtet. Bayerns Wälder bald eingezäunt? - BN und Jäger protestieren gegen elf Kilometer langen Zaun im Oettinger Forst 26. Januar 2009 ![]() Lesen Sie hier eine Pressemitteilung
des BN Donau-Ries zu diesem brisanten Thema.
![]() Josef Feilmeier am Hesselberg 25. Januar 2009 Unsere Pressemitteilung wird hier demnächst online gestellt. Wir bitten um etwas Geduld. Veranstaltungshinweis: Das „Bündnis gentechnikanbaufreier Landkreis Ansbach“ lädt alle Interessierten am Sonntag, 25. Januar 2009, zum Vortrag „Gentechnikfrei auf Feld und Teller“ ein. Der Referent, Josef Feilmeier aus dem Raum Passau ist Landwirt, Mischfutterhersteller und betreibt ein landwirtschaftliches Lagerhaus. Er beschäftigt sich seit 15 Jahren mit der sog. „Grünen Gentechnik“ und ist seither zu einem ihrer profiliertesten Kritiker aus dem landwirtschaftlichen Bereich geworden. Bei seinen Vorträgen räumt er auf mit dem Märchen von der „friedlichen Koexistenz von gentechnisch veränderten und natürlichen Pflanzen“ und vielen anderen Behauptungen von Gentechnik-Befürwortern, so die Veranstalter. Der renommierte Experte zeigt aber auch konkrete Möglichkeiten für Landwirte auf, gentechnikfreie Futtermittel zu beziehen und gentechnikfrei zu wirtschaften, ebenso gibt es fundierte Informationen für Verbraucher. Beginn ist um 19.30 Uhr im Evangelischen Bildungszentrum am Hesselberg. Greifvogel-Petition des WWF in Niederösterreich 15. Januar 2009 ![]() Endlich unternimmt der WWF Östereich etwas gegen den geplanten Abschuß von Habicht und Mäusebussard in Niederösterreich. In einer Petition an den niederösterreichischen Naturschutzlandesrat Josef Plank sollten möglichst viele Unterschriften übermittelt werden! Meines Erachtens könnte der öffentliche Druck durch den WWF und Birdlife Austria zu einer Rücknahme der Verordnung führen, und dadurch auch vielen anderen Arten das Leben retten, die der Jäger für Habicht oder Mäusebussard hält. Hier können Sie den Text der Petition lesen und "unterschreiben": BN-Vortrag: Regenwassernutzung im Haushalt 8. Januar 2009 ![]() Für einen stärkeren Einsatz der Regenwassernutzung plädierte Helmut Altreuther, Kreisgeschäftsführer des Bund Naturschutz, bei einer Informationsveranstaltung des BN in Dinkelsbühl. Weltweit sei genauso wie regional eine Verknappung und Qualitätsverschlechterung der Trinkwasservorräte zu beklagen. Erster Schritt zum Trinkwassersparen den jedermann tun könne, seien Verhaltensänderungen bei der Anwendung sowie technische Maßnahmen wie z. B. Durchflussbegrenzer bei den Armaturen. Der zweite Schritt sei es, dort, wo keine Trinkwasserqualität benötigt wird, z. B. zum Gartengießen, zur WC-Spülung und zum Wäschewaschen, dieses durch Regenwasser zu ersetzen. Damit lasse sich der Trinkwasserverbrauch im Haushalt halbieren. Wenn dies flächig erreicht werde, brauche man über Neuerschließungen von Tiefenwasser und manche teuren Regenrückhaltebecken bei Gemeinden nicht mehr diskutieren. Zisternen hätten zudem auch Rückhaltefunktion. Altreuther stellte die einzelnen Bausteine einer Regenwasseranlage vor und gab viele praxisorientierte Hinweise. Am besten seien immer unterirdische Behältnisse, weil das Wasser dort kühl und ohne Lichteinfall, frei von Verkeimungsgefahr gelagert sei. Notfalls seien aber auch freistehende Behältnisse in Kellerräumen möglich. Die Industrie biete sowohl in Beton als auch in Kunststoff geeignete Behältnisse jeder Größe an. Vom Fachhandwerk werden inzwischen Komplettlösungen angeboten, die alle notwendigen Komponenten wie integrierte Filter, Wasserstandsanzeige, Hauswasserwerk und Trinkwassernachspeisung enthielten. Als Schlüsselstelle bezeichnete Altreuther den Filter, der jeder Zisterne vorgeschaltet sein müsse. Hier empfahl er unbedingt selbstreinigende Filter, weil diese wartungsarm seien und die beste Wassereinlaufqualität sicherstellen. So gereinigtes Regenwasser sei ohne Problem auch zum Wäschewaschen geeignet. Bei der Installation sei immer ein separates Leitungsnetz mit Edelstahl- oder Kunststoffrohren notwendig, es dürfe keine Verbindung zum Trinkwassernetz bestehen. Nachhaltig warb Altreuther für den Einbau von Regenwasseranlagen in bestehenden Häusern: „Nachdem nur im Wohnbereich die Leitungen unter Putz gelegt werden müssen, hält sich sich der Zusatzaufwand im Vergleich zu Neubauten in Grenzen“. Er sprach sich auch dafür aus, den Zisternenüberlauf nur im Notfall an den Schmutzwasserbereich anzuschließen. Bei den meisten Grundstücken sei eine Versickerung des Überschusswassers möglich. Nur so komme es der Grundwasserneubildung zu gute und sei die optimale Entlastung von Kläranlagen gewährleistet. Zur Frage der Wirtschaftlichkeit meinte Altreuther, dass sich eine solche bei Investitionskosten von etlichen Tausend Euro bei den noch immer sehr niedrigen Preisen für Trink- und Abwasser im rein wirtschaftlichen Sinn nur schwer errechne. Bei zukünftig deutlich höheren Kosten und gebührengerechteren Abwassersatzungen mit gesplitteten Gebühren sehe dies deutlich anders aus. Bislang hätten im Landkreis erst die Städte Ansbach und Leutershausen eine solche Satzung. Eine Regenwasseranlage ist daher – auch im Gewerbebereich – eine Investition in die Zukunft, ökologisch rechnet sie sich immer, weil Trinkwasser zu schade als Transportmittel für Fäkalien ist. Hier können Sie sich unseren neuen
Flyer zu diesem Thema ansehen.
Über 70 Teilnehmer an der traditionellen Winterwanderung des BN am Hesselberg 28. Dezember 2008 ![]() Seit über 30 Jahren lädt der Bund Naturschutz am 2. Weihnachtsfeiertag zu einer Winterwanderung auf den Hesselberg ein. Nach einem Familientermin nach dem anderen, immer verbunden mit reichlichem Essen, wollen die Leute sich einfach in der Natur draußen bewegen. Deshalb folgen bei schönem Wetter auch so viele Menschen unserer Einladung. Seit diesem Jahr mache ich nun diese beliebte Wanderung. ![]() Geändert hat sich nur der Termin: der Sonntag nach Weihnachten. Ich habe die vielen Menschen gar nicht gezählt. Friedrich Schellmann zählte, als noch gar nicht alle da waren, 70 Teilnehmer. Mit ihm und Karl Engelhard, dem Bürgermeister von Ehingen, bildeten wir ein bewährtes Trio. Die Themen waren u.a. das Verschwinden der Fichte auf dem Berg und die Wiederaufforstung großer Flächen mit standortgerechtem Mischwald; die unglaublichen Baupläne der Nazis für eine von insgesamt zehn geplanten Adolf-Hitler-Schulen im Dritten Reich und die Entbuschungsaktionen, über die ich hier schon des öfteren berichtet habe. Selbstverständlich habe ich die Teilnehmer dieser Wanderung dazu eingeladen. Die in einem herumgereichten Hut gesammelten Spenden, habe ich der Gemeinde Ehingen für diesen Zweck zur Verfügung gestellt. Wer beim nächsten Arbeitseinsatz dabei ist, kann es sich bei einem darauffolgenden Helferessen in Form eines Lammbratens zurückholen. Nach einer zweistündigen Wanderung bei schönstem Winterwetter kehrten wir beim "Beck" in Ehingen für weitere zwei Stunden ein. ![]() Die Bilder in diesem Beitrag
sind von Barbara Langston.
Dr. Vandana Shiva, Trägerin des alternativen Nobelpreises, am Hesselberg 1. Dezember 2008 Erst am 5. Januar war der Nobelpreisträger Percy Schmeiser bei uns uns sprach über die Gentechnik und Monsanto. Heute war mit Dr. Vandana Shiva erneut eine Trägerin des alternativen Nobelpreises im Hesselbergraum. Lesen Sie hier eine Pressemitteilung von Dr. Christine Marx: ![]() Landwirte halten die Zukunft der Natur in der Hand Artenvielfalt ist Grundlage für eine Vielfalt an Lebensmitteln HESSELBERG – Am 1. Dezember war Dr. Vandana Shiva, Trägerin des alternativen Nobelpreises, zu Gast beim Evang. Bildungszentrum Hesselberg. Die Bildungseinrichtung und ihre Fachstelle „Kirche im ländlichen Raum“ luden zusammen mit „Brot für die Welt“ zu einem Abendvortrag der indischen Umweltschützerin und Menschenrechtsaktivistin ein. Ökologischer Landbau ist heute der einzige Weg, den giftigen Einsatz von Chemikalien zu vermeiden, ist Shiva überzeugt. Landwirte halten die Zukunft der Natur in der Hand, folgerte sie. Gefordert sei ein Umdenken zur bisherigen Praxis und die Suche nach Alternativen. Doch dies erfordere eine Änderung des Bewusstseins in der Gesellschaft. Und dieser wiederum müsse die Einsicht vorausgehen, das derzeitige System werde zusammenbrechen. Die Zeichen dafür könne man schon jetzt erkennen, ist Shiva sicher. Die Umweltschützerin versucht seit über 30 Jahren herauszufinden, warum die Landwirtschaft an den Rand gedrängt wird. Shiva beschäftigte sich dabei auch mit der von der Weltbank eingeführten „grünen Revolution“. Durch sie sollte etwa in Indien die Armut bekämpft und die Ernährung bei einer stark wachsenden Bevölkerung gewährleistet werden. Dabei zwang man das Land zur Umstellung seiner bisherigen traditionellen Landwirtschaft. Es wurden Chemikalien (Pestizide, Dünger) eingeführt. Da die bisher angebauten Pflanzen diese nicht annahmen, veränderte man die Pflanzen. Das Saatgut für die neuen Pflanzen pries man als Wundermittel an. Der indischen Landbevölkerung wurde versprochen, die „grüne Revolution“ bringe mehr Essen – doch das Gegenteil war der Fall. Die neuen Pflanzensorten können ohne chemische Mittel nicht wachsen. Und ihre Samen können im nächsten Jahr nicht ausgesät werden. Außerdem wurde ein „Krieg“ gegen die Biodiversität (= Artenvielfalt) geführt. Zugunsten einer nun in Monokultur angebauten Reisart mussten viele der bisher angebauten Sorten (etwa Linsen), aber auch andere Reisarten wegfallen. Shiva ist sicher: Durch den Einsatz von Chemikalien gerät die natürliche Balance der Arten außer Kontrolle. Vorher konnte Baumwolle ohne Schädlingsbekämpfungsmittel angebaut werden. Heute beziehen sich 90% des Pestizideinsatzes in Indien auf die Baumwolle, so Shiva, – doch mit welchen Auswirkungen. Schafe und Ziegen werden krank, weil sie auf den Baumwollfeldern weiden. Arbeiter bekommen Allergien und werden krank – und die Farmer geraten gar in die „Falle der Gentechnik“. Shiva nahm dabei Bezug auf das Verhalten der Firma Monsanto. Alle „primitiven“, d.h. ursprünglich verwendeten Saaten wurden von Monsanto aufgekauft. Über Nacht hätte sich damit ein Wandel in der Landwirtschaft eingestellt. Es gäbe jetzt nur mehr genverändertes Saatgut. Die Bauern hätten kein eigenes Saatgut mehr und müssten dieses daher teuer von Monsanto erwerben. Da die versprochenen Erträge aber ausblieben, gingen die Einnahmen aus der Ernte zurück. Ein Teufelskreis beginnt. Die Farmer verschulden sich, um teures Saatgut und Chemikalien zu kaufen. Viele sehen keine Möglichkeit mehr, die Situation zu ändern. In den letzten 10 Jahren hätten mehr als 200.000 Landwirte in Indien deshalb Selbstmord begangen, so Shiva. Die Physikerin prangerte dabei v.a. die genannte Firma an. Sie hätte billig vorhandenes Saatgut aufgekauft und verkaufe jetzt teures genverändertes Saatgut und Chemikalien. Das geltende System schaffe Hunger und Fehlernährung. Wenn es sich so weiterentwickle, werde sich die Zahl der Menschen erhöhen, die schlecht ernährt sind, und der Anteil der Landwirte werde sinken, so die Zukunftsvision Shivas. Fünf große Firmen – Monsanto ist eine davon – kontrollieren die Märkte und schaffen Abhängigkeit. Shiva rief die Zuhörenden auf: „Wir müssen unsere Freiheit verteidigen und die Vielfalt der Lebensmittel schützen.“ Die Vielfalt der Lebensmittel beginne aber mit der Vielfalt der Arten. Freiheit bedeute damit, dass man zwischen den Saaten wählen und diese mit Nachbarn austauschen könne. Würden Patente gelten, wäre es etwa den Bauern verboten, Saaten zu verteilen bzw. auszutauschen. Das dürfe nicht geschehen, warnte Shiva eindringlich. In Indien hat sie deshalb das Projekt Navdanya gegründet. Dort lege man örtliche Saatenbanken an. Der Samen wird dort nicht nur gelagert, sondern ausgesät bzw. an Landwirte verteilt. Und man hilft den beteiligten Bauern einen Markt für ihre angebauten Produkte zu finden. Navdanya ist erfolgreich und gibt jungen Menschen wieder Mut, als Landwirt tätig zu sein. Die Mitarbeiter des Projektes kämpfen dabei für die Erhaltung der Artenvielfalt und für die Rettung der herkömmlichen Anbaumethoden. Bilder und Bildunterschriften: ![]() ![]() ![]() |