Naturschutztagebuch - Teil 14

Begleiten Sie einen ehrenamtlichen Naturschützer.
Lernen Sie die Natur und den Naturschutz von einer anderen, persönlichen Seite kennen.

Neu: Naturschutztagebuch - Forum
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Ich bin dann mal weg und radel eine Woche entlang von Altmühl, Donau und Wörnitz
28. Juni 2008


Mit dem Rad entlang von Altmühl, Donau und Wörnitz

Morgen beginnt meine Radtour entlang von Altmühl, Donau und Wörnitz. Die nächste Woche werden hier also keine Beiträge von mir veröffentlicht werden.

 

In zwei Tagen vier Führungen im Arche Noah Garten
26. Juni 2008


In zwei Tagen hatte ich vier Führungen im Arche Noah Garten der Sinne in Dinkelsbühl.

Ein Teil der Kinder posiert an den Skulpturen von Ernst Steinacker

Gestern kamen zwei 5. Klassen mit 20 Kindern und vier Betreuern von den Förderzentren Gunzenhausen und Schwabach. Einsetzender Regen beendete leider diese Führung frühzeitig. Danach haben die Kinder ein junges Stockentenküken im Rothenburger Weiher gefangen.

Flugs fingen die Kinder ein Stockentenküken am Rothenburger Weiher

Heute hätte ich mich beinahe in meinen Terminen verheddert. Drei Gruppen wollten sich von mir den Arche Noah Garten erklären lassen. Letztendlich lief es wie am Schnürchen. Zuerst kamen 18 Kinder von der Grundschule Aalen-Waldhausen und danach 38 Kinder von der Friedrich-Güll-Schule, Ansbach.

Gruppenbild einer Klasse der Friedrich-Güll-Schule Ansbach

Sag bloß, es war langweilig? ...anscheinend war es doch nicht sooo langweilig :-)


Uferschwalben haben eine neue kleine Kolonie in Wilburgstetten gegründet
20. Juni 2008


Hier sehen Sie Uferschwalben vor einer Brutröhre

Der Sandunternehmer Josef Haas von der Firma Brenner & Haas hat mir heute von einer neuen kleinen Uferschwalbenkolonie in einer Steilwand auf seinem Betriebsgelände berichtet. Ich konnte bei meinem kurzen Besuch zehn Röhren und etwa sechs Vögel zählen.

Uferschwalben haben eine neue kleine Kolonie bei Wilburgstetten gegründet


Die braue Uferschwalbe ist die kleinste unserer drei heimischen Schwalben. Früher lebte sie an den Steilwänden, die die Flussdynamik jedes Jahr neu schuf. Doch heute, da unsere Flüsse alle gezähmt sind, weicht sie auf die Steilwände von Sandgruben aus, in die sie ihre Röhren gräbt, an deren Ende die Brutkammer sich befindet. Dafür hat sie extra an den Beinchen ein kleines hartes Büschelchen Federn - zum hinauskehren des gerade abgegrabenen Sandes.

Momentan kenne ich neben dieser Kolonie noch eine in Gaxhardt, möglicherweise ist die am Sportplatz von Wittelhofen noch besetzt, und natürlich die Kolonie in Oberkemmathen. Das Vorkommen der Uferschwalbe begrenzt sich in meiner Gegend auf wenige Kolonien. Sobald aber eine geeignete Steilwand angeboten wird, kann sie, wie ich schon mehrmals beobachten konnte, sehr schnell besiedelt werden.

Uferschwalben kann man also ganz leicht helfen. Sie brauchen jedes Jahr nur eine frische Steilwand, in der sie ihre Röhren anlegen können. Josef Haas hat für diese Artenschutzmaßnahmen schon mehrmals eigenen Grund oder einen Bagger zur Verfügung gestellt.



E.ON stoppt Bundesadler - Seeadler stirbt an ungesichertem Strommast
15. Juni 2008


Nicht jeder hat einen so kooperativen Energieversorger wie wir mit N-ERGIE. Natürlich geht vieles uns Naturschützern viel zu langsam. Aber es könnte schlimmer sein. Stichwort E.ON. Dem Energieriesen geht der Artenschutz und der Sinn des Naturschutzgesetzes trotz Rekordgewinne anscheinend völlig am Arsch vorbei.

E.ON verhindert die Ansiedlung eines 3. Seeadlerpaares in Bayern (Foto LBV/Nerb)

Wie erst jetzt bekannt wurde, verunglückte Anfang Mai ein männlicher Seeadler im Landkreis Schwandorf an einem ungesicherten Strommast. Die Ansiedlung des dritten Brutpaars in Bayern ist damit gestoppt, weil der Stromversorger das Naturschutzgesetz nur schleppend umsetzt. Lesen Sie weiter beim LBV.


Radtour entlang grüner Wiesen mit LBV und N-ERGIE
14. Juni 2008


Heute nahm ich an einer gemütlichen Radtour von LBV und N-ERGIE im Rahmen der Artenschutzwoche teil, die uns vorbei an Storchennestern, vogelschutzgerecht nachgerüsteten Freileitungsmasten und artenreichen Wiesen führte.

Die Radler bei Neunstetten mit Günter Möbus und Thomas Bruch (von links)

Der LBV-Kreisgruppenvorsitzende, Günter Möbus, möchte durch die Artenschutzwoche die Menschen für die Natur begeistern, in dem er deren schönste Seiten zeigt. Kritische Diskussionen sollen einmal außen vor bleiben. Dank einer guten Zusammenarbeit mit N-ERGIE, besonders mit dem dortigen Vogelschutzbeauftragten Thomas Bruch, gelingt ihm dies sogar beim Thema "Stromtod von Vögeln".

Gerade an der Altmühl kann man die Anstrengungen unseres regionalen Energieversorgers positiv vermitteln. Es gibt zwar auch Gebiete, in denen wir noch nicht so weit sind, doch diese sollen heute nicht das Thema sein.

Thomas Bruch zeigt eine Markierung die an Leitungen die Kollision mit Vögeln verhindern helfen soll
Diese Stromleitung bei Neunstetten wird abgebaut und durch Verkabelung ersetzt

Hier zeigt uns Thomas Bruch gerade einen neuen Versuch, wie man den Anflug von Vögeln an Stromleitungen verhindern möchte. Mit solchen Markierungen an Stromleitungen wird bereits in anderen Gebieten gearbeitet. Das darauffolgende Bild zeigt eine im Altmühlgrund bei Neunstetten stehende Stromleitung, die Sie so im nächsten Jahr nicht mehr sehen werden. N-ERGIE möchte diese Trasse abbauen und durch eine Verkabelung ersetzen. Uns freut das, halten wir doch die Verkabelung für die beste aller Möglichkeiten. Allerdings verwies Thomas Bruch auch auf die Schwierigkeiten und Kosten welche damit auf die Energieversorger zukommen. 

Die Trafohäusschen müssen noch gesichert werden. 

Das nächste Foto zeigt ein Trafohäuschen. Hier setzen sich gerne Vögel wie der Turmfalke rein. Die stromführenden Teile müssten isoliert werden um den Stromtod zu vermeiden. Hier ist man gerade dabei, gemeinsam eine Lösung zu finden.

Im Altmühltal haben wir viel schützenswertes gesehen. Die Storchennester sind so gut besetzt wie lange nicht, der große Brachvogel stocherte im feuchten Wiesenboden und manche Kiebitze haben späte Junge. Eines dieser Kiebitzküken hat Günter Möbus gefangen - und nachdem wir es kurz anschauen durften - von der unsicheren Straße in einen Maisacker gebracht, wo schon seine Mutter sehnsüchtig wartete.

Ein kleines Kiebitzküken in der Hand von Günter Möbus

Weitere Beiträge von mir zum Thema Stromtod:
Schon wieder ein Stromopfer (02.05.08)
Stromtod von Vögeln - der Naturschutz im Dialog mit N-ERGIE (10.04.08)


Die Vorbereitungen für unser Zeltlager haben begonnen
12. Juni 2008


Die Vorbereitungen für unser traditionelles BN-Zeltlager haben begonnen. Ab sofort können Kinder unter der Nummer 0171 958 42 08 angemeldet werden.

Wir freuen uns schon auf das nächste Zeltlager 

Zeltlager der Hesselbergstrolche wird ein Piratenlager

Der Bund Naturschutz lädt zu einem Natur-Erlebnis-Wochenende am Hesselberg ein.
Von Samstag, den 23. August bis Montag, den 25.August

Ort: Badeweiher in Röckingen am Hesselberg

Treffpunkt: 23.08.08 um 9 Uhr am Feuerwehrgerätehaus Gerolfingen

Alter: 8 – 12 Jahre

Mitbringen: Zelt, Isomatte, Schlafsack, feste Kleidung, Regenjacke, Gummistiefel, Badesachen, Taschenlampe, Sonnenschutz, geeignetes Geschirr (Teller, Tasse, Besteck), selbstgebackener halber Kuchen o. Hefezopf. Handys müssen zuhause bleiben!

Kosten: 30 Euro

Abholung durch die Eltern am 25.08.08 um 18 Uhr. Bitte nicht früher.

Anmeldung und weitere Informationen bei Thomas Joas unter 0171 958 42 08.
Veranstalter: Bund Naturschutz, Ortsgruppe Dinkelsbühl



Agrarökologische Flächen in der Kulturlandschaft
11. Juni 2008


Die Vielfalt in diesen Flächen ist offenkundig: Schmetterlingsraupe

Die Bauern sind wichtige, unverzichtbare Partner für den Naturschutz in einer Kulturlandschaft. Deshalb habe ich mich sehr gefreut, dass das Landwirtschaftsamt im Rahmen der Ansbacher Artenschutzwoche die agrarökologischen Flächen in unserer Kulturlandschaft vorgestellt hat. Von diesen Flächen haben wir in Mittelfranken nur 639 Hektar, davon finden sich 314 Hektar im Landkreis Ansbach.

So schön kann es auf den "agrarökologischen" Flächen blühen Gleich daneben sehen wir eine intensiv genutzte, gerade erst ausgeräumte "Normallandschaft"

Während Harald Mayer vom Amt für Landwirtschaft und Forsten bei einem Spaziergang Flächen bei Neuendettelsau zeigte, war ich bei seiner Kollegin, Maria Stichlmair, die zeitgleich bei Schopfloch uns diese Flächen und die darin enthaltene Vielfalt zeigte. Mit dabei waren Landwirte, die Interesse haben, hier Flächen einzubringen. Diese freiwilligen und befristeten Maßnahmen werden von staatlicher Seite honoriert. Das Landwirtschaftsamt möchte im nächsten Jahr wieder dabei sein.

Während Harald Mayer vom Landwirtschaftamt bei einer Führung bei Neuendettelsau war... ...zeigte uns Maria Stichlmair agrarökologische Flächen bei Schopfloch

Zum Zeitungsartikel bitte auf das Bild klicken

Zum Zeitungsartikel von Peter Tippl bitte hier klicken

Bei dieser Gelegenheit möchte ich Sie auf meine Beiträge im Naturschutztagebuch über die Ackerwildkräuter-Projekte im Ries noch einmal aufmerksam machen. Ein Besuch dieser Flächen wäre in diesen Tagen eine Augenweide:

Ackerwildkräuter-Schutzgebiet Rankenäcker bei Minderoffingen (24.06.07)

Albertus-Magnus-Tagung am Riegelberg (23.06.07)



Größter privater Naturschutzpreis an Wiesenweihenschützer
11. Juni 2008


Die Wiesenweihe ist ein sehr seltener Bewohner unserer Feuchtgebiete und Flusslandschaften. So habe ich das am Anfang meines Naturschützerseins noch gelernt. 1994 hatte Herbert Klein aber einen Brutversuch dieses Greifvogels in einem Getreidefeld bei Würzburg bemerkt. Seitdem hat ihn dieser schöne Vogel nicht mehr losgelassen.

Doch Wiesenweihen sind Bodenbrüter, damit besteht die Gefahr, dass die noch nicht ausgeflogenen Jungvögel bei der Getreideernte vom Mähdrescher verschlungen werden. 
Die Herausforderung liegt für die Vogelschützer darin, alle Bruten vor der Ernte ausfindig zu machen. Durch eine enge Zusammenarbeit zwischen Landwirten und Vogelschützern wird bis zur Ernte der Horstbereich abgegrenzt. Eine Restfläche von ca. 50 x 50 m wird vom Abernten ausgespart, bis alle Jungvögel ausgeflogen sind. Für den entstehenden Mehraufwand und die Ernteverluste werden die Landwirte entschädigt.
 
2004 war ich zusammen mit Matthias Bräuer bei Herbert Klein in Uffenheim. Er nahm uns mit als er "seine" Wiesenweihen in den Getreidefeldern beringte. Daran musste ich eben denken, als ich von der Preisverleihung gelesen habe.

Die Zahlen belegen eindrucksvoll den Erfolg dieser Artenschutzmaßnahme. Im vergangenen Jahre waren von 137 Paaren 114 erfolgreich gewesen. 389 Jungvögel konnten ausfliegen. Das ist ein persönlicher Erfolg von Herbert Klein, Gudrun Pauldrach, Harro Werner und vielen anderen. Mittlerweile werden die ersten erfolgreichen Bruten aus dem Landkreis Ansbach bekannt. Im Ries brüten sie schon länger erfolgreich. Herzlichen Glückwunsch von meiner Seite zu diesem Erfolg und natürlich zu diesem Preis!

Ob die Wiesenweihen auch in meinem Gebiet auftauchen werden? Und damit stellt sich für mich die Frage, ob ich bereit wäre, jedes Jahr 4.000 bis 10.000 Kilometer zu fahren und meine Zeit damit zu verbringen, aufwendig die Nester in den Getreidefelder zu suchen. Letztendlich ist es eine künstliche Population, die hier entsteht. Immer darauf angewiesen, dass sich ein Naturschützer darum kümmert. Ich frage mich, wer die anderen anstehenden Aufgaben im Naturschutz dann angehen soll. Wer kümmert sich um die Feuchtgebiete und Flusslandschaften, die ursprünglichen Lebensräume der Wiesenweihe. Für mich habe ich eine Entscheidung getroffen. Am Wiesenweihenschutz kann ich mich in meiner Region, wenn er denn einmal anstehen sollte, nicht beteiligen. Zumindest fehlt mir die Zeit, um aufwendig die Nester zu suchen. Allenfalls eine Mitarbeit an der Koordination der Schutzmaßnahmen könnte ich mir vorstellen. Es gäbe sicher Menschen, die bereit und in der Lage wären, der Wiesenweihe in unserem Raum zu helfen. Die gilt es dann zu finden.



Verändert der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling den Verlauf einer geplanten Umgehungsstraße?
10. Juni 2008


Der seltene Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling

Selten ist er, unscheinbar sieht er aus und hat einen komplizierten Namen: Der Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling. Naja, zumindest hat er einen deutschen Namen. Das kann nicht jeder Schmetterling für sich in Anspruch nehmen.

Eine Wiese mit dem Großen Wiesenknopf Die Blüte vom Großen Wiesenknopf

Interessant ist seine Lebensweise. Er lebt an typischen Wiesenknopfstandorten, teilweise genügt ein feuchter Graben
in dem die Blüten solange stehen bleiben können, bis die Raupen sich entwickelt haben. Insgesamt sind sie an Feuchtwiesen gebunden, innerhalb derer sie aber auch trockenere Randbereiche besiedeln können. Die Weibchen legen ihre Eier einzeln an die noch nicht aufgeblühten Knospen des Großen Wiesenknopfs. Die Raupen fressen die Blütenköpfe von innen auf, sie fressen aber auch noch an den geöffneten Blüten und den Samenanlagen. Nach einiger Zeit lassen sie sich fallen und warten, bis sie ihre Wirtsameisen Myrmica rubra, Myrmica samaneti oder Myrmica scabrinodis in deren Bau tragen. Dort fressen sie Ameisenlarven und überlassen den Ameisen im Gegenzug ein zuckerhaltiges Sekret. Die Raupen sind in der Lage, den Nestgeruch der Ameisen zu imitieren. Einmal im Ameisennest untergebracht, werden sie von den Ameisen wie die eigene Brut gepflegt, obwohl sie sich bis zur Verpuppung räuberisch von deren Eier und Larven ernähren. Sie überwintern im Ameisenbau und verpuppen sich auch dort im Frühjahr. Nach dem Schlüpfen aus der Puppe muss der Schmetterling sofort das Ameisennest verlassen, da jetzt die Tarnung nicht mehr funktioniert und der Schmetterling nun selbst als Beute betrachtet wird.

Unglaublich was es so alles in Mutter Natur gibt. Dieses Tier lebt bei mir gleich um die Ecke, am Klimmäckergraben. Nun scheint doch tatsächlich dieser Dunkle Wiesenknopf-Ameisenbläuling, also dieser unscheinbare Hauch von Leben, den Verlauf der geplanten Umgehungsstraße von Greiselbach zu verändern. Immerhin handelt es sich hierbei um die Bundesstraße 25.

Wie das Staatliche Bauamt Ansbach bereits vor rund einem Jahr mitteilte, handelt es sich um eine nach den Anhängen II und IV der FFH-Richtlinie geschützte Schmetterlingsart. Durch die derzeitig abgestimmte Trassenlage würde der Lebensraum zum größten Teil überbaut und somit zerstört. Die Höhere Naturschutzbehörde (Regierung von Mittelfranken) schlägt daher vor, die Trasse zu verschieben. Dies hätte zur Folge, dass die Trasse der Ortsumgehung näher an Greiselbach heranrücken würde.
Da haben wir wieder einmal unseren Konflikt. Es ist nicht leicht, ein Naturschützer zu sein, wenn die Dinge konkret werden. Da ist man dann ganz schnell allein. Die meisten von uns tragen den Naturschutz lediglich in ihren Sonntagsreden auf der Zunge. Danach rutscht er im Fall des Falles in die Hose.

Der Schmetterlingsexperte Gerhard Engerer mit Georg Stich

Ich habe von diesem Schmetterling bisher nur gelesen, ihn aber bislang noch nicht selber gesehe
n. Deswegen habe ich mir heute die betroffene Fläche einmal angesehen. Mit dabei war der Schmetterlingsexperte Gerhard Engerer und der ehemalige Gemeinderat Georg Stich. Für den Schmetterling waren wir wohl etwas zu früh hier. Ich muss mir mal die Unterlagen ansehen. Gerhard Engerer hat hier in Greiselbach das eine oder andere mal in seiner Kindheit übernachtet. Da wir mit dem Fahrrad auf der Bundesstraße gefahren sind, zeigte er sich sichtlich erschrocken über den Verkehr. Eigentlich wollte ich mit Gerhard Engerer zweimal im Jahr etwas zum Thema Schmetterlinge machen. Einmal Tagfalter und das andere mal was mit Nachtfaltern. Leider sind wir in diesem Jahr terminlich nicht zusammengekommen. Im nächsten Jahr habe ich mir das aber ganz dick im Terminkalender vorgemerkt.



Mit den Vorschulkindern des katholischen Kindergartens im Arche Noah Garten
10. Juni 2008


Die Vorschulkinder des katholischen Kindergartens Dinkelsbühl kamen heute zu mir in den Arche Noah Garten. Sie sehen in die aufmerksamen Gesichter der beiden Gruppen während des Tierstimmenquiz. 

Beim Tierstimmenquiz gehörte mir ihre ganze Aufmerksamkeit Bei der anderen Gruppe war es nicht anders

Ohne Problem liefen sie auch über den Baumstamm und den Schwebebalken. Egal ob mit offenen oder verschlossenen Augen, rückwärts, auf einem Bein hüpfend - oder so wie hier - auf allen vieren. Die Kinder können hier ihren Gleichgewichtssinn testen.

Mach mir das Faultier. Hm, gar nicht so leicht.

Mit verschlossenen Augen über unseren Barfußpfad

Mit verschlossenen Augen auf dem Barfußpfad

Wie gesagt, im Arche Noah Garten ist immer was los. Hier sehen Sie eine Klasse beim Unterricht im Grünen.

Der Arche Noah Garten ist bei Schulklassen sehr beliebt. Unterricht im Grünen.


Abendspaziergang zu einer Orchideenwiese
09. Juni 2008


Die romantische Kreuzkapelle inmitten der Wörnizaue

Heute war ich mit einer Veranstaltung an der Artenschutzwoche fällig. Mein Abendspaziergang von der kleinen romantischen Kreuzkapelle in der Wörnitzaue zur Rappelach, einer Orchideenwiese, die vom Bund Naturschutz gepflegt wird, war mit rund 50 Teilnehmern gut besucht. Die Eintreffenden wurden von Pfarrer Hans Sing begrüßt, der uns anschließend einen kurzen Einblick in die interessante Geschichte seiner Kapelle gab. Früher stand anstelle der Kirche einmal eine kleine Turmhügelburg, auch Motte genannt. Zwei der drei ehemaligen Burghügel sind heute noch zu sehen, während der dritte leider gegen Ende des 19 .Jahrhundert in einem Bahndamm verbaut worden ist.

Rund 50 Teilnehmer ließen sich von Pfarrer Hans Sing seine Kapelle zeigen

Dann ging es schnell weiter. Die "Steckenweiber" (Frauen die sich immer zum Nordic-Walking treffen) machten richtig Tempo. Ich freue mich immer, sie dabei zu haben. Bei der nächsten Station wollte Bürgermeister Bernhard Kisch auf die Betriebserweiterung eines Holzwerkes und die damit verbundenen Ausgleichsmaßnahmen eingehen.

Das Regenüberlaufbecken gehört zwar nicht zu den Ausgleichsmaßnahmen, aber zwei Flußregenpfeifer finden das wechselfeuchte offene Land hier richtig super. Selbstverständlich sind diese immer rufenden Schreihälse still gewesen, als wir vorbeigekommen sind.

In diesem Regenüberlaufbecken fühlen sich Flußregenpfeifer wohl

Geradezu winzig nehmen sich die Hügel in der Wörnitzaue aus, die man im Mittelalter für die Burg von Hand aufgeschüttet hat, wenn man sich die Erdverlagerungen heutiger Zeit betrachtet. Die unten zu sehende Abraumhalde ist bei den anfallenden Erdbewegungen entstanden. Hier wurden einige Ausgleichsmaßnahmen durchgeführt.

Hier besteigen wir gerade den sogenannten "Landschaftshügel"

Der Landschaftspflegeverband in Mittelfranken hat mir freundlicherweise die Zahlen zu den Ausgleichsmaßnahmen zur Verfügung gestellt:

Auf ca. 12 ha sollen neue Tümpel und Flachmulden in der Wörnitzaue bei Aufkirchen, Obstwiesen, Laubbaumhaine und Heckenflächen bei Wilburgstetten, Weiltingen und Aufkirchen entstehen.

Fast 400 Obstbäume sollen auf 5 verschiedene Flächen gepflanzt werden, und bereits in zehn Jahren erste Erträge liefern. Der Kreis schließt sich, wenn diese dem Regionalvermarktungsprojekt „hesselberger“ zugeführt werden.

Maßnahmenumfang:
Ausgleichsfläche gesamt:                                                   12 Hektar
Pflanzung Obsthochstämme:                                            371 Stück
Pflanzung Laubbäume (Eiche, Ahorn, Linde etc.):         127 Stück
Sträucherpflanzungen:                                                     8817 Stück

Flachmulden und Tümpel auf drei Flächen in der Wörnitzaue (Aushubmenge ca. 2000 m³)

Ergänzend bleibt zu erwähnen, dass vor 3 Wochen umfangreiche Ansaaten vorgenommen wurden. Leider wurden ganz in der nähe besonders schön blühende Flächen wenige Stunden vor der Exkursion unnötigerweise viel zu früh gemäht.
 
"Magerwiese" ca. 5000m²
"Blühende Landschaft" 1000m²
"Feuchtwiese" 5000m²
"magerer Heckensaum" 1000m²

Es wird also spannend werden, diese Entwicklungen weiter zu begleiten und zu beobachten.

Hier gehts zu unserer Orchideenwiese. Wir warten noch bis alle da sind Vom Weiherdamm kann man in die Orchideenwiese gucken ohne nasse Füße zu bekommen

Die nächste Station war die Rappelach. Eine artenreiche Orchideenwiese, die der Gemeine Wilburgstetten gehört und von uns, dem Bund Naturschutz, seit 1982 gepflegt wird. 17 Pflanzenarten der Roten Liste Deutschlands sind hier zu finden. Arten wie der Lungenenzian finden sich nur noch auf den von uns gepflegten Wiesen. Im Herbst ist hier wieder eine Mahd fällig. Nachdem die Landwirtschaft an "Streuwiesen" kein Interesse mehr hat, ist das seit 30 Jahren unser "Job". Den machen wir professionell. Das Ergebnis dieser Arbeit kann sich sehen lassen.

Hier sehen Sie einige der dort vorkommenden Pflanzen. Wenn Sie so wollen, das Ergebnis unserer Arbeit:

Fleischfarbenes Knabenkraut (Dactylorihiza incarnata)  Breibblättriges Knabenkraut (Dactylorhiza majalis) Sumpf-Läusekraut (Pedicularis palustris)
Nur im Gänsemarsch gingen wir in diese wertvolle Fläche  Fuchs`sche Knabenkraut ( Dactylorhiza fuchsii) Die gelbe Schwertlilie

Die Vogelwelt betreffend, ist hier auch einiges zu beobachten. Die Knäckente lässt sich hören ("knäck"), Graureiher befinden sich im An- und Abflug zu ihrer Kolonie, ein Haubentaucher trägt seine kleinen Jungen auf dem Rücken und steckt ihnen ab und zu ein kleines Fischlein zu, die Schwäne führen stolz ihre Jungen über das Wasser...


Die Schwäne führen stolz ihre Jungen über das Wasser (Foto Kurt Pachl)


In den Froschregen gekommen
08. Juni 2008


Heimgefahren bin ich über Oettingen. Dort besuchte ich eine Amphibienexkursion mit dem Dipl. Biologen Dr. Jürgen Schnittenhelm vom BN Oettingen. Die Frösche, Kröten und Lurche wollte ich ebenso näher kennenlernen wie die Aktiven der mir benachbarten BN-Ortsgruppe.

Jürgen Schnittenhelm versuchte für uns Frösche zu fangen

Jürgen hat darauf hingewiesen, wie schwierig gerade die Grünfrösche zu unterscheiden sind. Am Heidweiher lauschten wir daher auch den Stimmen, einem sicheren Unterscheidungsmerkmal. Im Gegensatz zu Wolframs-Eschenbach hatte es hier nicht geregnet. Trotzdem kamen wir noch in einen Regen. Dem Froschregen.

Wenn sich winzige Erdkröten in Unmegen auf den Weg machen, nennt man das einen Froschregen

Überall machten sich winzige Erdkröten auf, das Wasser zu verlassen und versuchten die Wege zu überqueren, auf denen wir wiederum versuchten, sie nicht zu zertreten. Bei solchen Unmengen winziger Springerle war das gar nicht so einfach für uns.  Besonders zahlreich waren sie an den Gehrenweihern. Dort blüht die Iris sibirica gerade besonders schön. Ein echter Hingucker und Schmuck des Oettinger Forstes.



Zum Beginn der 4. Ansbacher Artenschutzwoche
08. Juni 2008


Gestern ist die 4. Ansbacher Artenschutzwoche (Flyer PDF)  im Rahmen von BayernTour Natur offiziell durch unseren Schirmherrn, Herrn Landrat Schwemmbauer, eröffnet worden. Auf dem Foto sehen Sie den Ehinger Bürgermeister Karl Engelhard, Norbert Metz vom Landschaftspflegeverband, den Landrat, Günter Möbus vom LBV und Georg Häßlein von den Obst- und Gartenbauvereinen im Landkreis Ansbach. Danach konnte man sich bei Köstlichkeiten aus dem Holzbackofen stärken oder u.a. mit Siglinde Beck die Kräuter am Kappelbuck kennenlernen. Einen Besuch am Kappelbuck kann ich Ihnen wärmstens empfehlen. 

Offizielle Eröffnung der Artenschutzwoche am Kappelbuck Siglinde Beck zeigte die Kräuter am Kappelbuck

Heute, einen Tag später, wurden die Flußbewohner der Tauber und die Funktion einer Fischaufstiegshilfe mit Schauaquarien und einem künstlichen Bachlauf vorgestellt. Die Veranstaltung war mit 500 Personen sehr gut besucht und das Wasserwirtschaftsamt Ansbach und die Fachberatung für Fischerei im Bezirk Mittelfranken waren mit nicht weniger als acht Personen in Aktion. Es wurden sogar Zelte errichtet. Es reicht, wenn die Fische nass werden. Im Wasser und in den Zelten gab es einiges zu entdecken. 


Haben Sie schon einmal einen Steinkrebs in der Hand gehabt? Es reicht, wenn die Fische nass werden. Im Wasser und in den Zelten gab es einiges zu entdecken.

Zur gleichen Zeit fuhr ich in den Osten des Landkreises, nach Wolframs-Eschenbach. Dort wollte ich mit der Försterin Gabriele Ott, die zum ersten Mal bei der Artenschutzwoche dabei ist, den Wald mit allen Sinnen erleben. Es kamen zehn Erwachsene mit elf Kindern - und kurz danach die Regenwolken. Ein Stück weit konnten wir aber noch in den Wald bis der einsetzende Regen zum Abbruch zwang.

Gabi Ott bei der Begrüßung. Im Hintergrund nahen schon die Regenwolken Die Försterin Gabi Ott stellt gerade die verschiedenen Baumarten vor. Die Kinder wußten schon ganz gut bescheid.

Es ist gar nicht so leicht mit einem Spiegel vor dem Auge durch den Wald zu schleichen. Wenn Sie sich den Spiegel unter die Nase halten, sehen Sie nur ein Blätterdach. Den Spiegel über den Augen platziert, lenkt Ihren Blick auf den Boden. Die Erfahrungsspiele, die sich Gabi Ott für die Familien mit Kindern ausgedacht hat, sind echt lustig. Natur kann man auch mal anders sehen.

Einen Spiegel unter der Nase gehalten und schon sieht man beim laufen das BlätterdachZügig gehts in einer Schlange voran und der Boden saust an einem vorbei

Die Tour machen wir nächsten Jahr einfach nochmal. Die Kinder (und ich) wollen schließlich noch sehen was der Gabi noch so alles einfällt. 


Mit Mitarbeitern der Lebenshilfe Ansbach beim Joas in Oberwinstetten
07. Juni 2008


Während heute um 14 Uhr die von mir organisierte 4. Ansbacher Artenschutzwoche am Kappelbuck offiziell mit Landrat und Presse eröffnet worden ist, war ich zur selben Zeit beim Joas in Oberwinstetten. Also auf einer völlig anderen Baustelle.

Astrid Feurer hatte für eine Gruppe von Behinderten, die bei der Lebenshilfe in Ansbach beschäftigt sind, eine Tagestour organisiert. Unter anderem stand Brotbacken bei meinem Namensvetter Joas auf dem Programm. Auf dem Foto sehen Sie, dass auch leckere Nusshörnchen gebacken worden sind. Susanne Vaas holt sie hier gerade aus dem Backofen.

Susanne Vaas holt die Nusshörnchen aus dem Backofen Das Wolfersbronner Tal ist von besonderer Schönheit

Da nicht alle gleichzeitig sich ihr eigenes Brot backen konnten, war ich mit dem jeweils anderen Teil der Gruppe im wunderschönen Wolfertsbronner Tal naturkundlich unterwegs. Der gelungene Tagesausflug fand bei Kaffee und Kuchen einen gemütlichen Ausklang. Jeder bekam am Ende sein eigenes Brot mit nach Hause.

Gemütlicher Ausklang des Tages bei Kaffee und Kuchen

Meine alljährliche Veranstaltung mit dem Freundeskreis von Menschen mit und ohne Behinderung war das allerdings noch nicht. Heuer wollen wir die Sterne beobachten. Darauf freue ich mich schon heute. 


Eine "neue" Orchideenwiese
05. Juni 2008


Ein Anruf von Andreas Klopfer aus der Limburg. Er hatte in der "Höfgass" blühende Orchideen gesehen. Als er sie mir gezeigt hat, waren sie schon weitgehend verblüht. Ich habe mich trotzdem gefreut. Diese Orchideenwiese kannte ich bisher noch nicht. Es ist schön, nicht immer nur von Verlust erzählen zu müssen, sondern auch einmal von einem "Zugewinn". Ich habe mich umgehend erkundigt, wie diese Wiese bewirtschaftet wird. Die Bewirtschaftung schien ja zu stimmen, denn sonst wären die Orchideen nicht so zahlreich vorhanden. Was für eine bunte Pracht hier doch blüht. Meine Nachforschungen haben ergeben, dass hier ein Pferdehalter sein Heu macht. Die Fläche ist auch schon im Vertragsnaturschutzprogramm und darf erst ab dem 1. Juli gemäht werden. Auf jedwede Art der Düngung wird freiwillig verzichtet. Dafür bekommt der Landwirt einen finanziellen Ausgleich.

An der feuchten Stelle mit dem dunklen Grün der Binsen wachsen die Orchideen. Im Hintergrund ein "Landschaftshügel" Hier blühen die Orchideen: das breitblättrige gefleckte Knabenkraut

Mit der botanisch versierten Familie Boidol habe ich mir die Fläche heute angesehen. Im Hintergrund sehen Sie einen "Landschaftshügel". Die Orchideen stehen im dunklen Grün der Wiese. Diese Färbung kommt von den dort im Feuchten stehenden Binsen. Das Gras steht in der Wiese auch nicht so dicht und hoch wie im "normalen" Wirtschaftsgrünland. Dort würde man vergleichbares vergeblich suchen.

Ein grünes Widderchen auf einer Orchidee Nicht weniger schön ist es auf dem Schlangenknöterich
  

Ich wurde zum Ortssprecher von Greiselbach gewählt
05. Juni 2008


Der immense Durchgangsverkehr an der B25, ein mögliches Lkw-Fahrverbot und die geplante Umgehungsstraße sind die großen Themen in Greiselbach, einem kleinen Ortsteil von Wilburgstetten. Leider hatte es unser Kandidat bei der Kommunalwahl im März nicht in den Gemeinderat geschafft. Ehemals selbstständige Gemeinden können in diesem Fall einen Ortssprecher wählen, der dann die Interessen der Greiselbacher Bürger im Gemeinderat vertreten kann. Ich wurde gebeten zu kandidieren, habe dies auch getan - und ich wurde gewählt. Seit heute bin ich also Ortssprecher von Greiselbach. Einer meiner Schwerpunkte wird die Verkehrsproblematik an der B25 sein. Aber dabei wird es sicher nicht bleiben. Ich habe viele Ideen und möchte sie auch in die Kommunalpolitik mit einbringen.
 
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Bayern will 250.000 Euro für Biberschäden bereitstellen
03. Juni 2008


Diese Szene einer Biberjagd ist im Schloß von Weikersheim zu sehen

Bei meiner Radtour durch das Taubertal habe ich diese Szene einer Biberjagd im Schloß von Weikersheim fotografiert. Einige Politiker von der CSU wollten zurück in diese "gute, alte Zeit". Doch erstens kommt es anders und zweitens als man denkt. Die bayersiche Staatsregierung ist heute unseren langjährigen Forderungen entgegen gekommen und stellt von nun an jährlich 250.000 Euro bereit, um vom Biber verursachte Konflikte mit der Landnutzung besser lösen zu können. Wir erhoffen uns dadurch eine verbesserte Akzeptanz des Bibers in unserer Kulturlandschaft.


Ankauf einer Feuchtwiese bei Segringen
03. Juni 2008

Die Bemühungen des Bund Naturschutz, Lebensräume im Landkreis Ansbach anzukaufen und damit dauerhaft zu sichern, gehen weiter.

Die von uns gekaufte Feuchtwiese bei Segringen Bis zu 100 der selten gewordenen Trollblumen wachsen hier

Ende April konnten wir in der Nähe des Dinkelsbühler Ortsteiles Segringen eine etwa 9.000 qm große Talwiese erwerben. In gewissem Umfang hat dies auch etwas mit „unseren“ Dinkelsbühler Störchen zu tun. Liegt die Wiese mit etwa 2,5 km Luftlinienentfernung vom Horst im engeren Nahrungsgebiet von „Schorsch“ und „Nummer Sieben“. Auch wenn der Rest des Tales eher intensiv landwirtschaftlich genutzt wird und als eher schmales, von Wald umsäumtes Tal nicht optimal für den Weißstorch ist, wurden in früheren Jahren vereinzelt Störche bei der Nahrungssuche beobachtet. Durch Optimierungsmaßnahmen, wenn möglich auch im Umfeld, soll sich dies zukünftig ändern.  

Unter ökologischer  Betreuung ist die Feuchtwiese schon seit 1997. Sie ist seit dieser Zeit vom Bund Naturschutz angepachtet. Zum großen Teil handelt es sich dabei um eine wechselfeuchte Talwiese mit Hochstaudenbereichen. Zwischen den beiden Flurstücken verläuft in West-Ostrichtung ein quellgespeister Wiesengraben. An diesem liegen beiderseits die der Sukzession überlassenen Hochstaudenzonen mit Wiesen-Bärenklau und Rohrglanzgras.

Ende April ist die Wiese übersät mit Schlüßelblumen

Etwa 70 % der Fläche werden seit der Anpachtung als ein- bis zweischürige Magerwiese von uns selbst gepflegt. Inzwischen ist eine deutliche Ausmagerung der Fläche festzustellen. Die Hauptfläche ist als binsen- und seggenreiche Feuchtwiese zu charakterisieren. Neben Kammsegge, Wiesenflockenblume, Waldengelwurz, Kuckuckslichtnelke, gelber Schwertlilie, Großem Wiesenknopf und Waldsimse kommen u. a. rund 100 Expl. der Trollblume vor. Es besteht Brutverdacht der Bekassine, regelmäßig wird die Wiese von Graureihern und gelegentlich auch vom Dinkelsbühler Storchenpaar zur Nahrungssuche aufgesucht. Die Fläche ist eingebettet in ein langgestrecktes, von Wald umgebenes Tal. Es weist eine äußerst ruhige Lage auf, es gibt keine Störungseinflüsse durch Verkehr oder Erholung.

Direkt westlich grenzt eine Wiese mit ähnlichem Charakter an, die sich im Eigentum der Stadt Dinkelsbühl befindet. Der bis zum Talschluß weiter westlich angrenzende Teil weist ebenfalls Spuren wertvoller Vegetation auf, ist aber trockener und intensiver genutzt. In diesem Bereich ist der Graben verrohrt. Östlich Pachtwiese grenzt ein standortfremder Acker im Talraum an, der im ökologischen Sinn dringend in Extensivgrünland umgewandelt werden müsste.

Gleich daneben verfüllt ein Bauer eine Feuchtwiese. Für ihn hat sie keinen "Wert" Sumpfdotterblumen mögens gerne feucht

Nachdem sich durch Eigentümerwechsel infolge Erbschaft kurzfristig die Möglichkeit des Ankaufs bot, haben wir die Chance der endgültigen Sicherung genutzt und die Fläche erworben. Andernfalls wäre zu befürchten gewesen, dass die über 10 Jahre mühsam ausgemagerte und damit ökologisch verbesserte Fläche aufgrund der wieder gestiegenen landwirtschaftlichen Nachfrage, auch nach Grünland (Biogas), wieder intensiviert und damit ökologisch wieder entwertet worden wäre. Erleichtert hat uns die Entscheidung die Zusage des Bayrischen Naturschutzfonds, den Ankaufspreis von etwa 8.500 EUR mit einem Satz von 60 % finanziell zu fördern.  

Über die reine Sicherung hinaus haben wir jetzt viele weitergehende Möglichkeiten, die wir im Lauf des Jahres angehen werden:

  • Der Graben kann zur Lebensraumoptimierung und zur Verbesserung der Retention renaturiert werden. Dadurch würden die wechsel- bis sickernassen Bereiche vergrößert und die Nahrungssituation für die Bekassine und andere Nasswiesen- und Bachbewohner verbessert. 
  • Die Ausmagerung und differenzierte Pflege kann weitergeführt werden.
  • Wir werden mit der Stadt Dinkelsbühl reden, um die angrenzenden stadteigenen Flächen in das Nutzungs- und Optimierungskonzept einbeziehen zu können. Diese werden bisher normal landwirtschaftlich genutzt, Extensivivierung im Zuge des Projektes wäre dringend angesagt, ebenso Flachmuldenanlage. 
  • Der jetzige Einzelankauf könnte der Auftakt für Erwerb/ökologische Optimierung des gesamten Talraums sein und steht dann innerhalb eines größeren räumlichen Konzeptes.     
  • Neben der dauerhaften Sicherung des jetzigen Einzelbausteines zielt das Projekt vor allem darauf ab, die Entwicklungsmöglichkeiten zu nutzen, einen ökologisch bisher in Teilbereichen entwerteten Talraum mittelfristig Schritt für Schritt in einen naturnahen Talraum zurück zu verwandeln.  
Zunächst aber muß die Finanzierung der aktuell erworbenen Fläche gesichert werden. Trotz der hohen Förderung durch den Bay. Naturschutzfonds bleibt ein Eigenanteil von etwa 3.500,- EUR. Ähnlich wie bei dem Projekt Wörnitzwiesen hoffen wir dabei wieder auf Ihre Unterstützung in Form von Spenden. Dank der Förderung des Naturschutzfonds sind Ihre Spendengelder hier wieder sehr effektiv eingesetzt: Mit einem EURO sichern Sie 3 Quadratmeter (Storchen-) Lebensraum!

Bund Naturschutz in Bayern e.V., Kreisgruppe Ansbach
Spendenkonto: Sparkasse Ansbach, Kto.-Nr. 130 236 128, BLZ 765 500 00,
Stichwort: „Feuchtwiese bei Segringen“


Der frühere Landratsvize Werner Herzog fordert als Vorsitzender des Landesverbandes für Ländliche Entwicklung Bayern faktisch die Abschaffung des ökologischen Flächenausgleichs
02. Juni 2008


Es klingt auf den ersten Blick nicht schlecht, was der frühere Landratsvize Werner Herzog da fordert. Er spricht sich gegen den enormen Flächenverbrauch aus und für einen sorgsamen Umgang mit den immer wertvoller werdenden Ackerflächen. Sogar der Klimaschutz durch die Förderung nachwachsenden Rohstoffe scheint ihm ein Anliegen. Doch auf den zweiten Blick offenbart sich seine wahre Absicht. Als Vorsitzender des Landesverbandes für Ländliche Entwicklung Bayern fordert er faktisch die Abschaffung des ökologischen Flächenausgleichs. Mehr nicht!

Werner Herzog

Lesen hier den FLZ-Bericht vom 31. Mai mit den Forderungen von Werner Herzog.

Wir vom  Bund Naturschutz, Kreisgruppe Ansbach, haben umgehend mit einer Presseerklärung reagiert, die Sie vor der Veröffentlichung hier schon lesen können:

BN-Pressemitteilung:

Als „völlig an der Sache vorbeigehend“ hat der Bund Naturschutz den Vorschlag des früheren stellv. Landrates, Werner Herzog, zurückgewiesen, bei Ausgleichsmaßnahmen für Eingriffe in den Naturhaushalt zukünftig Ackerflächen dauerhaft mit nachwachsenden Rohstoffen zu bebauen, anstatt sie ökologisch umzugestalten. Der Anbau von nachwachsenden Rohstoffen, ob einzusilierender Mais oder Getreide, Raps zur Verpressung o. ä. erfolge in genauso intensiver Monokultur wie wenn es zur Viehmast verwendet würde. Auch die neuerdings wieder proklamierten „Energiewälder“ – das sind z. B. Pappeläcker die nach wenigen Jahren gehäckselt werden – weisen keinen nennenswerten Biotopwert auf, sagt Helmut Altreuther, Kreisgeschäftsführer des Bund Naturschutz. Unter dem Strich bedeute die Forderung Herzogs nichts anderes, als dass zukünftig Landverluste und Biotopzerstörungen durch Gewerbe- und Wohnbaugebiete, Umgehungsstraßen etc. ohne ökologischen Ausgleich bleiben würden. Den Anbau nachwachsender Rohstoffe mit ökologischem Ausgleich gleich zu setzen, sei Etikettenschwindel und kein Lösungsansatz. Offenbar seien ihm die Ergebnisse der am Wochenende zu Ende gegangenen Biodiversitätskonferenz, wonach z. B. deutlich mehr Flächen naturverträglicher genutzt werden müssen, entgangen.

Wenn es Herzog darum gehe, sorgsam mit Ackerflächen umzugehen, solle er sich für die Reduzierung flächenverbrauchender Eingriffe einsetzen, dann brauche auch nichts ausgeglichen werden. An einigen Beispielen macht Altreuther fest, dass Herzog bislang genau das Gegenteil tue: So gehöre er zu den heftigsten Befürwortern des Fabrikverkaufscenters an der Herrieder Autobahnausfahrt, zu den Befürwortern des flächenverschwendenden Industrieparkes Interfranken einschließlich der dazu notwendigen Straßenbaumaßnahmen, zu den Befürwortern landverbrauchender Umgehungen in Feuchtwangen, Rothenburg usw. Altreuther fordert  von der Akademie ländlicher Raum, ihr Augenvermerk auf eine Reduzierung des Landverbrauches zu richten, z. B. durch Konzepte zur Umnutzung leerstehender Gebäudesubstanz, ehemaliger Hofstellen, Gewerbeflächenrecycling und der Aktivierung von Baulücken in bestehenden Siedlungsgebieten. 

 

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