Naturschutztagebuch - Teil 12

Begleiten Sie einen ehrenamtlichen Naturschützer.
Lernen Sie die Natur und den Naturschutz von einer anderen, persönlichen Seite kennen.

Neu: Naturschutztagebuch - Forum
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Storch-TV im Schaufenster der Adler-Apotheke 
29. April 2008


Apotheker Klaus Milz und Xaver Lingel vor dem Schaufenster der Adler-Apotheke

Wer möchte, kann mitten in der Altstadt am Familienleben der Dinkelsbühler Störche teilhaben und einen Blick in das Storchennest auf dem Alten Rathaus werfen. Wir vom Bund Naturschutz (BN) haben wieder unseren Bildschirm in das Schaufenster der Adler-Apotheke gestellt. Die Bildübertragung in das Schaufenster war erst nach dem Abbau des Baugerüstes am Alten Rathaus möglich. Bei dieser Gelegenheit möchten wir uns bei Xaver Lingel bedanken, der mit seiner ehrenamtlichen technischen Hilfe die Übertragung der Live-Bilder in das Schaufenster erst möglich gemacht hat. Danke Xaver! Viele Dinkelsbühler und Gäste der Stadt haben bereits darauf gewartet: Storch-TV sendet wieder.

Drei Eier liegen im Nest. Schorsch und Nummer 7, das habt ihr toll gemacht!

Und im Nest tut sich was.
"Schorsch" und "Nummer 7", so heißen die beiden Störche, haben in den frühen Morgenstunden am 23. April mit der Eiablage begonnen. Mittlerweile liegen drei rund 110 Gramm schwere weiße Eier im Nest, die im Abstand von je zwei Tagen gelegt worden sind. Bei einer durchschnittlichen Brutdauer von 32 bis 33 Tagen darf mit dem Schlüpfen der Jungen ab dem Wochenende zum 24./25. Mai gerechnet werden. Die letzte Möglichkeit dieses faszinierende Ereignis zu beobachten bot sich uns im Jahr 2005. Dann wird es sehr spannend, da "Schorsch" mit seinem abgebrochenen Schnabel den Beweis erbringen muss, für viele hungrige Schnäbel sorgen zu können.

Thomas Ziegler wird Sie wie gewohnt auf unserer Storchenseite ausführlich über das weitere Geschehen auf dem laufenden halten.


Der Hummelstaat - auf ein Neues 
28. April 2008

Im letzten Jahr konnte ich erstmals mit Hilfe eines Nistkastens die Entwicklung eines Hummelstaates mitverfolgen. Angefangen vom Einzug einer Steinhummelkönigin bis zur Staatenbildung. Eigentlich wollte ich nur beobachten, aber als Wachsmotten über den Staat herzufallen drohten, wollte ich die Brut nicht verlieren und habe eingegriffen. So flogen am Ende des Sommers zahlreiche Königinnen aus, die, wenn sie den Winter gut überstanden haben, in diesem Jahr neue Staaten gründen können.

Ein Blick in das Nest der Steinhummel

Ein Blick in das Nest der Steinhummel

Ich war von den Hummeln schon immer fasziniert gewesen und ich muss gestehen, es heute noch mehr zu sein. Nebenbei habe ich das wechselnde Angebot an Blüten intensiv wahrgenommen. Jede Mahd ließ in mir die Frage aufkommen, wo denn nun die Hummeln ihre Nahrung finden können. Es war auch für mich neu, das Blühen der Pflanzen aus der Hummel-Perspektive zu betrachten.

Nun ist es wieder soweit. Ich habe meinen Hummelkasten aus dem Keller heraufgeholt und ein Nest für eine neue Königin bereitet. Sie kann nun einziehen und einen neuen Staat gründen. Mit Absicht habe ich einen etwas späteren Zeitpunkt gewählt (einen Monat) um eine der später auftretenden Arten in den Nistkasten zu locken. Die späteren langrüseligen Arten sollen kleinere Staaten bilden und im Vergleich zu den früher auftretenden kurzrüseligen Arten weniger agressiv sein. Das käme mir und meiner Neugier sehr entgegen.

Dieser Nistkasten soll der Hummelkönigin ein verlassenes Mäusenest vorgaukeln

In den Unterbau kommt Tiereinstreu, also kleine Hackschnitzel Noch etwas Polsterwolle und schon denkt die Königin ein verlassenes Mäusenest vor sich zu haben

Wir werden sehen, ob eine Königin hier einziehen möchte. Auf das aktive Einsetzen einer Königin möchte ich bewusst verzichten. Es geht rein, was rein gehen möchte. Mir ist jede Lebensform willkommen. Also auf ein Neues. Ich freue mich schon auf das Kommende. Den Eingang habe ich extra weit aufgemacht. 

 Die Königin kann kommen. Der Vorbau ist extra weit geöffnet

Frühlingsgruß - Gedicht von Joseph von Eichendorff 
27. April 2008


Es steht ein Berg in Feuer                 Foto Kurt Pachl

Frühlingsgruß

Es steht ein Berg in Feuer,

In feurigem Morgenbrand,
Und auf des Berges Spitze
Ein Tannbaum überm Land.

Und auf dem höchsten Wipfel
Steh ich und schau vom Baum,
O Welt, du schöne Welt, du,
Man sieht dich vor Blüten kaum!

Joseph von Eichendorff

Bei meiner Wanderung um den Hesselberg hatte ich dieses schöne Gedicht von Joseph von Eichendorff im Hinterkopf. Der Frühling ist wirklich ausgebrochen, und zwar überall. Man weiß gar nicht mehr wo man zuerst hinschauen soll.

Die nachfolgenden Bilder sind zwar kein Gedicht - nein, ein Fotograf bin ich nicht, eher ein Knippser - sie zeigen aber etwas vom momentanen Geschehen am Hesselberg.

Impressionen

Keine Tanne. Ein toter Baum.
Ich bin auch nicht auf den höchsten Wipfel gestiegen.

Bei der letzten Entbuschung hab ich den toten Baum vor der Motorsäge gerettet

Ein Berg im Feuer? Na klar, hier ist das Blütenfeuerwerk.

Schlüßelblumen

Schlüßelblumen... ...soweit das Auge reicht

Unter dem Niederwald erstreckt sich ein grünes Bärlauchmeer.
Bald wird es blühen. Sagenhaft. Weiß.

Ein grünes Bärlauchmeer erstreckt sich unterm Niederwald

Und zwar so weiß wie es heute die Schlehen zeigen.

Die weiße Blütenpracht der Schlehen

Wer`s gerne blau mag: Frühlingsenzian

Den Frühlingsenzian nennen sie auch Schusternägel An manchen Standorten ist er einfach nicht zu übersehen

Veilchen

Das Veilchen

Das Leberblümchen

Die Blüte des Leberblümchens Hier mal mit dem typischen Blatt, leberförmig

Die Weißen und die Gelben Windröschen stehen hier einträchtig beieinander.

Die Weißen und die Gelben Windröschen stehen hier einträchtig beieinander


Ein Leserbrief und meine Antwort
26. April 2008


Heute ist mein Leserbrief erschienen. Es gab nämlich auf meine Jahreshauptversammlung hin eine Reaktion. Nein, kein Lob. Es ging auch nicht um das Thema Verkehr, Umweltbildung, Gentechnik oder Klimawandel. Nein, wir sind in Dinkelsbühl und da scheint nur ein Thema zu interessieren: der Biber. Zumindest Herrn Ebert. Er hat in seinem Leserbrief das geschrieben, was er eigentlich immer von sich gibt. Allerdings war ich doch enttäuscht darüber, dass er als ehemaliger Biberberater und als offizieller Vertreter der Teichgenossenschaft Ansbach die Existenzberechtigung einer heimischen Tierart bei uns faktisch in Frage stellt. Mit seiner Aussage, der Karpfen wäre ein Bioprodukt, nähert er sich zudem der Grenze der Verbrauchertäuschung.  

Herr Schwemmbauer ist Vorsitzender der Teichgenossenschaft Ansbach und als Landrat auch Chef der unteren Naturschutzbehörde. Ein klassischer Interessenkonflikt. Was er wohl von den Aussagen seines Stellvertreters hält? Ich werde ihn fragen.

Hier können Sie den Leserbrief von Herbert Ebert lesen.

Ich habe in einem Leserbrief darauf wie folgt geantwortet:

Dass manche Teichwirte über den Biber und fischfressende Vogelarten bis hin zum Eisvogel schimpfen, ist hinlänglich bekannt und wird vom Naturschutz seit 100 Jahren bedauert. Auch uns Naturschützern schmeckt der Dinkelsbühler Karpfen. Doch ein Bioprodukt ist er nicht, wie es uns die Teichgenossenschaft Ansbach suggerieren möchte. Es wäre jedoch wünschenswert, wenn die Teichwirte eine solche Zertifizierung nach der Bioverordnung anstreben würden. Das wäre ein verkaufsförderndes Alleinstellungsmerkmal. Eine extensive, d.h. naturnahe Teichwirtschaft könnte Lebensraum für Amphibien-, Insekten-, Vogel-, Fisch- und Pflanzenarten wiederherstellen, der mit der Intensivierung der Teichwirtschaft in den letzten Jahrzehnten verloren gegangen ist. Neben nährstoffarmen Gewässern ist besonders der Verlust der Verlandungszonen aus Sicht des Naturschutzes zu bedauern. Der Aushub ist aus wirtschaftlichen Gründen oft unmittelbar neben dem Gewässer abgelagert worden, z. B. auf geschützten Orchideenwiesen. Von der Teichwirtschaft erwarten wir eine naturnahe Bewirtschaftung, die zum Erhalt der Artenvielfalt beiträgt - und die Akzeptanz heimischer Tierarten.


Sind Fledermäuse im Haus bei einer Hausstauballergie ein Problem? 
26. April 2008


Kaum haben die Fledermäuse ihre Sommerdomizile bezogen, bekomme ich wieder Anrufe von Hausbesitzern. Für diese Gespräche nehme ich mir immer Zeit. Denn sie bringen viel für die Akzeptanz und damit für den Schutz von Fledermäusen.

So fuhr ich heute in den Blaumeisenweg. 40-50 Fledermäuse haben die Hausbewohner innerhalb kurzer Zeit beim ausfliegen beobachten können. Dort angekommen wurde ich mit der Frage konfrontiert, ob Fledermäuse im Haus bei einer Hausstauballergie ein Problem sind?

Habe ich ein Hausstaubmilben-Problem?

Ich persönlich glaube es eher nicht, habe aber diesbezüglich gleich Kontakt mit Fachleuten von der Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Nordbayern aufgenommen. Diese Frage wird also von kompetener Stelle beantwortet werden:

Der Biologe Matthias Hammer ist der Meinung, dass Fledermäuse im Haus bei einer Hausstauballergie kein Problem sind.

Erleichtert habe ich diese beruhigende Aussage der Familie mitgeteilt. Die Fledermäuse, im Wochenstubenquartier handelt es sich ausschließlich um Weibchen, werden nun Ihre Jungen bekommen und großziehen können. Trotzdem hat der Hausbesitzer angekündigt, im Herbst, wenn die Fledermäuse ihr Sommerquartier in Richtung Winterquartier verlassen haben, die Einflugöffnungen dauerhaft verschließen zu wollen. Das wird nicht einfach werden, da die Fledermäuse an vielen Stellen im Übergangsbereich Dachziegel/-giebel ein- und ausfliegen.

Es ist mir in diesem Fall leider nicht gelungen, für die Akzeptanz dieser Wochenstube erfolgreich zu werben. 

Wenn Sie mögen, können Sie dazu auch meinen Beitrag Fledermäuse zu Besuch vom 6. April 2007 lesen.

Leider hatte ich danach keine Gelegenheit mehr gefunden, die verschiedenen Veranstaltungen am den Tag der erneuerbaren Energien mir anzusehen und hier darüber zu berichten. Dabei ist der Bund Naturschutz im Landkreis Initiator und Veranstalter.


Vortrag über den Arche Noah Garten im Dietrich-Bonhoeffer-Kindergarten 
26. April 2008


Mit allen Sinnen den Arche Noah Garten der Sinne in Dinkelsbühl entdecken

Im Dietrich-Bonhoeffer-Kindergarten war heute ein ganz besonderer Tag. In jedem Raum war etwas anderes zum Thema "Sinneswahrnehmung" für Kinder und Eltern zu entdecken. Die Erzieherinnen haben sich sichtlich Mühe gegeben. In einem Raum konnte ich den Arche Noah Garten der Sinne in Dinkelsbühl mit einem PowerPoint-Vortrag vorstellen.

Die Vorschulkinder waren bei der letzten Apfelernte unser Gast gewesen und wir freuen uns immer über einen Besuch des Kindergartens. Ich habe auch einen Ausflug für junge Familien mit Kindern angeregt, das wir vielleicht mit einem Picknick verbinden könnten. Der Sinnesgarten steht natürlich allen zu jederzeit kostenlos offen.


Lutz Ribbe von Euronatur wirft im ARD-Morgenmagazin einen kritischen Blick auf die EU-Agrarsubventionen
25. April 2008


Der naturschutzpolitische Direktor von Euronatur, Lutz Ribbe, wirft im ARD-Morgenmagazin einen kritischen Blick auf die Verteilung der Agrarsubventionen in der Europäischen Union. Zum Interview mit Lutz Ribbe.


CSU stimmt gegen ein Verbot von Genmais MON 810
25. April 2008


Frankreich hat den Genmais MON 810 bereits verboten

Politiker werden von mir nur noch an ihren Entscheidungen gemessen. Frankreich hat den Anbau von Genmais MON 810 bereits verboten. Die SPD wollte dies mit einem Dringlichkeitsantrag im Landtag für Bayern ebenfalls erreichen. Die CSU hat bis auf 5 Enthaltungen (sämtlich aus dem Bereich der Bauernverbandsfunktionäre) komplett dagegen gestimmt.



Die Spitzmorchel - auch das Frühjahr hat ausgezeichnete Speisepilze
24. April 2008


Die Spitzmorchel (morchella conica) ist ein ausgezeichneter Speisepilz

Pilze sind das ganze Jahr über zu finden. Ein sehr guter Speisepilz ist die Spitzmorchel (morchella conica). Nicht im Wald aber auf Rindenmulch habe ich ein Massenvorkommen gefunden. Diese Delikatesse werde ich mir schmecken lassen.


Landratsamt in Ansbach veröffentlicht Zahl der Biber-Abschüsse
21. April 2008


Biber in der Falle                           (Foto Gerhard Schwab)


Das Landratsamt in Ansbach hat die aktuelle Zahl der Biber-Abschüsse veröffentlicht:

Im Zeitraum von September 2007 bis März 2008 wurden 14 Biber im Landkreis geschossen. Sieben Tiere wurden lebend nach Großbritannien gebracht. In der Saison 2006/2007 wurden im Kreisgebiet "rund" 20 Biber geschossen.


Welcher Vogel singt denn da?
20. April 2008


Die Blaumeise ist ein besonders schöner Vogel, auch im Winter (Foto Hans Wolf)

Endlich schönes Wetter. Bei einem Spaziergang lauschte ich den Vögeln und beobachte sie. Ich brauche jedes Jahr ein klein wenig, um mich wieder in das vielstimmige Vogelkonzert hineinzuhören. Was habe ich es im Winter vermisst.

Momentan ist das Konzert der Vögel noch übersichtlich. Die Zugvögel trudeln langsam ein. Das fehlende Laub macht es mir noch einfach, die Sänger mit dem Fernglas ausfindig zu machen. Bald wird das Blätterkleid vieles vor uns verbergen.

Die Buchen sind noch kahl. Das Blätterkleid wird vieles bald vor uns verbergen

Kennen Sie unsere Vögel und ihre Stimmen? Nehmen Sie beim nächsten Spaziergang einfach mal Ihr Fernglas mit. Lassen Sie sich ein, auf die Freude von Unterschied und Unterscheidung. Und gehen Sie der Frage nach: Welcher Vogel singt denn da?

Doch auch hier gilt: Übung macht den Meister. Am besten fängt man bei sich zuhause an. Reich an Vogelarten ist der Stadtpark. Dort sind die Vögel mit uns Menschen vertraut und sind ohne jede Scheu. Es sind die "gewöhnlichen" Vögel, die mir am besten gefallen und die schönsten Stimmen haben.

Die Naturschutzverbände bieten jetzt überall Vogelstimmenwanderungen an.

Beim NABU-Vogelstimmen-Quiz können Sie Ihr Wissen testen.


Wolfram Siebeck schreibt im ZEITMAGAZIN über die Romantische Straße...
19. April 2008


Der renommierte Restaurantkritiker Wolfram Siebeck lobt in der aktuellen Ausgabe des Zeitmagazins das Restaurant Laurentius in Weikersheim.

Zuvor jedoch fällt er in seiner Einleitung ein vernichtendes Urteil über die Romantische Straße, welches ich hier unkommentiert wiedergebe:

"Die Romantische Straße zwischen Würzburg und Füssen führt ihren Namen zu Unrecht: Das Land, durch das sie sich schlängelt, ist nicht mehr romantisch. Sie haben es plattgemacht. Kein Baum, kein Strauch, keine Hecke konnte der besinnungslosen Gier nach Ertragsvermehrung widerstehen. Ackerfläche gewonnen, landschaftliche Schönheit verloren. Und die Ortschaften zwischen den Mais- und Rübenmonokulturen? Sie haben alle noch einen historischen Kern. In manchen, etwa in Rothenburg ob der Tauber, Dinkelsbühl, Weikersheim und Ochsenfurt mit ihren krummen Dächern und schiefen Erkern, könnte man historische Kostümfilme drehen – wenn es gelänge, Betonbrunnen und Telefonzellen in die Luft zu sprengen.
Die Wirtshausschilder dort sind Kopien der barocken Vorbilder. Das kulinarische Erbe der alten Zeiten muss man sich allerdings oft dazudenken. Denn hinter vielen der schönen Fassaden regieren Mikrowelle und Tiefkühler, diese Insignien der modernen Schnellgastronomie. Scheint die Sonne, werden weiße Plastikstühle auf das teuer restaurierte Kopfsteinpflaster geschoben..."



Erhaltung der biologischen Vielfalt:
Forderungen der deutschen Umweltverbände an Bund und Länder 

18. April 2008


Logo der UN-Naturschutzkonferenz

Vier Wochen vor der 9. Vertragsstaatenkonferenz der Konvention über die biologische Vielfalt, die vom 19. bis 30. Mai 2008 in Bonn stattfindet, haben Euronatur, DNR, BUND und NABU in Berlin einen zehn Punkte umfassenden Forderungskatalog zum Erhalt der biologischen Vielfalt vorgelegt. Die Verbände forderten von Bund und Ländern rasche Fortschritte.

Hubert Weinzierl war lange Jahre Vorsitzender des Bund Naturschutz in Bayern

DNR-Präsident Hubert Weinzierl:
„Deutschland hat einen großen Nachholbedarf bei der Erhaltung der biologischen Vielfalt im eigenen Lande“.



Jahreshauptversammlung der BN-Ortsgruppe Dinkelsbühl 
17. April 2008


Einmal im Jahr ist es auch an mir eine Jahreshauptversammlung zu halten. Die Ortsgruppe Dinkelsbühl im Bund Naturschutz, der ich vorsitze, hat momentan 466 Mitglieder und Förderer. Mit den Angehörigen der Gruppe Wassertüdingen zählen wir  stattliche 577. Das ist eine beachtliche Zahl und eine starke Basis für unsere Arbeit, die ja nicht immer ganz einfach ist. Wir Naturschützer bewegen uns oft in einem Spannungsfeld zwischen Nützern und Schützern mit teilweise konträren Interessen.

Thomas Joas ist Vorsitzender der BN Ortsgruppe Dinkelsbühl

Deswegen bedanken wir uns bei unseren Mitgliedern und Förderern, die uns im vergangenen Jahr aktiv und passiv unterstützt haben. Ohne Sie, meine Damen und Herren, würde im Natur- und Umweltschutz verdammt wenig passieren.

Bei drei langjährigen Mitgliedern konnten wir uns in der Versammlung persönlich bedanken. Der BN in Dinkelsbühl führte erstmals eine Ehrung durch und wir wollen das von nun an jedes Jahr so halten: 30 Jahre lang ist Dr. Burkhard Kallert Mitglied, Dr. Gerhard Weidringer und Roswitha Eder sind es seit 20 Jahren.

In der Versammlung habe ich meinen ersten PowerPoint-Vortrag gehalten und das vergangene Jahr Revue passieren lassen. Einen Jahresrückblick brauche ich an dieser Stelle nicht mehr halten. Das Naturschutztagebuch dokumentiert die Arbeit der Ortsgruppe vorbildlich. Allerdings wirken die Bilder in einem Vortrag ganz anders als diese kleinen Dinger hier auf dieser Website.

Sehr gut war der Vortrag von Helmut Altreuther, unserem Kreisgeschäftsführer, zum Thema: "Naturschutz und Naturnutz - die schleichende Veränderung des Naturhaushaltes". Er ging dabei sehr detailliert auf die Probleme mit der Land-, Forst- und Teichwirtschaft, der Jagd sowie der Flurbereinigung ein. An sehr vielen Beispielen zeigte er die schleichenden Veränderungen - pardon - Verschlechterungen in unser Heimatnatur. In einer Kulturlandschaft brauchen wir eine flächendeckende Landnutzung, doch diese müsse naturverträglicher, sprich extensiver gestaltet werden.
 
Das eine oder andere bei der Versammlung angesprochene wird hier in weiteren Beiträgen vertieft werden. So hatten wir heute einen Notartermin und konnten in der Mitgliederversammlung unseren Kauf einer Fläche in einem Talgrund bei Segringen öffentlich machen. Diese Fläche ist nun dauerhaft für den Naturschutz gesichert.

Bericht der FLZ über die Jahreshauptversammlung und Ehrung


Mit Kindern der Grundschule Stödtlen beim Biber 
17. April 2008


Die Grundschule Stödtlen hatte heute einen Projekttag zum Thema Wasser und ich wurde gefragt, ob ich nicht mit einer kleinen Gruppe den Biber besuchen möchte.

Wir besuchten ein Biberrevier unterhalb der Kläranlage von Stödten und danach ein Revier an der Rothach unterhalb von Mönchsroth.

Impressionen

Ein Damm ist hier die Voraussetzung für einen Biberlebensraum Ein Umgehungsgraben soll dabei helfen die Überschwemmung durch den Biber einzudämmen
Hier sehen Sie einen Fällplatz des Bibers und seine Burg Auf den umgenagten Bäumen wird erstmal gevespert
Die kleine Gruppe - dazwischen ein Trampelpfad des Bibers von der Rothach zu einem Graben

Mit dem Thema Biber war ich nicht zum ersten mal an der Grundschule in Stödtlen. Im Internet bin ich auf eine nette Sache gestoßen. Waltraud Fickel machte hier ihre Zulassungsarbeit für das Lehramt. Es wurde noch nie das Thema Biber liebenswerter und umfassender Kindern nahegebracht. Schade, so etwas gehört eigentlich im Lehrplan umgesetzt. Wenn Sie einen kleinen Eindruck davon bekommen möchten, was ich meine, dann schau`n Sie mal auf die Homepage der Grundschule.


Die aktuellen Zahlen der Amphibien-Wanderung in Diederstetten 
15. April 2008


Hier ist schon ein hübsches Paar unterwegs. Der Herr reist bequem Tierschützerin Jutta David

Jutta David gehört zu den vielen Menschen, die Tierleid nicht mit ansehen können und anstatt zu reden, die Sache einfach selber in die Hand nehmen. Deshalb steht an der Stelle wo ihr damals besonders viele tote Kröten und Frösche auf der Straße aufgefallen sind, ein Hinweisschild für die Autofahrer und seit dem stellt der Bund Naturschutz alljährlich einen Krötenzaun auf, den Jutta David während der Wanderzeit der Amphibien am Morgen und am Abend abgeht.

Der Krötenzaun bei Diederstetten ist nun abgebaut und hier sind die aktuellen Zahlen:

Grasfrosch 137
Wasserfrosch 51 
Erdkröte 660
Laubfrosch 21
Teichmolch 108
Bergmolch 60
Zus: 1037

Manch Eimer war voller Kröten und Frösche

  Das Sammeltaxi - bitte einsteigen Ein Eimer voller Frösche und Kröten

So sieht das Dankeschön der Grasfrösche aus.
Gucken Sie doch in diesen Tagen mal an und in das Wasser.

Laichballen des Grasfrosches (Foto Martin Zorzi)
 

Auch wir sagen Danke Jutta ;-)

Auch wir sagen Danke Jutta ;-)        (Foto Martin Zorzi)

Ich darf Ihnen zwei Beiträge im Naturschutztagebuch zu diesem Thema anbieten:
Amphibienschutz für Kröten mit Profilneurose (vom 7. April 2007)
Kröten, Frösche und Molche beginnen wieder zu wandern (vom 27. März 2008)


Jahreshauptversammlung der BN-Kreisgruppe Ansbach
10. April 2008


Mein dritter Naturschutztermin heute. Der Bund Naturschutz im Landkreis Ansbach hatte seine 4400 Mitglieder zur Jahreshauptversammlung eingeladen. Wie Sie vermutlich schon wissen, ist der Autor dieses Naturschutztagebuches hier 2. Kreisvorsitzender.

Bernd Horbaschek, Vorsitzender der BN-Kreisgruppe Ansbach

Wenn Bernd Horbaschek als Vorsitzender so das vergangene Jahr noch einmal an uns vorbei passieren lässt, vieles dabei gar nicht erwähnt, dann ist es immer noch eine erstaunliche Anzahl von Aktivitäten und Ideen.

Im Landkreis betreuen wir mit unseren Mitarbeitern mittlerweile 240 Hektar wertvollster Biotopfläche. Bei Aufkirchen haben wir im vergangenen Jahr 1,1 Hektar als Storchen- und Biberlebensraum erworben. Unser umfangreicher Fuhrpark machte einen Schlepperkauf (32.000 Euro) notwendig. Allein 106.000 Euro wurde in den Arten- und Biotopschutz investiert. 235 Tonnen Streuobst haben unsere Ehrenamtlichen angenommen. Ansbach hat wieder eine aktive Ortsgruppe...undsoweiter...

Die Fränkische Landeszeitung hatte über die Jahreshauptversammlung in zwei Artikeln berichtet:



Stromtod von Vögeln - der Naturschutz im Dialog mit N-ERGIE
10. April 2008


Mit dem Stromtod von Vögeln, einem eigentlich technisch vermeidbaren Problem, muss ich mich jetzt schon seit einigen Jahren befassen. Mittlerweile habe ich mir eine gewisse Fachkenntnis angeeignet und ich bedauere als Naturschützer diese Notwendigkeit.

Einmal im Jahr lädt unser regionaler Energieversorger, die N-ERGIE, uns Naturschützer ein zum Dialog. Es ist bereits das 7. Treffen der Projektgruppe "Vogelschutz an Mittelspannungsfreileitungen".

In meinem Beitrag vom 31. März 2007 können Sie sich über das letzte Treffen und die Vorgeschichte informieren. Diese Lektüre möchte ich Ihnen empfehlen.

Seit letzten Sommer ist Thomas Bruch Vogelschutzbeauftrager von N-ERGIE und damit der Nachfolger von Ernst Silberhorn. Der 30jährige ist seit zwei Jahren bei dem Unternehmen und wir freuen uns auf eine gute Zusammenarbeit mit ihm.

Nach seinen Angaben hat N-ERGIE 4800 Kilometer 20-kV-Freileitungen. Im Jahr 2007 wurden vom Unternehmen 1700 Masten vogelschutzgerecht nachgerüstet und ca. 517.000 Euro in den Vogelschutz investiert. Damit ist das Unternehmen auf einem guten Weg. 


Hier sehen Sie die heutigen Akteure. Am linken Foto sehen Sie die Naturschützer und auf dem rechten die Vertreter von N-ERGIE.

Bruno Täufer, Oda Wieding, Günter Möbus und Dagmar Furtmeier Uwe Burkhardt, Ullrich Meyer, Thomas Bruch und Peter Höfler

Das letzte Storchenbrutjahr war kein gutes gewesen. Bei einem Unwetter zu Pfingsten sind viele Storchenkinder gestorben. Umso bedauerlicher ist der Stromtod des einzigen Jungstorches von Wittelshofen. Thomas Ziegler, unser Storchenexperte, hat daraufhin einen Brief an N-ERGIE geschrieben, woraufhin das Unternehmen umgehend den Todesmast entschärft hat. Die Bilder, die Sie nun sehen werden, sind bisher unveröffentlicht. Wir verzichten hier ganz bewußt auf negative Pressearbeit und setzen stattdessen auf einen konstruktiven erfolgreichen Dialog mit N-ERGIE.

Den akuten Handlungsbedarf belegt nachfolgender Sachverhalt. Thomas Ziegler hatte 2007 im Landkreis Ansbach 14 Jungstörche beringt. Davon sind zwei ausfliegende Jungstörche im unmittlerbaren Nestbereich dem Stromtod erlegen - und zwar in Ornbau und Wittelshofen. Ein weiterer Jungstorch, der von Baiersdorf bei Erlangen gestartet war, ist auf seiner Wanderung nur bis Neunstetten gekommen. 

Der Todesmast von Ruffenhofen - mittlerweile wurde er gesichert Der einzige Wittelshofener Storchennachwuchs starb den Stromtod
Strommarken am Flügel Zum Glück werden einem solche Anblicke immer seltener zugemutet

Sehr unappetitlich sind die Funde von Bruno Täufer, der mir die nachfolgenden Aufnahmen zur Verfügung gestellt hat. Sie sehen einen sogenannten Lyra-Mast. Diese sind nur noch selten zu finden. Wegen der sehr geringen Abstände zwischen spannungsführenden Teilen und dem Metallmast kommt es sehr häufig zu Erdschluss mit Todesfolge.dem Stromtod

Aufgrund regelmäßiger Todfunde forden wir die sofortige Entfernung der Lyra-Leitung von Lehrberg. Diese rund anderhalb Kilometer lange Leitung besteht seit 1913 und ich möchte mir lieber nicht angesichts der nachfolgenden Bilder vorstellen, wieviele wundervolle Vögel in dieser Zeit dort umgekommen sein müssen. 
Bruno Täufer bezeichnet die Lyra-Masten von Lehrberg als elektrische Stühle. 

In drei Monaten haben wir einen Ortstermin mit N-ERGIE. Bis dahin prüft das Unternehmen alle Möglichkeiten. Wir sind dann sehr gespannt, was das Unternehmen mit dieser maroden Leitung machen wird und verprechen Ihnen hier am Ball zu bleiben.

Lyra-Masten - die elektrischen Stühle von Lehrberg Baujahr 1913 mit marodem Fundament. Die fallen demnächst von selber um
Stromopfer Mäusebussard Zwei Turmfalken - hier geht es "Schlag" auf "Schlag"

Diese Bilder können Sie sich in einer besseren Qualität auf meinem Web-Album bei Picasa ansehen.

Weitere Informationen zum Thema

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