Naturschutztagebuch - Teil 11

Begleiten Sie einen ehrenamtlichen Naturschützer.
Lernen Sie die Natur und den Naturschutz von einer anderen, persönlichen Seite kennen.

Neu: Naturschutztagebuch - Forum
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Eine Tagesfahrt des Landratsamtes mit Naturschutzbeirat und Naturschutzwacht
10. April 2008


Ein Urlaubstag mit gleich drei Naturschutzterminen. Das war mir dann doch zuviel. Die Tagesfahrt mit dem Landratsamt wollte ich eigentlich schon absagen, aber ich wurde gebeten, doch wenigstens bis zum Mittagessen mitzufahren.

So setze ich mich in mein Auto und fuhr zu einem Steinbruch bei Rothenburg. Im Steinbruch sah ich mich zuerst einem Dumper, also einem riesigen Kipplaster, gegenüber stehen und wurde gleich danach beinahe von einem Radlader überrollt. Für mich war Naturschutz schon immer ein Abenteuer.

Der Naturschutzbeirat ist ein beratendes Gremium der Naturschutzbehörde. Dieser Beitrag ist der Versuch eines Kompromisses aus meiner Verschwiegenheit als Beirat und der in diesem Tagebuch angestrebten Transparenz.

Eine gemeinsame Informationsfahrt des Naturschutzbeirates und der Naturschutzwacht Jeder hat seine Argumente: Landratsamt, Gemeinde, Steinbruchbesitzer

Als erstes wurde vor Ort über eine geplante Steinbrucherweiterung informiert. Es ist dabei wirklich sehr interessant sich die unterschiedlichen Sichtweisen anzuhören. In diesem Fall trugen das Landratsamt, die Gemeinde und der Steinbruchbesitzer ihre jeweiligen Argumente vor. Jedoch wurde nur informiert und es wurde keine Entscheidung des Beirates erwartet. Dieser Fall liegt gerade beim Bund Naturschutz zur Stellungnahme. Mich interessieren dabei der einzuhaltende Abstand zu Saubach und Ruhbach, beides streng geschützte Seitentäler der Tauber, die Ausgleichsmaßnahmen und die Sicherung eines archäologischen Bodendenkmals aus der Jungsteinzeit.

Weinberge wie man sie im Taubertal kennt

Schon ging es zum nächsten Objekt und ich fuhr gemütlich dem Bus des Landratsamtes hinterher. Der Naturschutzbeirat ist bei Grundsätzlichem zu beteiligen und ein neuer Weinberg im geschützten Taubertal hätte meiner Meinung nach dazu gehört. Bei Tauberzell wollen drei Gastwirtschaften gemeinsam einen eigenen Weinberg betreiben und in diesem sogar Weinproben anbieten. Doch dieser wird sich von den bekannten Weinbergen im Taubertal unterscheiden. Mit großem Aufwand wurden die über viele Generationen angehäuften Steinriegel erhalten und eine traditionelle Bruchsteinmauer ist neu errichtetet worden. Die Betreiber wollen dieses - wie auf meine Nachfrage von Seiten der Gemeinde als auch vom Landratsamt zu erfahren war - weiterhin bewahren. 

Ein kleiner Weinberg mit vielen alten Steinriegeln Traditionelle Bruchsteinmauern sind neu errichtet worden - im Hintergrund sieht man einen Steinriegel

Kurz vor dem gemeinsamen Mittagessen ging es noch um ein kleines Bauvorhaben im Taubertal in Sichtweite der Altstadt von Rothenburg. Es ging um die grundsätzliche Frage, ob hier im Außenbereich gebaut werden darf oder nicht. Ein sogenannter Präzedenzfall für den Naturpark also. Nach dem Mittagessen fuhr ich zur LBV Umweltstation am Altmühlsee, meinem zweiten Termin heute.


Kinder öffnen erstmals das Bodenfenster im Arche Noah Garten
09. April 2008


Das Bodenfenster wurde erstmals von Kindern geöffnet

"Mitgehen am Mittwoch" heißt eine Veranstaltung der Städtischen Jugendpflege in Dinkelsbühl. Die ist wohl immer mittwochs und richtet sich an Kinder im Alter von acht bis zwölf Jahren. Heute waren die Kids im Arche Noah Garten der Sinne. Gerhard Weidringer öffnete mit ihnen zum ersten mal unser Bodenfenster. Dabei war er wohl mehr gespannt als die Kinder selbst. Danach waren alle begeistert: es hat vor lauter Bodentieren nur so gewuselt.

Erst vor wenigen Tagen wurde das Bodenfenster mit Komposterde gefüllt. Das ist Futter für Bodentiere wie Asseln, Steinkriecher, Saftkugler, Springschwänze & Co.

Nicht schlecht für den Anfang. Der ist übrigens in meinem Beitrag vom 12. Dezember nachzulesen.



Monsanto, mit Gift und Genen (Dokumentarfilm ist online)
08. April 2008


In meinem Beitrag vom 19. März hatte ich Ihnen bereits eine Kurzfassung des Dokumentarfilmes Monsanto, mit Gift und Genen sowie eine sehenswerte Diskussion gezeigt. Beides lief auf arte und ist online anzusehen.

arte wiederholt den Dokumentarfilm Monsanto, mit Gift und Genen am Samstag, den 19.04.08 um 9.45 Uhr.

Alle, die über einen schnellen Datenzugang verfügen, können sich den Film in kompleter Länge hier online ansehen.



Das lesenwerte Interview mit Regisseurin Marie-Monique Robin.
 

Fernsehbeitrag über Thomas Ziegler und unsere Störche
07. April 2008


Das Umweltmagazin Unkraut berichtete heute in seiner Frühlingssendung über Thomas Ziegler und unsere Störche. In seinen Hintergrundinformationen im Internet verweist der Bayerische Rundfunk freundlicherweise auf unsere Storchenseite storch24.de.

Die Sendnung wird wiederholt werden am Dienstag, 8. April um 11.55 Uhr im Bayerischen Fernsehen, am Samstag, 12. April um 17.30 Uhr bei BR-alpha sowie am Sonntag, 13. April um 6 Uhr wieder im Bayerischen Fernsehen.

Mehr Infos im Storchentagebuch von Thomas Ziegler.



Gentechnikfrei genießen - unser Info-Stand in Dinkelsbühl
05. April 2008


Die Gentechnik ist nicht nach dem Geschmack von Klaus Eberhardt, unserem 2. Ortsgruppenvorsitzenden. Deshalb hat Klaus einen Info-Stand organisiert. Denn er möchte keine Gentechnik im Essen und in der Landwirtschaft. Dem schließen wir uns an.

Klaus Eberhardt hält nicht viel von der Gentechnik und hat deshalb einen Info-Stand organisiert

Gentechnikfrei genießen - unter diesem Motto informierten der Bund Naturschutz und das Bündnis für einen gentechnikanbaufreien Landkreis Ansbach. Auf dem Dinkelsbühler Wochenmarkt vor der Georgskirche trafen wir auf kritische Verbraucher und es ergaben sich viele Gespräche mit sehr netten Menschen.

 Nette Gespräche mit kritischen Verbrauchern am Dinkelsbühler Wochenmarkt

So ein Info-Stand ist schnell aufgebaut und macht dazu noch einen professionellen Eindruck. Unsere acht Aktiven heute sind es allemal. Das vielfältige Infomaterial haben wir uns kostenlos zuschicken lassen. Wir sollten so etwas wirklich öfters machen, allerdings in einer etwas wärmeren Jahreszeit. Dann aber mit Luftballons. So wie sich die Gene unkontrolliert verbreiten würden, fliegen sie über das Land.

Mit einfachen Mitteln kann man schnell einen professionellen Info-Stand aufstellen Hier interviewt Marcus seine Frau Alexandra mit dem Abendessen, einer Artischocke

Hier ist unser Flyer der Aktion zum Download: Innenansicht und Außenansicht.


Weitere Informationen finden Sie im Naturschutztagebuch und unter keine-gentechnik.de


Das neue Fachinformationssystem Natur mit bayernweiter topographischer Karte und Luftbildern(!) sowie der Anzeige vieler naturschutzrelevanter Daten im Internet
03. April 2008


Bernhard Walk hat mich auf einen sehr interessanten Link aufmerksam gemacht.

Nach dem Relaunch des Fachinformationssystems Natur können nun bayernweit Topographische Karten und Luftbilder (!) über das Internet eingesehen werden. Der Vorteil im Vergleich zu Google Earth oder früherer BayernViewer-Versionen ist, dass zum ersten Mal auch die Gauß-Krüger-Koordinaten der Mausposition in der Statusleiste angezeigt werden. Viele naturschutzrelevante Informationen wie zum Beispiel die FFH- und Vogelschutzgebiete, Naturschutzgebiete oder die Biotopschutzkartierung werden angezeigt.



Bayerische Biodiversitätsstrategie - Anspruch und Wirklichkeit
01. April 2008


Das Rauchverbot ist aufgehoben. Mit dieser Meldung schickte uns ein Radiosender in den 1. April. Ausgerechnet an so einem Tag wurde die bayerische Biodiversitätsstratgie der Öffentlichkeit vorgestellt. Ich erinnere mich noch gut daran, als ich das erste mal das schwierige Wort Biodiversität ausgesprochen habe. So kann ich verstehen, dass es unserem Ministerpräsideten Beckstein auch nicht so recht bei der Präsentation über die Lippen gehen wollte. Der sagt halt auch nur was ihm aufgeschrieben worden ist.

Bayerische Biodiversitätsstrategie

Das ambitionierte Ziel der Staatsregierung: bis 2020 dem Artenschwund in Bayern Einhalt zu gebieten und für wenigstens die Hälfte der Rote-Listen-Arten soll sich die Situation deutlich verbessern. 62 Prozent der heimischen Tier- und Pflanzenarten stehen in Bayern auf der Roten Liste. Doch mit bunten Flyern und warmen Worten wird das nicht gehen. Hier schweigt sich die Politik aus und vermeidet es bei der entscheidenden Frage nach mehr Personal und Geld konkret zu werden.

Kommen wir vom Anspruch zur Wirklichkeit.

Es gibt kein Geld für den Naturschutz

Auf den hoheitlichen Naturschutz möchte die bayerische Staatsregierung zugusten von freiwilligen Maßnahmen verzichten. Was gut klingt bedeutet in der Praxis Nichtstun. Das Geld, das die Naturschutzverwaltung für Artenhilfsprogramme, Vertragsnaturschutz und anderes hat, sind bescheidene 35 Millionen im Jahr. Zum Vergleich: Der Jahresetat der Straßenbauverwaltung beträgt 1,3 Milliarden. Die eine Verwaltung zählt 7000 Mitarbeiter, die andere 400. Natürlich ist letztere der Naturschutz.

Wenn nur endlich die bayerische Staatsregierung die längst vorhandenen Konzepte aus den Schublade holen, den Staub von ihnen blasen und diese Ideen umsetzen würde. Hoffentlich kommt es bald in der unmittelbaren Umgebung der Münchner Staatskanzlei zu dieser gewünschten erhöhten Feinstaubkonzentration.

Doch wer eine Autobahn durch das Isental trotz vorhandender Alternativen baut, ist in meinen Augen wenig glaubwürdig.

Ich erwarte schlicht und einfach, dass wir Bayern mit Taten und nicht nur mit Worten bei der Bonner UN-Naturschutzkonferenz im Mai glänzen können.  


Eine Natur - Eine Welt - Unsere Zukunft
Spot der im Mai 2008 stattfindenden UN-Naturschutzkonferenz in Bonn




Ein bel(i)ebter Kirchturm in Obermögersheim
01. April 2008


Die Friedhofskirche St. Martin in Obermögersheim

Heute war ich in Obermögersheim und habe mir zusammen mit Architekt Josef Ruhland, Pfarrer Matthias G. Ahnert und dem Schreiner Klaus Zinsmeister den beeindruckenden Kirchturm von St. Martin angesehen. Das wuchtige Bauwerk auf einer Anhöhe erinnert an einen Wehrbau. Musste es früher die Menschen beschützen, so können sich diese nun revancieren und dieses Haus Gottes vor dem Verfall bewahren. Für ein kleines Dorf mit gleich zwei Kirchen ist das keine leichte Aufgabe.

Schreiner Klaus Zinsmeister, Architekt Josef Ruhland und Pfarrer Matthias G. Ahnert (von links)

Ich bin wegen den treuesten Kirchgängern überhaupt dort hin gefahren. In Kirchen leben sie schon seit langer Zeit, die Schleiereulen, Turmfalken, Dohlen, Mauersegler und Fledermäuse. Als man intensiv in den 50er, 60er Jahren begann, die Gebäude mit Draht taubensicher zu machen, verloren sie ihre angestammten Wohnplätze.

Sie sehen einen traditionellen Brutplatz der Schleiereule, bevor mit Draht die Kirchtürme für Vögel hermetisch abgeriegelt worden sind

Man kann den gefährdeten Gebäudebrütern helfen.
Spezielle Nisthilfen sind hier ein guter Kompromiss. Kein Dreck kann ins Gebäudeinnere gelangen und die Vögel finden optimierte Brutmöglichkeiten vor. Die Tauben müssen draußen bleiben.

Josef Ruhland steht vor einem bereits installieren Schleiereulenkasten
 
Oben auf dem Turm haben sich mehrmals Turmfalken und Dohlen blicken lassen. Am Fuß der Kirche, unterhalb des Einflugloches eines dort installierten Nistkastens, sah ich Gewölle von einer Schleiereule am Boden liegen. Mit Nistkästen wären sicherlich hier leicht Mauersegler anzusiedeln. Wenn oben ohne viel Aufwand hinter den Lamellen drei Nistkästen für Dohlen angebracht werden, könnte ich mir vorstellen, dass diese die Kirche frei von Tauben halten. Sie sind in der Hinsicht sehr dominant. Ob meine Vorschläge letztendlich von der Kirchengemeinde aufgegriffen und umgesetzt werden, kann ich noch nicht sagen.

Zumindest eine Brutmöglichkeit soll sofort geschaffen werden. In solchen Mauernischen ist das ohne großen Aufwand möglich.

In solchen Mauernsichen lassen sich ohne großen Aufwand Brutmöglichkeiten schaffen

Gewölle von Turmfalke und Schleiereule

Gewölle von Turmfalke und Schleiereule


Ein Beitrag von kirchlicher Seite:
glocken-online.de


Streuobstpflanzungen in Kirchheim am Ries
29. März 2008


Als Naturschützer sollte man eigentlich einmal im Jahr etwas pflanzen. Und da ich am Ortsrand von Kirchheim am Ries eine Streuobstwiese mit herrlichen alten Obstbäumen besitze, bot es sich an, hier junge Bäume nachzupflanzen, um den wertvollen Lebensraum Streuobstwiese zu erhalten. Mit dem Landwirt, der diese Wiese mäht, war diese Maßnahme im Vorfeld besprochen worden. Die Bäume wurden von der Umweltgruppe Kirchheim spendiert, die auch die Pflege der heute gepflanzten Streuobstbestände übernehmen wird.

Der Biologe Martin Weiß ist Vorsitzender der Umweltgruppe Kirchheim

So vielfältig die Natur, so vielfältig ist der Naturschutz. In Kirchheim am Ries gibt es seit 1990 eine Umweltgruppe. Hervorgegangen aus einem erfolgreichen Kampf gegen eine Giftmüll-Verbrennungsanlage, verschrieb sich die Gruppe danach der Heide- und Landschaftspflege. 11 Aktive trafen sich heute zu einer gemeinsamen Pflanzaktion.


Zum Auftakt pflanzten der Biologe Martin Weiß und Bürgermeister Dr. Gunter Bühler zusammen einen Baum. Hoffentlich bleibt es nicht bei diesem einen und es folgen noch weitere auf dem Stadtgebiet von Bopfingen. 

Martin Weiß und Bürgermeister Dr. Gunter Bühler pflanzen zusammen einen Baum

Auf der Gemarkung Kirchheim ging es dann weiter mit den Pflanzungen, die sich über den ganzen Tag erstreckten. Neben meiner und noch einer anderen Streuobstwiese wurde ein Weg zum Goldberg bepflanzt. Diesen öffentlichen Grund hatte zuvor ein Landwirt unter dem Pflug gehabt. Diese jungen Bäume werden einmal landschaftsprägend sein.

In der freien Landschaft sollten dabei die alten lokalen Sorten den Vorzug erhalten.


Da ich noch nicht dazu gekommen bin, eine einfache Anleitung zum fachgerechten Pflanzen von Obstbäumen zu erstellen, möchte ich Ihnen stattdessen einige Impressionen von diesem schönen Tag hier zeigen. Verstehen Sie es ruhig als eine Anregung und vielleicht verspüren Sie selbst Lust  einen Baum zu pflanzen, oder zwei, oder drei...

Impressionen von der Pflanzaktion in Kirchheim

Paul Lutz zeigte uns wie man Obstbäume richtig schneidet Es ist ganz einfach Bäume zu pflanzen und gemeinsam macht es noch mehr Spaß - vorallem auf einem Acker
Mit einer Ramme werden die Stickel in den Boden getrieben Bäume sind cool
Martin mit Ramme. Wir haben es später geschafft, zwei der vier Griffe abzubrechen Beate band die Bäume am Stickel fest Reinhard versorgte die Bäume gleich mit Wasser
Streuobstpflanzung auf einem Acker entlang eines Weges zum Goldberg Auch wenn man so richtig dreckig wird, macht es Spaß Es wird aber noch ne Zeit dauern bis man auf die jungen Bäume klettern kann
Meine Streuobstwiese mit ihren alten und nun auch jungen Obstbäumen Auch im Naturschutz ist Alt und Jung gleich Zukunft. Bei Streuobstwiesen ist es nicht anders.


Kröten, Frösche und Molche beginnen wieder zu wandern
27. März 2008


Lebensmüde? Nein - die Kröte leidet unter Profilneurose

Unsere Kröten, Frösche und Molche beginnen wieder mit den einsetzenden wärmeren Temperaturen zu wandern. Die ehrenamtlichen Naturschützer bekommen nun im wahrsten Sinne des Wortes alle Hände voll zu tun. Von uns Autofahrern wird erneut Rücksichtsnahme an den Wanderwegen der Amphibien erwartet. 

Im Internet finden sich dazu viele Informationen.

Bund Naturschutz in Bayern:
http://www.bund-naturschutz.de/amphibienwanderung.html
http://www.amphibien.bund-naturschutz.de

NABU:
http://www.amphibienschutz.de
Was es generell mit den Laichwanderungen auf sich hat, erläutert Annette Rosendahl im aktuellen NABU-Podcast, zu dem sie ausführlich Amphibienexperte Andreas Krone befragt hat.
 


Ein Gedanke von mir an Ostern an das Ei
24. März 2008


An Ostern habe ich mich durch verschiedene, wunderschön mit Eiern gestaltete Osterbrunnen zu einem Gedanken an das Ei inspirieren lassen. Auf dem Foto sehen Sie den Osterbrunnen von Frankenhofen.

Zu Ostern werden viele Brunnen wunderschön mit Eiern geschmückt - wie hier in Frankenhofen

Ich bin dankbar darüber, einem privilegierten Kreis im ländlichen Raum anzugehören, der in ein eng verwobenes Netz des familiären und nachbarschaftlichen Tauschhandels eingebunden ist. So kenne ich noch das krähen des Hahns und weiß, dass meine Eier von Mistkratzern stammen, die eben auf solchem kratzen dürfen.

In den Supermärkten sollte man beim Einkauf davon nicht ausgehen.
Ob Bahlsen, Verpoorten, Coppenrath & Wiese, Birkel, Dickmann oder Lambertz: In den Produkten dieser - und vieler anderer - Firmen  werden Milliarden Eier aus qualvoller Käfighaltung verarbeitet. Viele Verbraucher wissen das nicht - und sie werden darüber auch nicht informiert. Zwar wollten Bundesrat und Bundestag die Käfighaltung von Legehennen ab 2007 verbieten. Die entsprechende Verordnung trat 2002 in Kraft. Doch die Eierindustrie ignorierte die Entscheidung. Einige Bundesländer versuchten kontinuierlich, das Verbot wieder rückgängig zu machen und sie hatten Erfolg! Am 7. April 2006 hat der Bundesrat entschieden, das Verbot der Käfighaltung von Legehennen, das ab dem 1. Januar 2007 gelten sollte, außer Kraft zu setzen und ausgestaltete Käfige, die auch beschönigend als "Kleinvolieren" bezeichnet werden, in Deutschland einzuführen. Die überwiegende Mehrzahl der Eier stammt nach wie vor aus den tierquälerischen Legebatterien.

Ob die Hühner qualvoll oder glücklich leben - darauf können wir mit unserem Kaufverhalten Einfluss nehmen

Irgendwie müssen wir Verbraucher es wieder einmal selber richten. Während wir bei vielen Produkten überhaupt nicht wissen - und es auch nicht wissen sollen - was da so genau drin ist, haben wir Verbraucher beim Ei eine einfache Wahl. Ob die Hühner qualvoll oder glücklich leben - darauf können wir mit unserem Kaufverhalten Einfluss nehmen.


Kein Ei aus Quälerei. Kein Ei mit der 3. 


Das Eier-Einmaleins - ein praktischer Einkaufsführer vom Bund Naturschutz (PDF)

Der Deutsche Tierschutzbund fordert die Kennzeichnung der Eierherkunft auf den Packungen und Verzicht auf Käfigeier in Produkten. Werden Sie selbst aktiv!


Genießen Sie ein Frühstücksei von glücklichen Hühnern.


Die Museumsbahn fährt wieder mit der Dampflokomotive
23. März 2008


Zu Ostern überzieht noch einmal der Winter die Landschaft mit einem Abschiedsgruß. Bei einem Spaziergang genieße ich den letzten Schnee. Besonders freut es mich, wenn mir dabei die Dampflokomotive 41 1150-6 der Museumsbahn auf der Romantischen Schiene bei Greiselbach begegnet. Etwas später sehe ich sie auf der Rückfahrt, diesmal rückwärts fahrend. Ich kann einen Besuch des Bayerischen Eisenbahnmuseums in Nördlingen und eine Fahrt mit der Museumsbahn empfehlen.

Die Dampflok 41 1150-6 fährt Richtung Dinkelsbühl



Die Dampflok 41 1150-6 fährt wenig später Richtung Nördlingen, diesmal rückwärts.




Arme Sau - Das Geschäft mit dem Erbgut (Film über Monsanto, 44 Min.)
23. März 2008


Es darf kein Patent auf Leben geben!

Ich kann es nur immer wieder sagen, es darf kein Patent auf Leben geben. Sehen Sie sich diesen Film unbedingt einmal an. Er dauert 44 Minuten.

Arme Sau - Das Geschäft mit dem Erbgut



Beschreibung zum Film:

Sehr erschütternde Doku über Genfood. In drei unauffälligen Aktenordnern schlummert brisantes Material - ein Patentantrag auf Schweine. Genforscher des großen amerikanischen Biotechnologie-Konzerns Monsanto haben bestimmte Abschnitte des schweinischen Erbgutes entschlüsselt und beschrieben. Diese wollen sie nun weltweit als Patent anmelden. Im Falle einer Erteilung wäre Schweinezucht nur noch mit der Genehmigung des Konzerns möglich. Das alarmiert die deutschen Züchter. die story folgt einen auf seinem Weg durch deutsche Schweineställe. Mit DNA-Tests will er beweisen, dass in den Patentanträgen keine Erfindungen stehen, sondern dass hier ein Teil Natur, nämlich das ganz normale Schwein, in die Hände einer einzigen Firma fallen soll. Die Konsequenz für die Bauern: Würde das Patent genehmigt, müssten sie für jedes Schwein, das diese Genmarker trägt, Geld an Monsanto überweisen. Bei Futtermitteln, wie z.B. dem Genmais, ist das längst der Fall. Aber es ist nicht nur die Frage des Geldes, der die story nachgeht, sondern auch die Frage, welche Risiken diese Nahrungsmittel für den Verbraucher haben. In Amerika gibt es bereits Fälle von Unfruchtbarkeit bei Tieren, die mit dem entsprechenden Genmais gefüttert wurden. Was geschieht mit dem Menschen, wenn er das Schwein isst? Die Prognose von deutschen Genforschern lautet: Kleine Züchter werden wohl bald aufgeben müssen, weil weltweit nur noch ein paar große Konsortien im Wettstreit um ein marktgerechtes Schwein erfolgreich sein werden.


25 Anzeigen von Chemie-Konzernen im dlz-agrarmagazin
22. März 2008


Da die Landwirtschaft von zentraler Bedeutung für den Naturschutz ist, lese ich regelmäßig interessiert die verschiedenen Agrar-Magazine, die so auf unserem Bauernhof eintrudeln. Dabei sind mir in der aktuellen April-Ausgabe des dlz-agrarmagazins 25 Anzeigen von Chemie-Konzernen aufgefallen.

Wie frei kann eine von Bauern gelesene Fachpresse sein, wenn deren Anzeigenmarkt von der Großchemie dominiert wird?
Ist hier noch eine unabhängige Berichterstattung zu erwarten? Hinter dem dlz-agrarmagazin steht der Deutsche Landwirtschaftsverlag und dessen Aufsichtsratsvorsitzender ist Bauernpräsident Gerd Sonnleitner. So gibt im Agrarbereich eine Hand die andere. Durch diesen Filz kommen nicht einmal die hartnäckigsten Reformer. Das geht auf unsere Kosten, liebe Steuerzahler, und auf die Kosten der bäuerlichen Familienbetriebe.

Von den 25 Anzeigen waren vier von Syngenta. Darunter wirbt eine mit dem Wort Allesreiniger und im Bild steht eine Maispflanze in einem Blumentopf steril auf hellen Fliesen in einem sauberen Wohnzimmer.
Der Blick aus dem Wohnzimmerfenster fällt auf ein ödes Maisfeld. So stellen sich also Chemiekonzerne unsere Agrarlandschaft vor. Immerhin besteht die Hälfte Deutschlands aus Landwirtschaftlicher Nutzfläche. Eine andere Werbung dieses Konzerns zeigt einen Killer, darunter die Worte Der Graskiller. Auf seiner Homepage Syngenta.com wirbt der Konzern immer noch für das im Trinkwasser nachweisbare und seit 1991 in Deutschland verbotene Atrazin

Neun Anzeigen waren von BASF, sieben von Bayer zwei von Monsanto und die weiteren von Firmen, die mir jetzt nicht so geläufig sind.

In der EU wird momentan eine Diskussion über ein Verbot gefährlicher Pestizide geführt. Ich bin sehr gespannt, was davon übrig bleiben wird, wenn sich erst die übermächtige, milliardenschwere Lobby der Agrarwirtschaft darüber hergemacht hat. Am 14. April wissen wir Verbraucher mehr.


Kennen Sie das BayWa-Lied der Biermösl Blosn? Es wurde so richtig bekannt, als die Bayerische Staatsregierung ein bereits fertiges Schulbuch hat einstampfen lassen, weil der Liedtext unter der Rubrik Musik provoziert zu finden war. Wir wissen bis heute nicht, was diese Aktion den Steuerzahler gekostet hat. Im neuen Schulbuch hatte man aber vergessen, es aus dem Inhaltsverzeichnis zu nehmen, und so ist es vielleicht heute noch dort zu finden und weckt die Neugier der Schüler. Musik provoziert!





Winters Abschiedsgruß
21. März 2008


Das Leberblümchen blüht bereits im Vorfrühling. Seine Blätter sind dreilappig (Foto Hans Wolf)

Eigentlich wollte ich Ihnen heute zum Frühlingsanfang die Frühblüher unserer Pflanzenwelt vorstellen. Das Leberblümchen zum Beispiel, dessen Blüten von pollenfressenden Käfern bestäubt und dessen Samen von Ameisen verbreitet werden. Oder den Huflattich, der mich entlang meiner Wege begleitet. Jetzt als Blume und später als markantes Blatt. Die ersten Blumen sind ein schöner Frühlingsgruß.
 
Der Huflattich blüht schon längst. Bald begleitet mich sein markantes Blatt auf meinen Wegen.

Zum kalendarischen Frühlingsanfang schickte der Winter uns wie so oft einen Abschiedsgruß. Das erste frische Schnittlauchbrot zu Karfreitag ist ausgefallen. Neuer Schnee lag auf dem Schnittlauch. Ein Blick aus meinem Schlafzimmerfenster auf den ersten Frühlingstag. 

Ein Blick aus meinem Schlafzimmerfenster auf den ersten Frühlingstag

Dazu habe ich ein Gedicht von Günther Mehlhorn bei www.Gedichte.com gefunden:

Winters Abschiedsgruß

Flockentanz von vielen wilden
kleinen weißen Eisgebilden.
Wollen mit mir fröhlich scherzen,
selbst bei fünf Grad plus, im Märzen.

Vor dem Fenster, voll Entzücken
tanzen sie wie tausend Mücken,
die, um Vogelfraß zu meiden,
sich als weißer Stern verkleiden.

Wie sie tanzen, wie sie schweben.
Sehen aus, als ob sie leben.
Kommen auf der Erde dann
nur als feuchte Tropfen an.

Petrus hat ein kurzes Leben
seiner weißen Pracht gegeben.
Dieser fröhliche Genuss
ist des Winters Abschiedsgruß.




Nisthilfen werden im Weißen Turm angebracht
20. März 2008


Dem Bund Naturschutz liegen die Gebäudebrüter am Herzen. Heute haben die ehrenamtlichen Naturschützer Matthias Bräuer und Josef Merz Brutmöglichkeiten für verschiedene Gebäudebrüter im Weißen Turm geschafffen. Sie sehen die beiden gerade im Einsatz und bei der Montage der Mauersegler-Nisthilfen. Die Vorgeschichte können Sie im Beitrag vom 24. Februar 2008 nachlesen.

Diese Arbeit ist alles andere als komfortabel. Das Mauerwerk ist krumm und schief und die Nisthilfen müssen daran angepasst werden. Die Nisthilfen werden vor Ort zusammengebaut. In einem alten Turm mit engen Luken ist das auch gar nicht anders möglich. 

Josef Merz und Matthias Bräuer bauen im Weißen Turm die Nisthilfen zusammen Josef Merz und Matthias Bräuer mit einem selbstgebauten Mauersegler-"Hochhaus"

Hier sehen Sie Matthias mit einem Bauteil eine Leiter hinaufsteigen. Das ist auch nicht jedermanns Sache. Also meine zum Beispiel nicht. Im Mauersegler-"Hochhaus" fehlt jetzt nur noch der raue Bodenbelag, damit die Vögel dort ihre Eier ablegen können ohne dass diese wegrollen.

Matthias Bräuer bringt ein Bauteil eine Leiter hinauf

Wir bedanken uns bei Matthias Bräuer und Josef Merz für ihren ehrenamtlichen Einsatz, der einen ganzen Tag lang dauerte. Das letzte Wort bleibt den Vögeln vorbehalten, die durch einen baldigen Einzug und eine erfolgreiche Brut das entscheidende Dankeschön dadurch zum Ausdruck bringen.

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Percy Schmeiser erhält Schadenersatz von Monsanto
Monsanto räumt Verantwortung für gentechnische Kontamination ein

19. März 2008


Percy Schmeiser kämpft gegen Monsanto und die Gentechnik

Percy Schmeiser, der Nobelpreisträger, der bei uns in Herrieden am 5. Januar seinen 77. Geburtstag gefeiert hat, erhält Schadenersatz von Monsanto. Monsanto räumt Verantwortung für gentechnische Kontamination ein.

Weitere Informationen unter www.keine-gentechnik.de

Kennen Sie den Film Monsanto, mit Gift und Genen ?

Hier sehen Sie eine achtminütige Zusammenfassung des Films mit den wichtigsten Schlüsselszenen in guter Bildqualität als Online-Video:




Der Fernsehsender Arte zeigte nach diesem Beitrag eine sehr interessante Diskussion mit José Bové und Renate Sommer (CDU). Diese Diskussion ist sehr sehenswert.




Aktueller Stand der Vorbereitung der 4. Ansbacher Artenschutzwoche im Rahmen von BayernTour Natur
17. März 2008



In meinem Beitrag vom 5. November hatte ich Sie eingeladen, mich bei den Vorbereitungen der Artenschutzwoche zu begleiten. Ich habe mich so in die Arbeit gestürzt, dass ich doch glatt vergessen habe, Sie mitzunehmen und so fasse ich die Vorbereitungen für Sie hier kurz zusammen. Dabei ist "die Menschen mitzunehmen" doch der eigentlich Kerngedanke meines Projektes. Die Naturschützer wollte ich mitnehmen, um mit ihnen zusammen die Natur und den Naturschutz von seiner schönsten Seite vorzustellen. Die Landnutzer wollte ich mitnehmen, da es nur ihre Hände sind, die mit ihrer Arbeit diese Kulturlandschaft mit den darin enthaltenen Kleinoden erhalten können. Die Politiker wollte ich mit einbinden. Damit die nicht immer nur in Bierzelten reden müssen. Und den Naturschutz nicht ganz nach dem Wahlkampf vergessen. Ja, und auch Sie wollte ich mitnehmen. Letztendlich ist diese Veranstaltung für Sie gemacht und ich möchte Sie herzlich zu einem Besuch der Artenschutzwoche einladen. Eine Woche lang soll der Artenschutz im Fokus der Öffentlichkeit stehen. Manch Unbekanntes ist im Bekannten zu entdecken.

Die Organisation ist eigentlich ganz einfach. Als ersten Schritt habe ich alle mir bekannten Personen angeschrieben, die sich beruflich oder ehrenamtlich für den Naturschutz interessieren und einsetzen.
Das Schreiben ging natürlich als E-Mail raus, da ich über keinerlei finanzielle Mittel verfüge. Mit einer Internet- und Telefonflat ist so eine Artenschutzwoche ohne nennenswerte Kosten zu organisieren. Das Kapital sind die Menschen, die sich jedes Jahr aufs Neue einbringen. Es ist schon etwas besonderes, im vierten Jahr der Artenschutzwoche noch immer neue Mitwirkende gewinnen zu können.

Am 20. November wurden die eingegangenen Vorschläge gemeinsam bei Kaffee und Kuchen beim Bund Naturschutz in Ansbach besprochen. Das Ziel war es, ein attraktives Programm zu erarbeiten und die einzelnen Veranstaltungen räumlich, thematisch und zeitlich optimal über den Landkreis zu verteilen und alle Aktiven im Naturschutz, die dieses wollten, einzubinden.

Die einzelnen Veranstalter habe ich dann gebeten, mir bis zum 10. Dezember die ausformulierten Veranstaltungsvorschläge zukommen zu lassen. Anita Ullmann vom Landratsamt Ansbach hatte hierfür ein Formblatt erstellt, das die Arbeit sehr erleichtert hat. Natürlich trudelten die wenigsten Vorschläge zu diesem Termin ein.

So wurde es auch in diesem Jahr wieder etwas knapp und zum Termin, den mir das Organisationsteam von BayernTour Natur mitgeteilt hat, kam ich dann doch noch in eine Streßsituation. Irgendwie klappt es dann doch immer wieder und ich konnte alle Veranstaltungen (fast) temingerecht in die Eingabemaske von BTN eingeben. An der Stelle bedanke ich mich bei Holger Kasat vom Umweltministerium für seine Hilfe. Im Ministerium gilt unsere Artenschutzwoche übrigens als Vorzeigeprojekt. Damit ärgern sie die anderen Regierungsbezirke, glaub ich. Die Regierung von Mittelfranken, die sich an dieser Artenschutzwoche nicht beteiligt, will sogar den Umweltminister zur Artenschutzwoche einladen. Ich hab da nichts dagegen. Das besondere, darauf lege ich aber wert, ist nicht der Besuch eines Ministers, sondern die Artenschutzwoche und die Menschen, die dahinter stehen. Wenn er kommen sollte, sagt er hoffentlich etwas konkretes was den Naturschutz voranbringen wird. Zumindest erwarte ich das.

Am 22. Januar habe ich Landrat Schwemmbauer gefragt, ob er wieder Schirmherr der Artenschutzwoche sein wolle. In diesem Gespräch habe ich drei Schwerpunkte des Naturschutzes aufgezählt. Zum einen den Klimaschutz, dann die Gentechnik und schließlich die Biodiversität mit der dazugehörenden Konferenz in Bonn im Mai. Die Artenschutzwoche findet passender weise kurz danach statt. Er hat gerne die Schirmherrschaft übernommen und ich hoffe, er hat dieses mal mehr Zeit. Bislang hat er noch an keiner Veranstaltung teilgenommen. Von einem kurzen Grußwort einmal abgesehen. Der angestrebte Dialog blieb bislang auf der Strecke. Er war auch bereit die anfallenden Kosten für den Flyer zu übernehmen.

Den Flyer gestaltete Reinhard Reck am 17. Februar. Bei ihm und bei Harro Werner, der sich auf Fehlersuche bei der Rechtschreibung begab, möchte ich mich besonders bedanken. An Druckkosten sind bei 10.000 Flyern lediglich 400 Euro angefallen. Es sind die einzigen Kosten.

Meine nächste Aufgabe ist die Pressearbeit, doch bis dahin habe ich noch etwas Zeit. Landrat Schwemmbauer wird auch in diesem Jahr wieder die Gemeinden anschreiben um in den Amtsblättern im gesamten Landkreis Ansbach auf die Veranstaltungen der 4. Ansbacher Artenschutzwoche im Rahmen von BayernTour Natur 2008 hinzuweisen.


Kurze Blütenpracht auf der Krokuswiese bei Oberhard
15. März 2008


Krokusblüten mit einer Hummelkönigin

Wenn sich der Frühling Bahn bricht und die Natur sich regt, erfahren es die Bürger des Weilers Oberhard unweit der Landesgrenze als eine der Ersten. Je nach Witterung blühen um Ostern herum massenhaft Krokusse auf einer Wiese und das schon seit so langer Zeit, dass sich niemand mehr daran erinnern kann, wie sie dahin gekommen sein mögen. Es ist die violette Form von Crocus albiflorus, die auf dieser Wiese verwildert neben Schnittlauch wächst. Das Vorkommen beschränkt sich auf diese eine Wiese. Die Blüten öffnen sich dem Betrachter nur bei Sonnenschein. In zwei Wochen ist meist die Blütenpracht vergangen.

Wer von Dinkelsbühl aus mit dem Auto Richtung Fichtenau fährt, kann die Krokuswiese von Oberhard gar nicht verfehlen. Sie liegt auf Höhe des Ortes linker Hand. Dort befindet sich ein kleiner Parkplatz.

Die Bilder sind von Barbara Langston und stammen von unserem Besuch der Krokuswiese im April 2006.

Immer um Ostern herum blüht die Krokuswiese bei Oberhard


Energiesparlampen günstig im Internet
13. März 2008


Günstige Energiesparlampen im Internet

Sehr günstige Energiesparlampen gibt es jetzt im Internet, sie werden allerdings in China hergestellt: 
http://www.co2kampagne.de


Artenschutzwoche im Ostalbkreis vom 13.-22. Juni 2008 (Flyer PDF) - und die Vorgeschichte der Ansbacher Artenschutzwoche
12. März 2008


Im benachbarten Ostalbkreis ist vom 13.-22. Juni 2008 ebenfalls eine Artenschutzwoche geplant.


Vorgeschichte der Ansbacher Artenschutzwoche:

Als ich im Jahr 2004 eine Veranstaltung der Artenschutzwoche im Ostalbkreis zum ersten mal besuchte, habe ich zwei Anregungen für mich mit nach Hause genommen. Bei der Heilpflanzen-Exkursion des Apothekers Thure Etzold in Ellwangen wurde mein bis heute andauerndes Interesse an der Flora geweckt und ich habe mir vorgenommen, mein unvollständiges Wissen über die Welt der Pflanzen zu vertiefen. Die Idee, eine Artenschutzwoche selber zu organisieren, habe ich an der selben Veranstaltung nach einem Gespräch mit dem Naturschützer Hans Wolf mit nach Ansbach genommen. Die Idee der Ansbacher Artenschutzwoche war geboren und gedeiht seitdem prächtig.

Die erste Ansbacher Artenschutzwoche hatte auch schon ein Thema, die Flora-Fauna-Habitat-Richtlinie. Im Jahr 2004 war es das ganz große Thema gewesen. Bauern-Funktionäre brüllten das Wort Enteignung in das Land und sahen im Naturschutz den Untergang des Bauernstandes. Die Naturschutzbehörden entsanden daraufhin ihre Mitarbeiter in die Gaststätten des Landkreises Ansbach, um die Bauern  zu beruhigen und über die geplanten FFH- und Vogelschutzgebiete sachlich zu informieren.

Ich habe fast jede dieser Veranstaltungen damals besucht - und habe zugehört. Mit der Artenschutzwoche wollte ich alle Naturschützer im Landkreis zusammentrommeln und zusammen mit den Mitarbeitern der Naturschutzbehörden 2005 die FFH- und Vogelschutzgebiete der Bevölkerung vorstellen. Nicht in Rauchschwaden gefüllten Schankräumen, sondern draußen in der Natur. In den Schatzkammern der Natur, um es mit meinen Worten zu sagen. Den Landrat habe ich als Schirmherrn gewonnen. Bei jeder Exkursion waren Landwirte und andere Landnutzer dabei, die mit ihrer eigenen Hände Arbeit beitragen, diese wertvollen Kleinode unserer Kulturlandschaft zu erhalten.

Ja, in der ersten Ansbacher Artenschutzwoche steckte damals mein ganzes Herzblut. Am 14. Juli 2004, meinem 30. Geburtstag, führte ich in einer Brauereigaststätte in Fürnheim ein Gespräch mit Norbert Körber. Er war damals für den Vertragsnaturschutz im Landkreis Ansbach verantwortlich und ist heute Sachgebietsleiter an der Unteren Naturschutzbehörde. Nach diesem Gespräch hatte ich die erste konkrete Zusage für eine Veranstaltung und ich begann mit den Vorbereitungen.

Doch genug in meinen Erinnerungen gekramt. Demnächst können Sie hier einen Beitrag über die Vorbereitungen der nun schon 4. Ansbacher Artenschutzwoche im Rahmen der BayernTour Natur 2008 lesen.


Kreistag beschliesst "Gentechnikfreie Ostalb"
11. März 2008


Gentechnikfreie Region Ostalb

Ein historischer Tag: Die Ostalb bleibt gentechnikfrei. Der Ostalb-Kreistag hat sich heute zu einem gentechnikfreien Landkreis bekannt.
Nach dem Main-Tauber-Kreis ist der Ostalbkreis als zweiter Landkreis in Baden-Württemberg zur gentechnikfreien Zone erklärt worden.

Das Aktionsbündnis Gentechnikfreie Region Ostalb und auch Landrat Klaus Pavel haben in den vergangenen Wochen engagiert für einen gentechnikfreien Landkreis geworben.

Lesen Sie hier den im Kreistag des Ostalbkreises angenommen Antrag der Verwaltung und einen Presseartikel.


500 Bauern demonstrieren beim Bauernverband
10. März 2008

Bauerndemo beim eigenen Bauernverband
 
Rund 500 Bauern demonstrierten mit Kuhglocken, Sirenen, Blasmusik und Transparenten beim und gegen den eigenen Bauernverband in München. Es brodelt schon lange unter der scheinbar geschlossenen Oberfläche des Bauernverbandes. Viele Bauern sind ungehalten über die Entscheidungen der Verbandsspitze. Sie kritisieren die Qualität des Informationsflusses im Verband und wollen als Basis öfter gehört und informiert werden.

Die Demonstranten erwarten vom Bauernverband ein klares Nein bei der Grünen Gentechnik. Am kommenden Dienstag diskutiert der Bauernverband wegen dem Druck der Basis noch einmal über das Thema Gentechnik. Ich persönlich erwarte hier eine klare Position des Bauerverbandes gegen die Grüne Gentechnik.

Richtig kocht es beim Thema Milch. Die bayerischen Bauern möchten die Milchquote behalten, während sich der Deutsche Bauernverband für deren Abschaffung ausgesprochen hat. Zudem solle der BBV endlich den BDM (Bundesverband Deutscher Milchviehhalter) anerkennen und mit ihm reden und zusammenarbeiten. In manchen Regionen Bayerns tobt fast schon ein Krieg zwischen den Anhängern von BBV und BDM. Viele Milchbauern fühlen sich vom BBV nicht mehr vertreten.

Außerdem fordern die Demonstranten die Trennung von Amtsfunktion im Bayerischen Bauernverband und einem politischen Mandat, beispielsweise im Landtag. Beim Bund Naturschutz ist das schon lange Usus und hat sich bewährt.

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