Naturschutztagebuch - Teil 1

Begleiten Sie einen ehrenamtlichen Naturschützer.
Lernen Sie die Natur und den Naturschutz von einer anderen, persönlichen Seite kennen.
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Laubaustrieb und Blüte der Kastanien
29. April 2007

Im Frühling ist der gleiche Spaziergang jeden Tag etwas anders. Es lohnt sich in dieser Jahreszeit ganz besonders mit offenen Augen durch die Natur zu gehen.

Die Tage werden länger und die Pflanzen sind in der Lage das mitzubekommen und reagieren mit Blüte und Laubaustrieb. Das frische Grün unserer Wälder ist zurzeit einfach überwältigend.

Ich hab mir mal die Zeit genommen, um den Laubaustrieb und die Blüte der Kastanien bei mir zuhause anzuschauen.

Der Laubaustrieb zieht sich über mehrere Tage hin und es geschieht nicht bei allen Bäumen der gleichen Art gleichzeitig. Nehmen Sie sich doch einfach mal selbst die Zeit und beobachten Sie die spannende Entwicklung bei Ihnen zuhause.

Aufnahmen vom 8. April

Die geschlossene Knospe ist ganz klebrig bei der Kastanie


Langsam öffnet sie sich

Ein Prozess der sich über Tage hinziehen kann

Schon ist die Baumart an den Blättern auch für Laien erkennbar

Aufnahme vom 22. April

Die zu erwartende Pracht zeichnet sich schon jetzt ab

Aufnahmen vom 28. April

Prachtvoll

Ein fantastischer Anblick. Links daneben blüht schon der Flieder

Ein grünes Tor in voller Blütenpracht bei Uttenstetten




Ins Wasser und unter den Baum geschaut
28. April 2007

Heute war ich am Grafmichelhof um mich mit Kindern an einem Gewässer umzusehen. Ein kleiner Weiher, auf dem gerade der Wasserhahnenfuß weiß blüht und in dem keine Fische drin sind, erschien mir dafür sehr gut geeignet.

Mit Keschern und Küchensieben wurde das Wasser behutsam nach Lebewesen im Wasser abgesucht...
Ein kleiner Weiher ohne Fischbesatz und mit Wasserhahnenfuß Die Kinder schauen nach was in solch einem Gewässer lebt

...und dann gemeinsam unter die "Lupe" genommen, genauer gesagt unter die Becherlupe...
Das Ergebnis wird gesichtet. Ein Kind erschreckt sich dabei und läuft weg 2 Molche in Becherlupe
Verschiedene Kleinlibellenlarven 2 Wasserskorpione

Wenn Sie also ein kleines Gewässer haben, dann verzichten Sie ruhig auf Fischbesatz. Es wird sich ein so reichhaltiges Kleintierleben in dem Tümpel entwickeln, das Sie ganz begeistern wird.

Zum Abschluß gab es zur Stärkung leckere Pizza
Zum Schluß gibt es noch leckere Pizza

Liselotte Unseld kam zufällig vorbei und stelle den Hesselberger-Saft vor. Lecker!
Liselotte Unseld stellt den "Hesselberger" vor

Danach fuhr ich noch in den Wald. Herr Klopfer hatte unter einen Horstbaum eine junge Eule gefunden und mich angerufen.
Herr Klopfer zeigt mir hier gerade den Horstbaum

Darunter liegt ein winziger Waldkauz

Wir fuhren die erst wenige Tage alte Eule zu Reinhold Schuster. In seiner Wildvogelpflegestation wird das junge Ding nun aufgepeppelt. Als erstes bekam es eine Maus zur Stärkung. Der Mäuseschwanz hat dabei noch herausgeschaut.

Reinhold Schuster kümmert sich jetzt in seiner Wildvogel-Pflegestation um ihn

Zuerst gibt es ne Maus zur Stärkung

Hier sind noch weitere Gäste in seinem Etablissement
Turmfalke Ein kleiner Fuchs


Heute war außerdem der Tag der erneuerbaren Energien. Gucken Sie doch einfach mal nach was bei uns im Landkreis Ansbach oder in den anderen Landkreisen geboten war. Sie wissen ja, über den Klimawandel und darüber was man dagegen tun kann, kann man nie genug wissen. 



Demo zum Internationalen Tag gegen Lärm
25. April 2007

Das kleine Dorf Greiselbach leidet unter dem zunehmenden Lkw-Durchgangsverkehr. Deshalb fordern die Bürger eine Umgehungsstraße.

Um auf ihr Anliegen aufmerksam zu machen, haben sie zum Internationalen Tag gegen Lärm eine Demo organisiert. Es war das Ziel, die Ortsdurchfahrt der Bundesstraße 25 mit geparkten Fahrzeugen für Brummis unattraktiv zu machen.

Unübersichtliche Ausfahrten und enge Kurven Es ist nicht die erste Protestaktion in Greiselbach
Protest Umgehung jetzt! 
Achtung hier wohnen Kinder! Es könnte auch DEINS sein !!!
Wir wollen unsere Kinder nicht wegsperren müssen Betroffene Bürger im Gespräch mit der Presse
LAUT - LAUTER - LAUTER LKW RUHE !
Rede der Politiker - immer wieder unterbrochen von Lkw Das Parken innerhalb geschlossener Ortschaften ist erlaubt
                              
In die Natur hineingehört
22. April 2007

Einmal im Jahr - es ist schon eine kleine Tradition - treffen wir uns zu einem Spaziergang am Sonntagmorgen um den Vogelstimmen zu lauschen.

Mit Fernglas und Fernrohr der heimischen Vogelwelt auf der Spur

Dieses mal ging es um 7 Uhr bei herrlichen Wetter los um die vielfältige Vogelwelt von Dinkelsbühl zwischen der Stadtmauer und dem Naturschutzgebiet "Walk- und Gaisweiher" kennenzulernen. Ich wurde dabei begleitet von Matthias Bräuer (BN) und Alfred Blaser (LBV) sowie von einigen Naturinteressierten, die einfach Freude an Unterschied und Unterscheidung haben.

Ich muss mich jedes mal neu in das Vogelstimmenkonzert hineinhören. Aber ich finde, es lohnt sich allemal und ist eine Bereicherung für jeden Spaziergang. 

Die Vegetation ist heuer drei Wochen früher dran als sonst und wir waren gespannt, ob es in der Vogelwelt genauso ist. Zumindest mit den Mauerseglern hätten wir um diese Zeit noch nicht gerechnet.

Zum ersten Mal konnten wir am Walkweiher - und damit schon eine kleine Sensation - ein Blaukehlchen beim Singen und Balzen beobachten.

Blaukehlchen



Wichtig ist uns Naturschützern auch, dass die Vogelwelt am Gaisweiher durch das dort neu entstehende Baugebiet nicht gestört wird.  

Insgesamt haben wir 38 Vogelarten gesehen oder gehört!

Von den Bewohnern der Feldflur haben wir dieses mal leider nur wenig gesehen und gehört. Nach dem in den 70er und 80er Jahren die Wiesenbrüter weitgehend bei uns verschwunden sind, droht nun den Bewohnern der Feldflur durch eine neue Intensivierungswelle in der Landwirtschaft, ausgelöst durch den Boom der Biogasanlagen und dem großflächigen Anbau nachwachsender Rohstoffe, ein ähnliches Schicksal. Die vom Naturschutz erhoffte Extensivierung der Landwirtschaft ist ausgeblieben. Selbst um einst so häufige Arten wie die Feldlerche müssen wir uns heute bereits Sorgen machen. Die Rote Liste Bayerns führt sie als gefährdet.


                                             


Die Löwenzahnblüte überzieht unsere Wiesen
19. April 2007

Die letzten Tage waren schön und warm. Das hat genügt, um unsere grünen Wiesen mit einem Meer aus gelben Löwenzahn zu überziehen. Schön ist sie, die Löwenzahnblüte und eindrucksvoll.

Ein gelbes Meer aus Löwenzahnblüten überzieht jetzt unsere grünen Wiesen

Der Löwenzahn ist ein Überlebenskünstler

Der Löwenzahn ist ein Überlebenskünstler Der Löwenzahn ist ein Überlebenskünstler

Die frischen, jungen Löwenzahnblätter sind gesund und kann man in einen leckeren Frühlingssalat geben. Wer die Bitterstoffe nicht so mag, kann den Bittergeschmack durch Wässern etwas abmildern. Sein lateinischer Name Taraxacum officinale verrät eine früher weit verbreitete Verwendung als Heilmittel. Mit den gelben Blüten färbte man einst die Butter, daher rührt der volkstümliche Name Butterblume. 

Die Pflanze ist ein Stickstoffanzeiger, d.h. sie kommt mit der Überdüngung unserer Wiesen durch Gülle sehr gut zurecht und wird durch diese sogar gefördert. Ein weiterer Konkurrenzvorteil gegenüber den anderen Wiesenblumen ist die tiefliegende Blattrosette. Der Bauer mäht über diese einfach hinweg.

Das Allgäu will mit seinen schönen gelben Löwenzahnwiesen für Touristen werben. Ob diese Touristen schon vergessen haben wie schön und artenreich diese Wiesen dort einst waren?



Unterwegs an der Rothach - ein Flüsschen mit und ohne "h"
18. April 2007

In den letzten Tagen war ich dreimal an der Rothach. Ein schöner kleiner Fluss, der teilweise richtig verwildert durch die Landkreise Schwäbisch Hall, Ostalbkreis und Ansbach fließt. Auf der Seite von Baden-Württemberg schreibt sich das Flüsschen ohne "h", in Bayern dann mit "h".

Heute war ich mit zwei Schulklassen aus Mönchsroth an der Rothach im Landkreis Ansbach unterwegs.

Zuerst wird das Tier vorgestellt...
Am Anfang wird der Biber vorgestellt

...dann nach seinen Spuren gesucht
Hier kann man die Nagespuren sehen und anfassen

...und die Biberburg besucht
Die Biberburg


Am Dienstag war ich im Ostalbkreis bei der Konrad-Biesalski-Schule in Wört, einer Heimsonderschule für Körperbehinderte.

Mit Rollis ins Biberrevier...
Mit heißen Reifen ins Biberrevier

...zum Biberdamm...
Ein Biberdamm ist ein beeindruckendes Bauwerk

...zum Bau...
Der Bau ist dieses mal unter der Erde und nur etwas mit Holz bedeckt

...zur Brotzeit auf einer Brücke im Biberrevier
Brotzeit auf einer Brücke inmitten des Biberreviers


Am 11. April war eine Exkursion mit Martin Zorzi vom Umweltzentrum Schwäbisch Hall an den Oberlauf der Rotach, einem Natura 2000-Gebiet.
Martin Zorzi erklärt den Teilnehmern die Zusammenhänge Abendstimmung


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Kappelbucklämmchen
16. April 2007

Backidee Kappelbucklämmchen

Um die alte Kulturlandschaft am Kappelbuck bei Beyerberg erhalten zu können, ging man in der Gemeinde Ehingen im Naturschutz und in der Umweltbildung ganz neue Wege.

Am 6. Mai lädt der Verein Genuss Erlebnis Kappelbuck zu einem Apfelblütenfest ein.

Ob es das oben abgebildete leckere Kappelbucklämmchen geben wird, weiß ich noch nicht, sonst ist dort aber viel geboten. Ein kurzer Einblick in den für diesen Tag geplanten Ablauf soll Ihnen einen kleinen Vorgeschmack auf das Fest geben.

 7.00 Uhr    Vogelstimmenwanderung mit Christoph Weber und mir vom BN,
                    anschließend ist ein Frühstück geplant

10.00 Uhr  Gottesdienst im Freien mit Umweltpfarrer Gerhard Monninger

danach blabla

Anschließend Mittagessen (Lammeintopf, Gegrilltes und Hitzplatz aus dem Holzbackofen)

Kaffee und Kuchen, Apfelleberwurst und Käse.

Den ganzen Nachmittag über werden Natur- und Kräuterführungen für Erwachsene und Naturerlebnisaktionen für Kinder in dem weitläufigen Gelände angeboten.

Mehr hier über das Naturerlebnis Kappelbuck




Vom Laich zum Fröschle
11. April 2007

Jetzt lohnt sich ein Spaziergang ans Wasser. Die Laichzeit der Frösche und Kröten gehört zu den eindrucksvollsten Erlebnissen an einem Tümpel. Deshalb habe ich dieses Osterwochenende mal nach den Erdkröten und Grasfröschen am Hopfenweiher gesehen.

Bei uns in Greiselbach ist es doch sehr ländlich und fast scheint die Zeit stehengeblieben zu sein, wie diese Bilder belegen.

Eine über 70 Jahre alte Dampflock im Güterverkehr eingesetzt Eine Dampflock braust vorbei

Die Frösche und Kröten sind hier ohne größere Probleme an ihr angestammtes Laichgewässer gelangt. Im Wasser kann man schon die etwa faustgroßen bis zu 4000 Eier enthaltenden Laichballen der Grasfrösche und die zweireihigen Laichschnüre der Erdkröten, mit 2000 bis 6000 Eiern finden.

Grasfrosch Laichballen vom Grasfrosch

Bei den Erdkröten werden die kleineren Männchen von den Weibchen huckepack getragen zweireihige Krötenschnur


Die Entwicklung des Lebens so hautnah beobachten zu können, hat mich schon als Kind fasziniert.  Ob die Kinder von heute immer noch nach den Fröschen gucken? Zu wünschen wäre es den Kindern und den Fröschen.

Der Laichballen des Grasfrosches am Karfreitag
Der Laichballen des Grasfrosches am Karfreitag (Großaufnahme)

Der Laichballen des Grasfrosches am Ostermontag
Der Laichballen des Grasfrosches am Ostermontag

Die jungen Fröschle von heute (Kaulquappen)
Die Kaulquappen vom Grasfrosch

Fortsetzung folgt...




Amphibienschutz für Kröten mit Profilneurose
7. April 2007

Lebensmüde? Nein - Die Kröte leidet unter Profilneurose

Wenn die Frühlingssonne den Boden erwärmt, wiederholt sich jedes Jahr eine
kollektive Massenwanderung. Kröten, Frösche und Molche verlassen ihre unterirdischen Winterquartiere. Zielsicher krabbeln und kriechen sie unaufhaltsam zu ihren teils kilometerweit entfernten Laichplätzen. Vor allem in feuchtwarmen Abend- und Nachtstunden, vorzugsweise bei leichtem Regen und einer Temperatur von über 5°C, spielt sich dieses Naturphänomen ab. Wenn die Amphibien dabei Straßen überqueren müssen, droht ihnen massenhafter Tod. Entweder sie werden überfahren oder von den Luftwirbeln schnell fahrender Autos erfasst, hochgewirbelt und tödlich verletzt.

Bei den Erdkröten werden die kleineren Männchen von den größeren Weibchen getragen

Um dieses Massensterben wenigstens zu begrenzen wird im Frühling eine der
größten Artenschutzaktionen Deutschlands gestartet. An über 400 Wanderwegen in Bayern werden von den Straßenmeistereien und vom Bund Naturschutz mobile Zäune mit Fangeimern aufgestellt, an denen Tausende ehrenamtlicher Helfer/innen jährlich nahezu eine halbe Mio. Amphibien retten!

Amphibienzaun beidseitg der Straße vom Bund Naturschutz aufgestellt Die Amphibien plumsen in die Eimer

Allein im Landkreis Ansbach sammeln seit 1985 inzwischen jeweils rund
80 Helfer/innen an 30 Wanderwegen mehrere Zehntausend Amphibien ein
(2006 insgesamt 22.812 Tiere) und bringen sie sicher zu den Laichgewässern.

Trotz zahlreicher fleißiger Helfer/innen ist dies aber nicht immer und überall
möglich. Nur an besonders stark begangenen Wanderwegen und in der
Hauptwanderzeit ist der hohe Aufwand zu bewältigen.

Amphibienschutz ist dringend notwendig: Die Bestände in Bayern sind anhaltend rückläufig, 14 der 19 heimischen Amphibienarten stehen inzwischen auf der Roten Liste gefährdeter Tiere. Selbst früher häufige Arten wie Teichmolch und Grasfrosch sind in manchen Regionen Bayerns weitgehend verschwunden.

Ausgeräumte Ackerlandschaften, viel zu intensive Landwirtschaft und immer noch zunehmende Landschaftszerschneidung mit neuen Straßen fordern ihren Tribut.

Jährlich nur zeitweise aufgebaute Amphibienzäune sind wichtige Notbehelfe,
aber keine Dauerlösung. Deshalb ist es wichtig, dass generell mehr Rücksicht
auf wandernde Amphibien genommen wird - in jeder feuchten, warmen Nacht
von März bis Oktober ist mit ihnen zu rechnen! Insbesondere aber müssen
Kleintiere beim Neubau und Ausbau von Straßen berücksichtigt werden. Zwar
gibt es eine Zusage der Obersten Baubehörde, die ca. 200 wichtigsten Übergänge Bayerns auch nachträglich mit Kleintiertunneln auszustatten, die Umsetzung läuft aber leider sehr schleppend. Im Stadt- und Landkreis sind erst
wenige feste Anlagen installiert (z.B. Scheerweiher, Windsbach) oder geplant
(Feuchtwangen, Südosttangente Ansbach). Allzu oft werden feste Anlagen
auch bei Straßenneubauten von politischer Seite verhindert - nicht selten mit
Argumenten auf Stammtischniveau.

Ein zweites zentrales Element im zukünftigen Amphibienschutz ist die Renaturierung der Talauen. Dies würde nicht nur Hochwasserprobleme lösen, sondern auch zahlreichen Amphibienarten wieder natürliche, dynamische Lebensräume schaffen - gerade auch durch die Tätigkeit der Biber.

Amphibien sind hervorragende Bioindikatoren und wichtige Glieder der Nahrungsketten - sowohl als Vertilger von (dem wirtschaftenden Menschen nicht
immer wohl gesonnenen) Kleintieren, als auch als Nahrungsgrundlage für
viele andere Tierarten, wie z.B. für Störche, Reiher und Greifvögel.

Amphibienschutz bietet zudem auch vielen Kindern und Jugendlichen spannendes Naturerleben und die Möglichkeit, gefährdeten Arten mit persönlichem Einsatz direkt zu helfen.

Informationen zu den Wanderwegen und Kontakte für die dringend erwünschte Mithilfe bei den Sammelaktionen erhalten Sie hier:
www.amphibien.bund-naturschutz.de

Geschafft !!!

Der Text stammt von Dipl.-Biologe Uli Meßlinger und ist im Grünen Stachel erschienen, der Mitgliederzeitschrift der BN-Kreisgruppe Ansbach. Die Bilder sind von mir.




Fledermäuse zu Besuch
6. April 2007

Vom Winterschlaf der Fledermäuse war hier ja schon einmal die Rede. Der ist jetzt zu Ende und die Tiere suchen ihre traditionellen Sommerquartiere auf.

Je nach Fledermausart können das natürliche Baumhöhlen im Wald sein, die der Specht oder der Blitz gemacht hat...

Spechthöhle - Fledermäuse sind die Nachmieter Auch der Blitz macht Löcher und Spalten für Fledermäuse

...oder ganz normale Häuser. Hier sehen Sie einen Dachgiebel eines neuen Hauses. Der Einflug der Fledermäuse ist hier zwischen Dachziegel und Holzverschalung.

In diesem Dachgiebel fliegen Fledermäuse ein Zwischen Dachziegel und Holzverschalung ist der Einflug

Viele Fledermausarten verstecken sich ziemlich gut in ihren Quartieren. Doch ihr Kot verrät ihre Anwesenheit.
Spätestens jetzt können Sie sicher sein, Fledermäuse als Untermieter zu haben.

Kot auf Fensterbrett


Diese Woche hat mich eine Familie darum gebeten, mir einmal ihr Haus deswegen anzusehen. Dabei hat mich der Fledermausexperte Björn Zacharias begleitet. Im Dachboden fanden sich tatsächlich Spuren von Fledermäusen. Da es aber nur sehr wenig Kot war, handelt es sich vermutlich um Einzeltiere. Wahrscheinlich ist es ein Männchenquartier. Diese verbringen den Sommer alleine.

Es ist wichtig, dass die Tiere in Ihren Quartieren ungestört sind. Entscheidend ist dabei die Akzeptanz der Hausbesitzer. Bei der besagten Familie war das aber kein Problem. Zum einen sind sie Mitglied im Bund Naturschutz und zum anderen machen die Fledermäuse auch keine nennenswerten Probleme.

Sie besiedeln nur bereits vorhandene Hohlräume und machen daher nichts kaputt. Ihr Kot ist für die Gesundheit des Menschen nicht gefährlich und ist als vorzüglicher Pflanzendünger bekannt. Mit einem Besen ist er schnell weggekehrt und wer möchte, kann eine Plane an der Stelle auslegen.

Übrigens sahen wir auf jeder Dachgiebelseite einen anderen Kot. Hier darf ich Ihnen nun die mutmaßlichen Untermieter vorstellen. 

Mich kennen Sie ja schon. Gestatten, Braunes Langohr Kleine Bartfledermaus

Auf dem nächsten Bild erkennen Sie noch einmal vorne rechts den Dachgiebel. Während hier einzelne Männchen der Kleinen Bartfledermaus ein- und ausfliegen, sehen Sie im Hintergrund einen Kamin. Dort ist der Ein- und Ausflug einer bereits bekannten Wochenstube der Kleinen Bartfledermaus. Im Gegensatz zu den männlichen Einzelgängern ziehen Fledermausweibchen gemeinsam in einer Wochenstube ihren Nachwuchs groß. Hier sollen es 20-30 Tiere sein. Vielleicht gelingt es mir mal sie zu zählen.

An diesem Kamin ist der Aus- und Einflug einer Wochenstube 

Sie haben auch Fledermausbesuch bekommen? Freuen Sie sich und seien Sie gute Gastgeber!

Wenn Sie mögen, melden Sie doch einfach das Quartier an die entsprechenden Behörden und Verbände. In meinem Fall ist es die Koordinationsstelle für Fledermausschutz in Nordbayern. Telefon: 09131 85 28788

Die beantworten Ihnen dann alle Ihre Fragen und können Ihnen dabei auch verraten, welche Fledermausart Sie denn nun als Untermieter beherbergen.



Der Spatz hat Frühlingsgefühle

5. April 2007

Momentan ist das Wetter wunderschön und geht es richtig ab in der Natur. Bei den Spatzen sind schon die Frühlingsgefühle aufgekommen. Sie balzen und tragen Nistmaterial in die ausgewählten Behausungen. Bald werde ich wieder die Frage hören: "Sag mal, du bist doch Naturschützer, was kann ich denn gegen die Spatzen machen?"

Sie beobachten und sich an ihnen freuen, sag ich dann immer und die Reaktion darauf ist dann meist ein verständnisloses Kopfschütteln. Mir ist das aber egal.

Der Spatz - hier ein Männchen

Ein Spatzenpaar hat sich auf unserem Bauernhof ein altes Mehlschwalbennest als Behausung ausgesucht. Wie unschwer auf dem Foto zu erkennen ist.

Spatzennest im alten Schwalbennest

Bis die Mehlschwalben aus dem Winterquartier zurückkehren, werden sie von mir eine künstliche Nisthilfe angeboten bekommen.

Mehlschwalben-Nisthilfe

Praktisch, gleich zum ausklappen Innenansicht der Mehlschwalben-Nisthilfe

Wer mehr zum Spatz lesen möchte, dem empfehle ich diesen Download. Der Spatz hat es immerhin schon einmal zum Vogel des Jahres geschafft. Es gibt nichts, was ich diesem Racker nicht zutrauen würde:

http://www.nabu.de/downloads/vogelschutz/jahresvogelbroschuere.pdf


Im Anschluß nun zwei herrliche Gedichte von Wilhelm Busch zum Spatz.

Spatz und Schwalben (Gedicht von Wilhelm Busch)

Es grünte allenthalben.
Der Frühling wurde wach.
Bald flogen auch die Schwalben
Hell zwitschernd um das Dach.

Sie sangen unermüdlich
Und bauten außerdem
Am Giebel rund und niedlich
Ihr Nest aus feuchtem Lehm.

Und als sie eine Woche
Sich redlich abgequält,
Hat nur am Eingangsloche
Ein Stückchen noch gefehlt.

Da nahm der Spatz, der Schlingel,
Die Wohnung in Besitz.
Jetzt hängt ein Strohgeklüngel
Hervor aus ihrem Schlitz.

Nicht schön ist dies Gebaren
Und wenig ehrenwert
Von einem, der seit Jahren
Mit Menschen viel verkehrt.



Der Spatz (Gedicht von Wilhelm Busch)

Ich bin ein armer Schreiber nur,
Hab weder Haus noch Acker,
Doch freut mich jede Kreatur,
Sogar der Spatz der Racker.

Er baut von Federn, Haar und Stroh
Sein Nest geschwind und flüchtig,
Er denkt, die Sache geht schon so,
Die Schönheit ist nicht wichtig.

Wenn man den Hühnern Futter streut,
Gleich mengt er sich dazwischen,
Um schlau und voller Rührigkeit
Sein Körnlein zu erwischen
.

Maikäfer liebt er ungemein,
Er weiß sie zu behandeln;
Er hackt die Flügel, zwackt das Bein
Und knackt sie auf wie Mandeln.

Im Kirschenbaum
frißt er verschmitzt
Das Fleisch der Beeren gerne;
Dann hat, wer diesen Baum besitzt,
Nachher die schönsten Kerne.

Es fällt ein Schuß, der Spatz entfleucht
Und ordnet sein Gefieder.
Für heute bleibt er weg vielleicht,
Doch morgen kommt er wieder.

Und ist es Winterzeit und hat`s
Geschneit auf alle Dächer,
Verhungern tut kein rechter Spatz,
Er kennt im Dach die Löcher.

Ich rief: Spatz komm, ich füttre dich!
Er faßt mich scharf ins Auge.
Er scheint zu glauben, daß auch ich
Im Grunde nicht viel tauge.




Vom kalten Altbau zum behaglichen 3-Liter-Haus 
1. April 2007

Vor dem Hintergrund der derzeitigen Klimaerwärmung und in Hinblick auf die in den letzten sieben Jahren um durchschnittlich 12% gestiegenen Energiekosten, veranstalteten der Bund Naturschutz und die Sparkasse Dinkelsbühl einen Informationsabend zum Thema Energieeinsparung an Gebäuden. Die Veranstaltung war mit rund 100 Teilnehmern sehr gut besucht und zeigt die Aktualität des gewählten Themas.

Die Veranstaltung war mit gut 100 am Thema Interessierten sehr gut besucht Klaus Schulz, Vorstandsmitglied der Sparkasse DKB
Stadtbaumeister Holger Göttler

 
Zu Beginn informierte Stadtbaumeister Holger Göttler über baurechtliche Gesichtspunkte bei der energetischen Altbausanierung, die aber bei Einhaltung der vorgeschriebenen Abstandsflächen von drei Metern in der Regel genehmigungsfrei seien. Dennoch seien Gespräche mit dem Bauamt im Vorfeld sinnvoll.
 
 Pia Regner hält einen fundierten Vortrag

 
Danach zeigte Bauingenieurin Pia Regner aus Ehingen auf wie der Heizenergieverbrauch um 50-90% reduziert werden kann. Deutlich wurde bei ihrem Vortrag, dass der Bauherr mit der Zielvorgabe, welchen Energiestandard das Gebäude nach der Sanierung erreichen soll, eine Festlegung für die nächsten 40 Jahre trifft. Ein Gebäude nur halbherzig zu dämmen und dann nach zehn Jahren die Dämmstärken noch einmal aufzustocken ist nicht wirtschaftlich, betonte die Referentin. Deshalb rät sie dazu Passivhauskomponenten bei der Sanierung einzusetzen und nach dem Motto „Wenn schon denn schon“ zu verfahren.

Dabei wurde die Überlegung in den Raum gestellt, dass ein gut erhaltener Altbau, der von der Bausubstanz noch weitere fünfzig bis hundert Jahre genutzt werden kann, so saniert werden sollte, dass heutige Vorgaben für energieeffiziente Neubauten der Maßstab sind. In diesem Zusammenhang wurde  aufgezeigt, welche Dämmstärken notwendig sind, um den gesetzlichen Energiestandard nach EnEV (Energieeinsparverordnung) um 30-50% zu unterschreiten.

Dies ist hinsichtlich unserer endlichen fossilen Energien und aufgrund des Klimawandels heute schon notwendig. Nur wenn bereits heute begonnen wird mit Passivhauskomponenten auch die bestehenden Gebäude zu sanieren, werden wir bis 2050 eine Halbierung des Heizenergieverbrauches hinbekommen. Dies wiederum sei notwendig um dann unseren Energieverbrauch mit regenerativen Energien decken zu können, so Regner.

Anhand praktischer Beispiele und Baustellenbilder erläuterte Bauingenieurin Pia Regner anschaulich die Sanierungsmöglichkeiten an den unterschiedlichen Bauteilen eines Hauses und zeigte die Vor- und Nachteile unterschiedlicher Herangehensweisen auf und wie mit energieeffizienter Haustechnik zusätzlich der Wohnkomfort verbessert werden kann. So sollten zum Beispiel Dachsparren überdämmt werden oder neue Fenster wärmebrückenfrei in eine wärmegedämmte Wand angebracht werden und Lüftungsanlagen mit Wärmerückgewinnung Verwendung finden.

An einem Reihenmittelhaus wurde die schrittweise Sanierung erläutert und das Ergebnis, ein moderner, gut gedämmter Bau mit großzügiger Südverglasung, Holzpelletheizung und 90% Primärenergieeinsparung anschaulich dargestellt.

Staatliche Fördermittel erhöhen zudem die Wirtschaftlichkeit einer energetischen Altbausanierung. Gefördert wird eine Energieberatung vor Ort mit Berechnung des Energieverbrauchs und Untersuchung mehrer Sanierungsvarianten. Zuschüsse und zinsgünstige Darlehen bietet derzeit die Kreditanstalt für Wiederaufbau (KfW). Seit dem 1.1.2007 werden zudem verstärkt Gebäudesanierungen mit bis zu 20% Zuschuss gefördert, die den gesetzlichen Energiestandard um 30-50% unterschreiten.


Der Stromtod - mit N-ERGIE im Dialog
31. März 2007

Dafür haben Naturschützer 30 Jahre lang gekämpft: 2006 lag kein einziger toter Storch mehr unter einer Stromleitung in Mittelfranken. In anderen Regionen sieht das leider immer noch anders aus.

Stromtod eines Weiltinger Jungstorches Stromtod

Ein kleiner Rückblick...es ist erst wenige Jahre her, dass diese Bilder bei uns in der Region noch schreckliche Realtiät waren. Hier zu sehen sind die beiden Weiltinger Jungstörche, die bei ihren ersten Flugversuchen im Jahr 2001 an einem ungesicherten Strommasten auf eine schreckliche Art und Weise sterben mussten.

Storchenexperte Thomas Ziegler übergibt 2600 Unterschriften an N-ERGIE
 
Damals haben wir vom Bund Naturschutz 2600 Unterschriften gesammelt und diese an N-ERGIE, unseren Regionalversorger in Mittelfranken, übergeben. Das Unternehmen hat sich dabei verpflichtet bis 2012 alle Strommasten und Leitungstrassen so abzusichern, dass kein Vogel mehr daran umkommen muss und hat dafür 5 Millionen Euro eingeplant. Nichts anderes schreibt heute der Gesetzgeber vor. Einen detaillierten Rückblick finden Sie hier:
http://www.bn-ansbach.de/storchcam/stromtod.htm

Seitdem lädt N-ERGIE einmal im Jahr die Vertreter von LBV und Bund Naturschutz zu einem Runden Tisch ein. Am Donnerstag war das 6. Treffen der Projektgruppe "Vogelschutz an Mittelspannungsfreileitungen" und ich bin der Einladung, auch wenn ich kein Fachmann bin, gerne nachgekommen.
 
Ernst Silberhorn, Vogelschutzbeauftragter von N-ERGIE will Dialog und Zusammenarbeit Ullrich Meyer, Peter Höfler und Helmut Krauß (N-ERGIE)

2006 hat das Unternehmen nach eigenen Angaben ca. 1.730 Strommasten in den drei Landkreisen Ansbach, Neustadt/Aisch-Bad Windsheim und Weißenburg-Gunzenhausen gesichert und dabei 482.000 Euro in den Vogelschutz an Freileitungen investiert. Erdverkabelungen sind in diesem Betrag nicht enthalten. Ein Schwerpunkt der Schutzmaßnahmen 2007 wird der noch weitgehend ungesicherte Bereich um das Seeadlervorkommen am Altmühlsee sein. Damit sind bis jetzt, es ist gerade Halbzeit,  40% der Strommaste im Bereich der N-ERGIE gesichert worden. Das Unternehmen wird seine Anstrengungen verstärken müssen, um die uns gegenüber gemachte Zusage, bis 2012 komplett fertig zu sein, einhalten zu können.
 
Günter Möbus (LBV) weist kompetent auf die Schwachstellen der Technik hin Günter Möbus und Oda Wieding (LBV) im Gespräch mit Bruno Täufer (BN NEA)
 
Bruno Täufer, der sich ehrenamtlich beim Bund Naturschutz Neustadt/Aisch engagiert, hat sich für mehr Erdverkabelung ausgesprochen und erinnerte an die Aussage des damaligen N-ERGIE-Vorstand Juling, nachdem alle neuen Leitungen verkabelt werden.

Nicht so glücklich sind wir mit der Linie des Umweltministeriums. Andere Stromversorger wehren sich gegen "flächendeckende Schutzmaßnahmen" und stoßen dabei im Ministerium anscheinend auf Verständnis.

Da ist mir persönlich der Dialog und die Zusammenarbeit mit der N-ERGIE schon wesentlich lieber. Das sage ich nicht nur, weil das Unternehmen den Betrieb unserer Storchenkamera unterstützt und in unserem Bereich die Strommasten als erstes gesichert hat. Vielmehr ist es die Tatsache, dass bei uns 2006 kein einziger toter Storch mehr unter einer Stromleitung lag. In anderen Regierungsbezirken sieht es da ganz anders aus. Es gibt immer noch Stromversorger, die bis heute noch nicht in die Gänge gekommen sind. Und wir haben einen Staat, dem das offenkundig am Arsch vorbeigeht. 


Monitoring von Biberrevieren in Westmittelfranken
Kurzfassung der Untersuchung vom Dezember 2006 (PDF)
30. März 2007
 
Grundwasserneubildung Biotopgestaltungnatürlicher Hochwasserschutz Plüschbiber

Hier möchte ich Ihnen die angekündigte Kurzfassung einer Monitoring-Studie von ausgewählten Biberrevieren in Westmittelfranken vorstellen, die der Bund Naturschutz in Auftrag gegeben hat. Die Ergebnisse sind sehr lesenswert:

http://www.bn-ansbach.de/biber/Kurzfassung_Biber_06.pdf


Text der "Biberresolution von Dürrwangen"
29. März 2007

Hier möchte ich Ihnen wie versprochen, den Text der "Biberresolution von Dürrwangen" unkommentiert vorstellen. Je nach Weltanschauung werden Sie vielleicht der Resolution Kritik oder Zustimmung entgegenbringen. Ich frage mich nur, und vielleicht Sie auch, warum die Abgeordneten, die dieses so vehement fordern, nicht einfach ihr Anliegen in Form eines Antrages im bayerischen Landtag einbringen.

Hier ist der von mir unkommentiere Text der Biberresolution:


„Mensch und Biber brauchen bessere Regelungen für ihr Zusammenleben“

Resolution des Bayerischen Gemeindetags im Landkreis Ansbach,
der Teichgenossenschaft des Landkreises Ansbach,
des Bayerischen Bauernverbandes im Landkreis Ansbach,
den zuständigen Landtagsabgeordneten aus dem Landkreis Ansbach
 sowie der unterzeichnenden Personen
                                   
Im Landkreis Ansbach verursachen Biber seit einiger Zeit enorme Schäden, was auch bereits zu Beinahe-Unfällen führte. Angesichts des Ausmaßes dieser Schäden ist für Landwirte, Teichbesitzer und sonstige Betroffene wie Städte und Gemeinden die derzeitige Situation, nach der wegen des EU-Status des Bibers als geschütztes Tier die Abfangmöglichkeiten nicht ausreichend sind, nicht mehr länger hinnehmbar.

Die Mitglieder der Teichgenossenschaft des Landkreises Ansbach sind für den Schutz des Bibers. Angesichts der von ihm verursachten Schäden und angesichts der Tatsache, dass er mittlerweile erfreulicherweise nicht mehr vom Aussterben bedroht ist, muss aber eine Lösung gefunden werden, mit der auch die betroffenen Landwirte, Teichbesitzer und Kommunen leben können.

Um diesem untragbaren Zustand abzuhelfen, müssen folgende Maßnahmen ergriffen werden:

1.    Schaffung von ganzjährig biberfreien Zonen in Schwerpunktbereichen der öffentlichen Gewässer, der Teichwirtschaft und der Erwerbsfischerei

Begründung:
Neben der Gefährdung der öffentlichen Sicherheit und Ordnung kommt es für alle Beteiligten zu einer unzumutbaren Schädigung ihres Eigentums. In manchen Fällen reicht diese Schädigung bis zur Gefährdung der Existenz von betroffenen Fischzüchtern und Teichwirten. Den Kommunen entstehen erhebliche Kosten für die Wiederherstellung eines ordnungsgemäßen Zustandes von den in ihrem Zuständigkeitsbereich liegenden Gewässern, Wegen und Straßen.   

2.    Regelung der Haftungsfrage bei vom Biber verursachten Personen oder Sachschäden: 

o    Übernahme der Kosten der vom Biber verursachten Schäden durch den Freistaat Bayern oder die Bundesrepublik Deutschland.

o    Erlass einer Härtefallregelung (Fond) zur sofortigen Entschädigung von entstandenen Schäden durch Biberaktivitäten.

o    Aufnahme von Versicherungsschäden, die durch den Biber entstehen, bei den Versicherungsunternehmen.
 

Ankaufsprojekt "Storchen- und Biberlebensraum Wörnitzwiesen"

27. März 2007

Wörnitzaue

Es ist so weit!!! Unser Ankaufsprojekt "Storchen- und Biberlebensraums Wörnitzwiesen" ist abgeschlossen. Über die Hintergründe und den weiteren Verlauf mit ähnlichen Projekten finden Sie hier einen ausführlichen Bericht:
http://www.bn-ansbach.de/storchcam/ankaufwoernitz



Der Hummelstaat - Teil 1: Das Nest

26. März 2007 

Am Wochenende ist in Greiselbach der Winter eingekehrt

 
Winterbild von Greiselbach

Kaum war der Schnee jedoch verschwunden, tauchte auch schon eine Hummelkönigin auf. Sie ist jetzt auf Nestsuche. Ein altes verlassenes Mäusenest in der Erde wäre ihr jetzt gerade recht, um dort einen neuen Hummelstaat gründen zu können.

Hummeln gehören zu meinen liebsten Frühlingsboten.
 
Erdhummel (Bombus terrestris)
 
Wir wollen ihr bei der Nestgründung etwas helfen und mit etwas Glück können wir beobachten, wie von einer einzigen Königin aus, ein ganzer Hummelstaat heranwächst. Das ist eines der Wunder in unserer Natur.
 
 Hummelnistkasten mit Einstreu  Hummelkasten mit Einstreu und Polsterwolle  Hummelnistkasten von Schwegler
 
Das Nest ist vorbereitet, jetzt ist es an einer Königin dort einzuziehen.


Agenda21 besucht innovative Firma im Baubereich
24. März 2007

Die Agenda21 im Landkreis Ansbach, der Arbeitskreis Energie und Umwelt, schaut sich immer mal wieder Projekte und Vorhaben an, die innovativ und zukunftsfähig sind.

Am Freitag sind wir im Landkreis Ansbach geblieben und haben die Firma Greisel in Dorfgütingen bei Feuchtwangen besichtigt. Diese Firma hat mit dem Twinstone light einen interessanten Stein entwickelt, der passivhaustauglich ist.

Der Arbeitskreis hält das Passivhaus für die heute wirtschaftlichste Bauform. Passivhäuser sind ein wichtiger Beitrag zur Schonung der Energievorräte und zum Klimaschutz. Wer sich darüber etwas informieren möchte, bitte sehr: www.passiv.de

Betriebsbesichtung der Agenda21 bei Firma Greisel, Gruppenbild

Mit dem Twinstone light hat die Firma Greisel eine Weltneuheit auf den Markt gebracht und sich gar nicht ausmalen können, in was für eine Lücke sie da hineinstoßen. Mit dem Twinstone light können ohne zusätzliche Wärmedämmung problemlos Niedrigenergie- und Passivhäuser gebaut werden. Er besteht aus zwei Teilen, einer Porenbeton Dämmplatte, und einem Klimanorm Stein. Er hat traumhafte U-Werte, kann nicht brennen und ist wirtschaftlich.

Von Fachleuten wurde dieses Produkt als "einmalig bezeichnet, das beste auf dem Markt und geeignet für die, die heute schon wo bauen wollen, wie es in 5 Jahren Standard sein wird."

Twinstone light ist passivhaustauglich

Anschließend trafen wir uns zur 79. Sitzung des Agenda21-Arbeitskreises Energie und Umwelt in einer Gaststätte, das ist auch eine Art der "Wirtschaftsförderung", um neue Vorhaben zu besprechen.



Die Biber-Resolution
24. März 2007

Hören Sie sich doch beim Durchlesen des Textes das Biberlied der Gruppe Herrenholz als MP3 ( 3MB ) an:
http://www.bn-ansbach.de/biber/biber.mp3

Ich war einige Jahre lang ehrenamtlicher Biberberater bei der Regierung von Mittelfranken.

Deswegen habe ich mir am Freitag auch die Zeit genommen, um bei einer Veranstaltung mir anzuhören, welche Probleme der Biber verursachen kann und was man dagegen tun kann. Denn diese können in der Tat beträchtlich sein und es gibt Härtefälle, bei denen die Betroffenen von der Gesellschaft mit ihren Problemen immer noch allein gelassen werden. Ich möchte das auf keinen Fall schön reden.

Eingeladen hatte der Bayerische Gemeindetag im Landkreis Ansbach, die Teichgenossenschaft Ansbach und die hiesigen Landtagsabgeordneten der CSU, mit dem Ziel, eine Resolution zum Thema Biber zu verabschieden.

Ein Politiker hat es mir gegenüber auf den Punkt gebracht: Abschuss und Entschädigung. Entschuldigen Sie bitte die verkürzte Darstellung.

Solche Termine sind für ehrenamtliche Naturschützer meist unangenehm, man ist deutlich in der Minderheit und das Niveau derartiger Veranstaltungen lässt erfahrungsgemäß doch sehr zu wünschen übrig. Hier sind meine persönlichen Eindrücke.

Die Veranstaltung war sehr gut besucht, es sollen 24 Bürgermeister, drei Landtagsabgeordnete der CSU, der Landrat und viele andere mehr dagewesen sein. So einen haufen Bürgermeister würde ich mir beim Thema Klimaschutz auch mal wünschen, ehrlich wahr.

von links: Landrat Rudolf Schwemmbauer, MdL Günther Babel, Bürgermeister Franz Winter

Positiv fand ich eine Bemerkung von MdL Günther Babel (CSU), der im Umweltausschuss des Landtages sitzt. Er möchte die Betroffenen nicht mit den Biberschäden alleinlassen. Das ist eine sehr gute Nachricht, denn bisher hatte die CSU jeden Versuch in dieser Richtung mit ihrer Mehrheit stets abgelehnt. Er spricht von einer "Biberplage" und fordert "biberfreie Bereiche", auch in Schutzgebieten. In meiner Zeit als Biberberater hat er kein einziges Mal das Gespräch mit mir gesucht.

Franz Winter, der dem Gemeindetag hier vorsitzt und Bürgermeister von Dürrwangen ist, hielt sich nicht lange mit Fakten auf und sprach im Zusammenhang mit einer vom Bund Naturschutz in Auftrag gegebenen Monitoring-Studie von Biberrevieren von "schaumartigen Phrasen" und will Maßnahmen...auch "wenn`s radikal ist". In meiner Zeit als Biberberater hat er kein einziges Mal das Gespräch mit mir gesucht.

Seit dem 1. September 2006 ist nicht mehr die Regierung von Mittelfranken sondern das Landratsamt für den Biber (und Hornissen) zuständig. Herr Landrat Rudolf Schwemmbauer ist ein Mann, der den Ausgleich sucht. Er will "keine permanente Auseinandersetzung der verschiedenen Interessengruppen", möchte aber "Signale an die Gesetzgebung" schicken. Diese solle sich an die geänderte Lage anpassen. Es hat sich zwar die Zuständigkeit geändert aber nicht die Rechtslage, an die man sich halten werde.

Herbert Ebert, stellvertretender Vorsitzender der Teichgenossenschaft Ansbach und auch Biberberater, sagte: "Wir können nicht mehr stillhalten". Sein Vortrag war für einen Biberberater ungewöhnlich einseitig und viele seiner Bilder waren mit dem Kommentar versehen: "Gefährdung der öffentlichen Sicherheit - Gefahr für Leib und Leben!" und einmal war sinngemäß zu vernehmen: "Der Schutz der Biber geht vor dem Schutz unserer Kinder".
 
Herbert Ebert Der Biber eine Gefahr für Leib und Leben ?
 
Bürgermeister Karl Engelhard aus Ehingen berichtete von ihm bekannten Biberproblemen und möchte "tragfähige Lösungen, keine Scheinlösungen" und sprach von einem "wahnsinnigen Aufwand".

Dr. Gabriele Kluxen von der Regierung von Mittelfranken stellte die aktuelle Rechtslage vor und sagte "Ziel des Bayerischen Bibermanagements ist es, den Biber als Bestandteil der bayerischen Kulturlandschaft zu erhalten, gleichzeitig aber auf eine Minimierung der Schäden in Konfliktbereichen durch geeignete Abhilfemaßnahmen hinzuwirken, um so auch die Akzeptanz bei den Betroffenen zu verbessern. Die drei Säulen des Bibermanagements sind Beratung, Prävention und Zugriff".

Herr Faas vom Umweltministerium: "Biberfreie Zonen sind nicht möglich". Der Fang von Bibern und deren Tötung ist bereits heute unter bestimmten Voraussetzungen möglich.
 
Herr Faas, Umweltministerium, links von ihm sitzt Dr. Gabriele Kluxen, Regierung von Mittelfranken
 
Der "Milchpräsident" des bayerischen Bauernverbandes und CSU-Landtagsabgeordnete Jürgen Ströbel, hat auch etwas gesagt. Ich glaube, er mag weder die Naturschützer noch den Biber und er polarisiert gerne.
 
MdL Jürgen Ströbel, Vizepräsident des Bayerischen Bauernverbandes
 
Der Bund Naturschutz waren nicht auf das Podium gebeten worden und so saßen wir als kleiner Haufen ganz am Rande. Helmut Altreuther, Geschäftsführer der Kreisgruppe Ansbach beim Bund Naturschutz, erneuerte u.a. die alte Forderung des BN nach einem bayernweiten Wildtier-Fonds, der den Betroffenen helfen könnte und ging auf das Ergebnis der Monitoring-Studie ein. Auch waren die beiden Biberberater den BN, als ausgewiesene Fachleute, anwesend.

Ich selbst habe mich auf das Zuhören verlegt und mich nur einmal ganz zum Schluß zu Wort gemeldet. Es wäre doch wünschenswert, wenn alle Versicherungen bei einem Autounfall mit einem Biber genauso reagieren würden wie bei einem Unfall mit "Haarwild". Es gibt nämlich immer noch Versicherungen, die nicht mitbekommen haben, dass bei uns wieder Biber leben und bei einem Unfall nicht zahlen wollen. Ich glaube, diese Anmerkung von mir ist dann auch in die Resolution mit eingeflossen.

Sobald mir der Resolutionstext vorliegen sollte, werde ich ihn hier veröffentlichen. Es folgt auch noch demnächst ein Hinweis auf die vom Bund Naturschutz in Auftrag gegebene Monitoring-Studie von Biberrevieren, die demnächst ins Netz gestellt werden soll. In einem anderen Beitrag werde ich noch ausführlich auf die möglichen Biberschäden eingehen. Die möchte ich Ihnen hier nicht verschweigen, wenn ich Ihnen schon vom Biber vorgeschwärmt habe. Hier wird im laufe der Zeit das Thema in all seinen Facetten und in seiner gesamten Komplexität beleuchtet werden.

Fragen Sie doch mal bei Ihrer Versicherung nach, ob sie bei einem Autounfall mit einem Biber bezahlen würde.

Weitere Informationen zum Thema: www.bibermanagement.de

Mein lieber Biber!
21. März 2007

Heute ist Frühlingsbeginn, doch dem Wetter hat das scheinbar keiner gesagt und so hat es diese Woche noch einmal Winter gespielt.

Scharbockskraut

In einer solchen Woche will natürlich keiner freiwillig raus in die Natur und deswegen haben wir die geplante Biberführung mit der Konrad-Biesalski-Schule in Wört, einer Heimsonderschule für Körperbehinderte, auf einen anderen Termin verschoben.

Dennoch möchte ich Ihnen hier schon einmal einen Eindruck von der Schönheit und Wildheit eines Biberreviers vermitteln.

Biberdamm

Was wir vor allem in Deutschland brauchen, das sind Wildnisgebiete. Flächen auf denen die Natur ohne uns, für uns, arbeiten kann. Hier findet natürlicher Hochwasserschutz statt. Breitwasser statt Hochwasser! Das Wasser wird zurückgehalten und es kann sich Grundwasser bilden.

Was uns heute fehlt, ist die Dynamik in der Natur und die Vielfalt. Dort wo eine Biberfamilie gestalten darf, entstehen fantastische Lebensräume mit einer schon längst verloren geglaubten Arten- und Biotopvielfalt.

Hier in Wört an der Rothach können die Kinder den Eisvogel hören, wenn er laut pfeifend schnurgerade vorbeifliegt. Die seltene Rohrdommel versteckt sich hier im Winter. Das Blaukehlchen singt hier einsam sein Lied.

Der Biber gestaltet hier mit etwas Holz, Schlamm und ganz viel Wasser einen Lebensraum, wie er an vielen Orten denkbar wäre.

Wir müssen den Bibern und damit der Natur nur etwas Platz an unseren Gewässern gewähren. Dann sind sie effektivere Biotopgestalter als jeder Bagger. Sie arbeiten für uns.

Doch damit kommt der Biber auch in Konflikt mit den Menschen. Denn der beansprucht jeden Quadratmeter in unserem Lande für sich. Wie den Betroffenen geholfen werden kann, wird u. a. am Freitag bei einer Versammlung im Landkreis Ansbach diskutiert werden (Bericht folgt).

Übrigens sollen im Landkreis Ansbach genauso viele Biber leben wie in ganz Baden-Württemberg: ca. 600 Biber!

Das ist Sam, kein Biber Übergangszonen vom Feuchten ins Trockene sind für die Natur interessantVom Biber geschaffene Wasserlandschaft

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Veranstaltungshinweis: Vom kalten Altbau zum behaglichen 3-Liter-Haus
18. März 2007

Energieeffizienz und energetische Altbausanierung ist zurzeit in aller Munde. Sie können dabei ohne Komfortverlust viel Energie und damit ihr Geld sparen; sie schützen damit das Klima und unterstützen die regionale Wirtschaft.

Deshalb laden wir vom Bund Naturschutz und die Sparkasse Dinkelsbühl zu nachfolgenden Vortrag ein.

Pia Regner

Vom kalten Altbau zum behaglichen 3-Liter-Haus

Wann: Mittwoch, 28. März um 19 Uhr
Wo: Veranstaltungsraum der Sparkasse Dinkelsbühl,
Mönchsrother Straße

Dipl.-Bauing. (FH) Pia Regner wird über die wirkungsvollsten Maßnahmen zur Energiereduzierung bei Gebäuden referieren. Anhand einer Wohnaussanierung, bei der 93 % Energieeinsparung erzielt wurde, werden die bautechnischen Grundlagen vermittelt. Die unterschiedlichen Bauteile dieses Gebäudes dienen zur Darstellung der wärmetechnischen Verbesserungsmöglichkeiten. Ebenso wird aufgezeigt wie neue effiziente Haustechnik zusätzlich den Wohnkomfort verbessern kann und welche gesundheitlichen Aspekte bei der Wohnungssanierung beachtet werden sollten.

Weitere Themen sind neben dem zukünftig notwendigen Energiepass für Gebäude auch die derzeitigen staatlichen Zuschüsse und Darlehen für konsequente Sanierungen. Herr Göttler von der Stadt Dinkelsbühl informiert abschließend über baurechtliche und denkmalschützerische Gesichtspunkte

Unter allen Besuchern wird von der Sparkasse ein Gutschein in Höhe von 500 Euro verlost, die bei bestimmen örtlichen Baufirmen eingelöst werden können!

Wenn Sie mehr zu diesem interessanten Thema erfahren möchten, dann kann ich Ihnen wärmstens die Homepage von Pia Regner empfehlen. Dort finden Sie Informationen zu Passivhaus, der Passivhaus-Ausstellung und zum Energie-Erlebnisweg im Landkreis Ansbach: www.kussenhof.de

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Al Gore "Eine unbequeme Wahrheit"
17. März 2007

Die Erde gesehen von Apollo 17

Der frühere Chefökonom der Weltbank, Herr Nicolas Stern, hat im vergangenen Oktober eine Studie vorgestellt, die die ökonomischen Folgen des Klimawandels eindringlich aufgezeigt. Der Klimabeirat der UNO hat auf Grundlage von Expertenaussagen aus mehr als 100 Ländern Geschwindigkeit und Folgen des Klimawandels aus naturwissenschaftlicher Sicht dargelegt.
Die Fachleute sind sich mittlerweile einig über die menschliche Verantwortung für die Erderwärmung, prognostizieren eine starke Klimaerwärmung und warnen vor verheerenden ökologischen Folgen. Al Gore hat soeben für seinen Dokumentarfilm "Eine unbequeme Wahrheit" sogar einen Film-Oskar erhalten.

Klimaschutz ist also in aller Munde. Es bleibt abzuwarten, ob nun diesen warmen Worten auch endlich Taten folgen werden.

Wenn du daheim mal alle Glühbirnen gegen Energiesparlampen ausgetauscht hast, fragst du dich schon, was kannst du jetzt tun?

Der erste Schritt ist wohl, die Menschen zu informieren. Deshalb haben wir uns sehr gefreut, als wir zusammen mit Max Lechner vom Ring-Theater den Dokumentarfilm von Al Gore "Eine unbequeme Wahrheit" in Dinkelsbühl zeigen konnten. Obwohl dieser am Faschingsdienstag lief, folgten 88 Besucher unserer Einladung.

Um junge Menschen zu erreichen, die ja von der globalen Erwärmung besonders betroffen sein werden, haben wir die Schulen in unserer Umgebung angerufen. Dabei stießen wir auf so großes Interesse, dass wir auf die Schnelle vier Sondervorstellungen organisiert mussten, ich meine durften. Leider stand uns der Film nur kurz zur Verfügung.

Nicht zuletzt durch die Initiative des Bund Naturschutz wurde der Film auch in Feuchtwangen und Ansbach mit ähnlichem Erfolg gezeigt. In Ansbach fand im Anschluss sogar eine kompetent besetzte Diskussionsrunde statt.

Mit der kleinen Spende, die unsere Ortsgruppe daraufhin erhalten hat, kauften wir mehrere Exemplare des gleichnamigen Buches von Al Gore, die nun in den Regalen von Schulen und Büchereien stehen.

Ein Buch-Exemplar ist gerade in den Händen von Landrat Rudolf Schwemmbauer und ein anderes in den Händen des Abgeordneten Günther Babel, der im Umweltausschuss des Landtages sitzt. Ich möchte auch, dass sich die Verantwortlichen und Entscheidungsträger in Politik, Verwaltung, Wirtschaft und Gesellschaft sich dieses Themas annehmen und sich den Film ansehen. Warten wir mal ab, ob der Kreistag, der Landtag oder die jeweiligen Fraktionen sich 110 Minuten Zeit nehmen werden für eine Sitzung im Kino bei Cola und Popcorn.

Beim BMU gibt ist es jetzt auch Al Gore-DVDs:
Unter www.bmu.de/bildungsservice und unter der Fax-Nr. 030/18305-2228 kann man die DVD bestellen. Allerdings sei es ziemlich schwierig, bei der FAX-Nr. durchzukommen.

Auch bei amazon.de soll es den Film zu kaufen geben.

Informationen zum Film erhalten Sie auch unter www.eine-unbequeme-wahrheit.de

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Jahreshauptversammlung Bund Naturschutz, Ortsgruppe Dinkelsbühl
16. März 2007 

Gruppenbild

Von links: Martin Schuster, Bürgermeister von Weiltingen; Klaus Eberhardt, 2. Ortsgruppenvorsitzender; Bernd Horbaschek, Kreisvorsitzender; Matthias Bräuer, Beisitzer; Thomas Joas, Ortsgruppenvorsitzender; Reinhold Schuster, NABU-Wildvogelpflegestation Ellwangen

Einmal im Jahr werden die 476 Mitglieder und Förderer zu einer Jahreshauptversammlung eingeladen, dieses mal galt es einen neuen Vorstand zu wählen.

Die Ortsgruppe kann auf eine sehr arbeits- und erfolgreiche Wahlperiode zurückblicken.

Vielleicht hätten wir noch etwas mehr mit unseren Anliegen auf die Entscheidungsträger in Politik, Wirtschaft und Gesellschaft zugehen sollen. Doch was uns ehrenamtlich möglich erschien, das haben wir versucht.

Es ist unmöglich bei so einer Versammlung alle unsere Aktivitäten aufzuzählen. Einer unserer Schwerpunkte ist sicherlich die Umweltbildung. Die über 40 Veranstaltungen unserer Ortsgruppe im letzten Jahr wurden von mehr als 1200 Personen besucht.

Arche-Noah-Garten der Sinne - Aktion Hören

Sehr gut wird der Arche Noah Garten der Sinne in Dinkelsbühl angenommen. Alleine bei unseren Veranstaltungen haben 600 Personen teilgenommen und auch sonst sind dort immer wieder Leute und Gruppen anzutreffen. Das nächste Projekt ist schon in Vorbereitung. Es soll eine Wildblumenwiese und ein Insektenhotel entstehen. Konfirmanden und Firmlinge werden dann wieder die Ärmel hochkrempeln und mit anpacken. Die Holzarbeiten übernehmen die angehenden Schreiner aus dem Berufsgrundschuljahr.

Im Visier der Kamera

"Unseren" Störchen haben bisher mehr als 1.800.000 Besucher ins Nest geschaut. Das Storchentagebuch von Thomas Ziegler ist einmalig. Über das faszinierende Lebewesen Storch wollen wir die Menschen für die Natur und den Naturschutz gewinnen. Mit den Einnahmen sind wir gerade dabei ein Grundstück in den Wörnitzauen zu erwerben. Um unser Ziel, den Stromtod von Vögeln an Stromleitungen zu verhindern, sind wir immer wieder mit N-ERGIE im Gespräch.

Reinhold Schuster und Thomas Joas nach dem Vortrag

Reinhold Schuster, der seit 20 Jahren ehrenamtlich eine NABU-Vogelpflegestation in Ellwangen betreibt, bekam den Arche Noah Preis der Ortsgruppe überreicht. Viele Vögel aus unserem Raum wurden und werden von ihm gesund gepflegt. Nach seinem reich bebilderten Dia-Vortrag spendeten die Anwesenden ihm warmen Applaus und zahlreiche "Mäuse".

Martin Schuster, Bürgermeister der Marktgemeinde Weiltingen, stellte Naturschutzmaßnahmen in seiner Gemeinde vor. Hier wird sehr aktiv versucht, einen Kompromiss zwischen Naturschutz und Ökonomie zu finden. Überall in der Flur dieser idyllisch gelegenen Gemeinde wurden Biotope und Elemente der Biotopvernetzung angelegt und entlang der Wörnitz wurde ein 10 Meter breiter Uferstreifen ausgewiesen. Als Vision wünscht sich Martin Schuster langfristig eine energieautarke Gemeinde.

Bei den Neuwahlen, die der Kreisvorsitzende Bernd Horbaschek leitete, wurde wie folgt gewählt:

1. Vorsitzender
Thomas Joas

2. Vorsitzender
Klaus Eberhardt

Schatzmeisterin
Karin Weidringer (neu)

Beisitzer
Dr. Gerhard Weidringer
Matthias Bräuer

Neben zahlreichen geplanten Aktionen und Exkursionen wird ein Arbeitsschwerpunkt in diesem Jahr das Thema "Globale Erwärmung" sein. Wir wollen darüber informieren und auch aufzeigen, was bereits heute jeder einzelne selber tun kann, um hier gegenzusteuern.

Interessante Gespräche im Anschluß

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Fledermäuse im Winterschlaf
10. März 2007

Braunes Langohr

Jetzt im März halten die Fledermäuse noch ihren Winterschlaf. Den haben sie sich durch das Fangen von ungezählten Stechmücken und anderen Plagegeistern wohlverdient, und dabei wollen wir sie auch nicht stören.

Manche Fledermäuse hängen dabei lieber ab, andere lieben es sich zu verstecken:

Hängendes Mausohr im Winterschlaf  Manche Arten verstecken sich lieber in Nischen

Im Herbst fliegen Fledermäuse in frostsichere, feuchte Winterquartiere, wie Höhlen, Stollen oder Keller. Während des Winterschlafs sinkt die Körpertemperatur auf wenige Grad über Null, der Stoffwechsel und Energieverbrauch sind stark herabgesetzt. Der Winterschlaf wird öfters unterbrochen. Die Tiere wechseln den Hangplatz und z.T. auch das Quartier, etwa wenn sich die mikroklimatischen Bedingungen als ungünstig erweisen. Da das Aufwachen aus dem Winterschlaf mit einem besonders hohen Energieverbrauch verbunden ist und stark an den Reserven zehrt, sind Störungen im Winterquartier, die ein zusätzliches Aufwachen verursachen, gefährlich für die Fledermäuse.

Deshalb möchten wir die Winterquartiere vor Störungen schützen!

Am 20. Januar versuchten Björn Zacharias, Franziska Lenz und ihr Tagebuchschreiber die Fledermausbestände in den bekannten Winterquartieren entlang der Wörnitz zu erfassen. Selbstverständlich war das mit den Naturschutzbehörden abgesprochen.

Franziska Lenz und Björn Zacharias  Gibt es hier Wasserfledermäuse?

Bei uns ist Winterquartier gleich Bierkeller. Diese sind nicht selten in einem schlechten Erhaltungszustand, davon ist besonders der meist gemauerte Eingang betroffen.

So sollte ein Winterquartier aussehen. Der Eingang ist durch ein Gitter gesichert, das vor Störungen schützt und für gute Bewetterung sorgt:

Mit Gitter gesicherter Kellereingang

Die Tür fällt bei diesem Keller schon auseinander und die Bäume drücken auf den gemauerten Eingangsbereich:

Kaputte Tür, Bäume drücken auf den gemauerten Eingang

Die beiden Beispiele zeigen typische Bilder von eingefallenen Eingängen:

Eingefallener Kellereingang  Eingestürzter Kellereingang

Wenn die Fledermäuse aufgewacht sind und ihre Winterquartiere verlassen haben, werden wir noch einmal die Keller besuchen, und hoffen dabei die Eigentümer für den Erhalt der Bierkeller als altes Kulturgut gewinnen zu können.

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Storch-TV
10. März 2007 

Wir haben wieder ein Storchenpaar im Dinkelsbühler Storchennest auf dem Alten Rathaus. Vermutlich sind es die Störche aus dem Vorjahr.

Deshalb haben wir heute wieder ein TV-Gerät in das Schaufenster der Adler-Apotheke gestellt.

Wenn es - hoffentlich - zu einer Brut kommen sollte, dann können hier die Passanten live im Fernsehen das ansonsten versteckt ablaufende Familienleben der Störche beobachten.

Allen anderen bleiben die großartigen Bilder und erklärenden Tagebucheinträge von Thomas Ziegler auf unser Storchenseite storch24.de

Die beiden Bilder zeigen Xaver Lingel aus Fremdingen bei der Einrichtung von "Storch-TV", ein bei Groß und Klein sehr beliebter "Fernsehsender" in der Dinkelsbühler Altstadt.

Xaver Lingel vor dem Schaufenster der Adler-Apotheke Xaver Lingel vor Storch-TV

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Naturdenkmal "Alter Steinbruch Illenschwang"
09. März 2007 

Naturdenkmal "Alter Steinbruch Illenschwang"

Leider sind gut einsehbare geologische Aufschlüsse in unserem Naturraum immer seltener zu finden. Deshalb möchten wir die wenigen noch vorhandenen erhalten und aufwerten. Die Gemeinde Wittelshofen unterstützt uns dabei.

Daran ist auch der Bevölkerung gelegen. Bei einem Spaziergang in die Erdgeschichte, einer gemeinsamen Veranstaltung von Bund Naturschutz und dem Illenschwanger Obst- und Gartenbauverein, haben 75 Interessierte teilgenommen. Zuvor waren mehrere Schulklassen im Steinbruch und in der darüberliegenden Erdaushubdeponie, in der sehr versteinerungsreiche Numismalis-Schichten abgelagert worden sind.

Das besondere am Naturdenkmal „Alter Steinbruch Illenschwang“ ist der in Westmittelfranken sehr selten gut sichtbare Übergang vom Angulatensandstein zum Arietensandstein. Die oben abgelagerten Numismalis-Schichten würden sich natürlicherweise anschließen, sind aber nicht an der Stelle aufgeschlossen.

aufgeschlagene Kalkknollen (mit roten Eisenverbindungen) Belemniten, auch Donnerkeile oder Teufelsfinger genannt

Ein Bericht vom Schülerprojekt des Bund Naturschutz mit der Grundschule Weiltingen

Reise in die Erdgeschichte


Bei einem Spaziergang in die Erdgeschichte, zu dem der Bund Naturschutz eingeladen hatte, gingen die dritte und vierte Klasse der Grundschule Weiltingen der spannenden Frage nach, was sich unter dem fruchtbaren Boden rund um den Hesselberg befindet und wie es entstanden ist. Danach gestaltete die dritte Klasse mit gesammelten Fundstücken und Pappmaché einen Schaukasten, um sich die Welt bei uns vor 200 Millionen Jahren besser vorstellen zu können. Fossilien sind hier die stummen Zeugen einer längst vergangenen Unterwasserwelt.

Mit Dinosauriern kennen sich die Kinder der Grundschule in Weiltingen aus. Wie viele Kinder ihres Alters, mögen sie diese „schrecklichen Echsen“ und kennen gleich mehrere Arten davon. Mancher Schüler möchte einmal Paläontologe werden. Dieses schwierige Wort können die Kinder nicht nur aussprechen, sie wissen auch, dass es die Lehre vom längst vergangenen Leben ist und können es sogar richtig an die Tafel schreiben.

Nicht so einfach zu verstehen, sind diese ungeheuren Zeiträume, in denen sich die Erdgeschichte abspielte. Um es den Kindern begreifbar zu machen, wurde die gesamte Erdgeschichte in einen den Kindern bekannten Jahreskalender an der Tafel umgerechnet. Demnach war die Entstehung der Erde vor 4,5 Milliarden Jahren am 1. Januar. Im Kambrium, also vor rund 500 Millionen Jahren, ist die Vielfalt des Lebens entstanden, das war am 21. November. Als in der Jurazeit die Saurier die Meere, das Land und die Luft beherrschten war es erst der 17. Dezember. Der Mensch tauchte pünktlich zum Sylvesterfeuerwerk am 31. Dezember um 23:54 Uhr auf. Die letzten 2000 Jahre entsprechen im Jahreskalender der Erdgeschichte nur 15 Sekunden. Auch mit diesem Jahreskalender bleiben diese Zeiträume fast unvorstellbar und die Entwicklung geht natürlich weiter.

Nach einer kurzen Einführung in das Thema fuhr die dritte Klasse mit Lehrerin Friedlinde Loy und in Begleitung von Susanne Schön und Thomas Joas mit einem Bus zum Steinbruch am Ortsrand von Illenschwang, um auf Spurensuche im Gestein zu gehen. Hier im Schwarzen Jura sind die Steine vor 200 – 178 Millionen Jahre entstanden. Ein Stück von einem Knochen, der hier vor kurzem gefunden wurde, konnte den Kindern gezeigt werden.

Nahe dem Steinbruch liegen andere Versteinerungen umher und wurden von begeisterten Kindern aufgesammelt. Meistens handelt es sich um Ammoniten und Belemniten. Letztere werden im Volksmund auch Donnerkeile oder Teufelsfinger genannt. Es sind die versteinerten Reste von Kopffüßern, die mehrere Fangarme hatten mit Saugnäpfen oder Häkchen daran. In einem Buch kann Thomas Joas Bilder zeigen, wie diese Tiere wohl ausgesehen haben könnten. Dabei konnten die Kinder erkennen, dass es Meeresbewohner waren. Hier war also tatsächlich in der Jurazeit ein Meer und die von ihnen gefundenen Fossilien sind der Beweis. Es war ein warmes, flaches Meer und die Küste war irgendwo bei München. Damals begann gerade der Superkontinent Pangea sich aufzuspalten in Gondwana und Laurasia. Noch heute sind die Kontinente in Bewegung, in einer Geschwindigkeit, in der unsere Fingernägel wachsen. Damit war klar, dass der Saurierknochen, der hier gefunden wurde, keinem Dinosaurier gehören konnte, denn die waren ja Landtiere, sondern eher einem Flug- oder Fischsaurier zugeordnet werden muss. Aus dem Sand und Ton, der sich hier in Jahrmillionen abgelagert hat, sind mit der Zeit und unter Druck die Steine hier entstanden. Der Schwarze Jura verdankt seinen Namen der überwiegend dunklen Farbe seiner Gesteine. Er ist eine gute Grundlage für die fruchtbaren Böden rund um den Hesselberg. Dass es alter Meeresboden ist, verraten die Fossilien die rund um den Hesselberg auf Feldern und an Baugruben gefunden werden.

Nachgebildete Unterwasserwelt mit Pappmachè und Fossilien

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Noch`n blog - ein Naturschutztagebuch
07. März 2007 

In unregelmäßigen Abständen erscheinen hier Artikel zum Natur- und Umweltschutz.

Ein Beitrag zum Thema "Die Globale Erwärmung" ist gerade in Vorbereitung.

Begleiten Sie doch einfach uns Naturschützer bei unserem ehrenamtlichen Engagement und lernen Sie den Natur- und Umweltschutz von einer anderen, persönlichen Seite kennen.

Die Erde gesehen von Apollo 17

Global denken - lokal handeln!

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Storch24.de
05. März 2007

Storchencam Dinkelsbühl
Aktuelles Bild der Webcam auf dem Altrathausdach in Dinkelsbühl.
Aktualisieren mit F5
Eine Aktion der Ortsgruppe Dinkelsbühl im BN-Ansbach.
Die zugehörige Website mit dem Storchentagebuch des bekannten Storchenexperten Thomas Ziegler und zahlreichen anderen Informationen finden Sie unter storch24.de

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